Zero Waste Aufbewahrung

Gastbeitrag/Kooperation/Werbung In den letzten 50 Jahren hat man uns mit sehr günstigen und vermeintlich praktischeren Hilfsmitteln aus Plastik, Einwegverpackungen, Stoffen aus Kunstfasern und Kunststoffgegenständen gelockt. Es ist Usus, das ganze Jahr über nach Lust und Laune im Supermarkt alle Gemüse- und Obstsorten zu kaufen. Dazu werden sie um die ganze Welt transportiert. Langlebige und recycelbare Materialien wie Glas, Holz, Keramik oder Edelstahl wurden lange Zeit als unmodern und untauglich abgewertet. Es wurde zur Gewohnheit, die neuen Alternativen aus Kunstsoff zu kaufen, zu benutzen und einfach wieder wegzuwerfen. Gut, dass uns heute bewusst ist, wie viele Ressourcen dadurch verschwendet werden und wie sehr das zusammen mit dem Handel unserer Umwelt und unserem Klima schadet. Aber wie können wir es denn heute besser machen? So wie Oma und Opa? Das geht, indem wir uns wieder der alten Herangehensweise nähern, denn der Handel allein kann die Verpackungsproblematik nicht lösen. Wir selbst müssen die Müll- und Materialverschwendung vermeiden, indem wir Mehrwegsysteme benutzen. Und die Partner auf allen Stufen der Wertschöpfungskette –  mit Erzeugern, Verarbeitern, Herstellern, Großhändlern und Spezialisten aus der Logistik – müssen Lösungen entwickeln, um folgende Ziele zu erreichen:
  1. Auf Einweg-Verkaufsverpackungen aus Kunststoff sowie unnötige Verpackungen soll vollständig verzichtet werden.
  2.  Modelle der Wiederverwendung von Verpackungen sollen Einweg-Verpackungen immer dann ersetzen, wenn die Wiederverwendung ökologisch vorteilhafter ist.
  3. Sämtliche Verpackungen sollen zu 100 % wiederverwendbar, recycelbar oder kompostierbar sein.
  4. Auf Verpackungen (Primär-, Sekundär- und Tertiärverpackungen) aus fossilen Primärrohstoffen soll vollständig verzichtet werden.
  5. Alle Verpackungen von ollen frei von gefährlichen Chemikalien sein.
  6. Die Gesundheit, Sicherheit und Rechte aller beteiligten Menschen sollen respektiert werden.
  7. Es sollen keine Verpackungen eingesetzt werden, deren Rohstoffe zur Entwaldung beitragen, die biologische Vielfalt gefährden, gentechnisch verändert wurden oder die Nutzung von Agrarflächen für Nahrungsmittel beeinträchtigen.

Konkrete nachhaltige Lösungsvorschläge 

Wo kann ich im Alltag auf Einweg-Verkaufsverpackungen aus Kunststoff sowie unnötige Verpackungen verzichten?
Machen wir doch zu Beginn in Gedanken eine Bestandsaufnahme von den Kunststoffgegenständen in deinem Haushalt. Besonders in der Küche, dem Bad und ggf. dem Kinderzimmer häufen sich die Plastikartikel: Vorratsdosen, Schüsseln, Schneidebretter, Verpackungen, Aufbewahrungsboxen, Besteck, Kindergeschirr usw. Es ist natürlich Unsinn all das wegzuwerfen, was in Gebrauch ist und weiter benutzt werden kann. Es macht allerdings Sinn, sich über eine Umnutzung der Plastikgegenstände Gedanken zu machen. Beispielsweise kannst du in alte Plastikdosen Stifte oder anderen Kleinkram aus Büro oder Bad füllen. Mehr Ideen zum sogenannten Upcycling oder der Umnutzung alter Plastikgegenstände findest du in dem Beitrag
Plastiksachen - wegschmeißen oder weiternutzen.
Um nicht alles auszutauschen, kannst du die Dinge aufschreiben, die du gezielt bei einem späteren Neukauf durch eine plastikfreie Variante ersetzen kannst.
Zur Aufbewahrung von Lebensmitteln solltest du ohnehin lieber unbedenkliche, geschmacksneutrale und wiederverwendbare Glas-, Edelstahl- und Keramikdosen benutzen. Die vielseitiger einsetzbaren Mehrwegbehälter sind frei von Schadstoffen und können sowohl zuhause, im Kühlschrank als auch Unterwegs verwendet werden. Sie sind hitzebeständig und machen optisch auch auf dem Esstisch etwas her.
Beim Einkaufen kann man sich an der Wurst- oder Käsetheke seine Einkäufe direkt in die eigene Mehrweg-Frischhaltedose packen lassen und verschwendet somit kein Verpackungsmaterial. Obst und Gemüse bitte nur saisonal kaufen und in wiederverwendbare Stofftaschen oder -Netze füllen. Noch weiter gedacht können wir fast alle unserer Lebensmittel in Unverpackt-Läden einkaufen und in die mitgebrachten Behälter füllen lassen: Getreide, Nüsse, Teigwaren, Öle, Kosmetik, Reinigungsmittel, Eier, Kaffee/Tee, Molkereiprodukte und vieles mehr. Damit kann man große Mengen an Plastikmüll vermeiden und Du unterstützt regionale Produzenten die kurze Lieferwege haben.

Modelle der Wiederverwendung von Verpackungen

Vorratsgläser
Hohe, verschließbare
Glasbehälter in verschiedenen Größen beanspruchen wenig Platz im Küchenschrank und sind ideal zur Aufbewahrung von Lebensmitteln aller Art die trocken und luftdicht gelagert werden sollten wie: Teigwaren, Getreide, Hülsenfrüchte, Reis, Backzutaten, Kaffee und Tee, Nüsse usw.


©OrganicPack

Auch braune Gläser wie die Apothekerflaschen sind optimal zur Lagerung von lichtempfindlichen Lebensmitteln wie getrocknetem Obst, Säften oder Kräutern und Gewürzen.
Vorratsgläser eigenen sich aber auch klassisch zur Aufbewahrung von Eingemachtem - ganz back to basic. Früher hat man Obst und Gemüse oder Wurstwaren eingemacht, um sie haltbar zu machen und über das ganze Jahr verteilt essen zu können. Das nimmt zwar etwas Zeit in Anspruch, macht aber Spaß und man hat die Möglichkeit die Lebensmittel nach dem eigenen Geschmack mit viel Fantasie abzuschmecken. Aber auch Molkereiprodukte wie Joghurt, Sahne oder Quark können im Unverpacktladen in die eigenen Glasbehälter abgefüllt werden. 

Glasfrischhaltedosen
Die flachen Glasdosen sind stapelbar und darum besonders praktisch. Ob im Kühlschrank, der Tiefkühltruhe, dem Rucksack, der Handtasche oder im Regal lassen sich Lebensmittel darin lange geschmacksneutral und frisch halten.

©OrganicPack

Keramikdosen
Keramik-Geschirr findet man wieder häufiger in unseren Haushalten. Da Form- und Farbgebung von Hand erfolgen, entstehen wunderbare, kleine Unikate, sodass keine Dose der anderen gleicht. Verschließbare
Keramikdosen eigenen sich perfekt für die Aufbewahrung und Lagerung von Lebensmitteln, ähnlich der Glasbehälter, nur dass sie mit Hilfe von einem Deckel zusätzlich auch licht- und luftdicht verschließbar sind.
Die traditionelle und einfache, portugiesische Keramik trifft den Zeitgeschmack und erfüllt alle Kriterien für den Trend ‚back to the roots‘. Keramik ist sehr robust und erleichtert damit die Handhabung in der Küche.

©OrganicPack

Hygienische Holzschneidebretter

Das klassische Schneidebrett aus Holz zeigt seine Narben: Mit der Zeit zeichnen sich durch das Zerkleinern, Schneiden und Zubereiten Linien und Unebenheiten ab. Stark genutzte Schneidebretter, egal ob aus Plastik oder Holz, bieten in diesen Furchen Nährböden für Bakterien. Allerdings können Bakterien zwar leicht in offenporiges Material wie Holz eindringen, die Bedingungen dort für sie sind jedoch nicht so gut sind wie auf Plastikbrettern. Auf Holz sterben die Bakterien nach und nach ab. Ist das Holzbrett sehr abgenutzt, kann es abgeschliffen werden und muss nicht entsorgt werden.

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Stoffbeutel und -boxen/Filzboxen
Wie oben erwähnt dienen Stofftaschen und -Boxen zur Verpackung und Vorratshaltung von Lebensmitteln und Alltagsgegenständen. Der Vorteil gegenüber Plastikbehältern ist neben der Nachhaltigkeit auch die Luftdurchlässigkeit der textilen Aufbewahrungsbehälter.

©OrganicPack


Fazit und Ausblick

Zusammengefasst bedeutet es, dass du im Alltag auf Plastik verzichten kannst, indem du nachhaltige Verpackungsmöglichkeiten verwendest, nämlich Verpackungs-Alternativen aus Glas, Holz, Keramik, Textilien und Edelstahl. Sie sind frei von gefährlichen Chemikalien und tragen nicht zur unnötigen Entwaldung bei, gefährden nicht die biologische Vielfalt, sind nicht gentechnisch verändert, beeinträchtigen nicht die Nutzung von Agrarflächen für Nahrungsmittel, sind 100 % wiederverwendbar und weitestgehend recycelbar oder kompostierbar. Bevor du etwas Neues anschaffst, denk bitte immer erst nach, ob das Produkt und dessen Verpackung diese Punkte erfüllen können.


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Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von unzufriedene Kundin, 16.06.2021 um 14:53 (UTC):
Organipack schickt keine Ware. Wer im Internet danach sucht findet nur unzufriedene Kunden oder Fake Bewertungen...

Kommentar von Stefanie (Zero Waste Familie), 16.06.2021 um 17:28 (UTC):
Hey,
das klingt ärgerlich. Magst Du mir mal via Mail zerowasteatgmx.net oder über Kontakt schreiben, was da genau war? Das wäre super! Herzliche Grüße Stefanie

Kommentar von Stefanie (Zero Waste Familie), 19.06.2021 um 06:25 (UTC):
Ihr Lieben,
ich habe aufgrund des Feedbacks hier gleich beim Hersteller angefragt und ich darf Folgendes aus der Mail zitieren als Stellungnahme:
"Das ist nicht richtig. Derzeitig werden ca. 80% aller Bestellungen am nächsten Tag zugestellt. Lediglich für die Produkte der Atlantica und Pacifica Keramik Serie herrscht eine längere Lieferzeit von ca. 1 Monat.

Unser Lieferant hatte während der Pandemie das Werk geschlossen und tut sich gerade schwer den Rückstand aufzuholen. Wir sind jedoch auf einem guten Weg alles aufzuholen und in ca. Einem Monat wieder normale Lieferzeiten anzubieten.

Wie du vielleicht bei anderen Herstellern gemerkt hast, trifft diese Situationen Momentan ziemlich jeden. Und aufgrund der Lieferverwerfungen weltweit wird es zu Weihnachten hin wieder schlimmer werden.

Ich möchte jedoch betonen, das die lange Lieferzeit im Shop steht, jeder Kunde unmittelbar nach der Bestellung eine sofortige Nachricht zum Lieferverzug erhält und zudem weitere regelmäßige Updates."
Liebe Grüße
Stefanie



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