regionale Walnüsse

Wenn man sich in den Läden umsieht, dann ist es manchmal gar nicht so einfach Walnüsse zu bekommen, die nicht von weit her kommen, sondern aus der Region oder einfach auch aus Deutschland. Sehr oft kommen sie aus Kalifornien - dabei sind die USA auch nur auf Platz zwei der weltweiten Produzenten hinter China.

Doch auch in Deutschland wachsen Walnussbäume. Die Tiefwurzler kommen dabei sehr gut mit Trockenheit zurecht, bieten sehr wertvolles Holz und vielen Tieren Lebensraum. Sie können alt und sehr hoch werden. Gerade die Höhe ist vermutlich der Grund, weshalb in dicht besiedelten Flächen die Bäume kaum noch angepflanzt werden. Zu viel Schatten, zu viel Laub, Wurzeln, die die Straße schädigen, dadurch vorprogrammierten Ärger mit den Nachbarn und es könnte ja eine Nuss auf das Dach eines Autos fallen. Schade eigentlich, denn dieser Schattenspender kann locker mindestens eine Klimaanlage für ein Einfamilienhaus ersetzen und auch mehr. Je nach Größe des Baumes und seiner Baumkrone sorgt er durch die Transpiration für einen kühlenden Effekt.

Wie kommt man also an regionale Walnüsse?

Man könnte einen Baum pflanzen. Wenn man einen Garten hat, ist das eine Möglichkeit. Auch wenn es einige Jahre dauernd kann, bis er trägt. In meinem Minigarten schwierig ohne Probleme zu bekommen. Denn nach drei Metern Höhe halte ich die Abstandsflächen nicht mehr ein. (Ein Nussbaum kann bis zu 30 Meter hoch werden) Außerdem hat nicht jeder einen Garten.

Man könnte sie sammeln. Über mundraub.org findet man Karten, in denen Bäume eingetragen sind von denen man ernte könnte. Doch Vorsicht! Man muss die Eigentumsrechte beachten und die sind nicht immer auf den ersten Blick ersichtlich. Es ist nicht zum ersten Mal vorgekommen, dass fälschlicherweise ein Grundstück eingetragen wurde, deren Besitzer hinterher schmerzlich vor der Bescherung standen und kaum noch Ernte hatten. Stay fair!

Man könnte regional kaufen Das funktioniert manchmal im Herbst, wenn einzelne Bauern ihre Walnüsse ab Hof anbieten. Theoretisch geht das auch über Kleinanzeigen. Passt da aber auf drei Sachen auf, die auch den Preisunterscheid erklären können:
a) die Nüsse werden oft als bio angeprießen werden, sind aber oft nur nicht mit Pestiziden bespritzt worden. Zu ökologischen Anbau gehört aber viel mehr dazu. Genau nachfragen lohnt sich.
b) die Trocknung erfolgt nicht immer professionell, so dass die Nüsse z.T. nach kurzer Zeit bereits Würmer kriegen oder ranzig schmecken;
c) es sich oft um Zufallssorten handelt, die geschmacklich nicht so der Renner sind. Einmal vorher kosten schafft Abhilfe!
Walnüsse kann man übrigens auch prima einlagern, wenn sie noch in der Schale sind. Sie halten gut getrocknet mehr als ein Jahr und bereichern so das Müsli oder finden Verwendung als Nussmilch, Nussmus, zu Salaten, den Kuchen u.v.m. den Speiseplan. Da es oft kleine Unternehmer sind, die ihre Walnüsse verkaufen, ist es dort auch oft möglich auf eigenen Mehrweg zu setzen. Sprich: eigene Verpackung wie einen Sack oder einen Korb mitnehmen oder einach ausmachen, dass man die Verpackung das nächste Mal wieder vorbeibringt, damit sie wiederverwendet werden kann.
Aber nicht jeder hat die Chance an Walnüsse direkt ab Hof zu kommen. Und im Supermarkt bekommt man sie oft nur importiert, nicht jeder hat einen Baum im Garten stehen, besitzt überhaupt einen Garten und falls doch, würde es nach der Pflanzung viele Jahre dauern, bis er Früchte trägt. Welche Möglichkeiten gibt es noch?


Die solidarische Landwirtschaft, kurz Solawi:
Einige Netzwerke bieten auch Walnussbäume an. Sie wirtschaften regional und ohne die Natur oder den Landwirt auszubeuten. Man zahlt pro Monat oder Quartal, manchmal auch per anno einen Betrag, der dem Landwirt Planungssicherheit gibt. Die Ernte wird aufgeteilt. Fällt sie besser aus, auch der Überschuss. Desweiteren hat man die Möglichkeit bei einer solidarischen Landwirtschaft auch Produkte zu verwerten, die aufgrund von Marktnormen gar nicht in den Verkauf gekommen wären z.B. zu große Zucchini. Je nach Gemeinschaft bietet die solidarische Landwirtschaft unterschiedliche Produkte an. Ob es eine Solawi in Eurer Gegend gibt, könnt Ihr hier nachsehen: https://www.solidarische-landwirtschaft.org/solawis-finden/auflistung/solawis/
Manchmal gibt es auch Baumpatenschaften, die man übernehmen kann. So zum Beispiel beim Hof Windkind. Hier zahlt man im Jahr einen Betrag und bekommt eine garantierte Ernte pro Jahr. Damit kann der Landwirt planen, neue Bäume setzen und nachhaltig wirtschaften. Im Fall vom Hof Windkind wird ohne tierischen Mist, ohne Mineraldünger, ohne Biodünger, ohne Gifte, ohne Kompostwirtschaft, also bio-vegan gearbeitet. Sie düngen ausschließlich mit pflanzlichem Material, wie Gras, Wildkräutern, Laub und Stroh. Mehr Info: https://www.hofwindkind.com

Fällt Euch noch mehr ein, wie man an regionale Walnüsse kommt und wie macht Ihr das?






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