Stoffservietten bei Feiern

- Stoffservietten sind doch ein bisschen langweilig, oder?!! -
23.12.2018 Für einen Geburtstag war ich mit einer Verwandten einkaufen.
Da zieht sie ein Pack Servietten aus dem Regal. Ob ich die nicht auch noch bräuchte?
Nein, die brauch ich nie!
Klar, wir leben Zero Waste und deshalb kleckern wir nicht. Das ist Müllvermeidung!
OK, das ist gelogen. Wir versuchen Zero Waste zu leben, aber wir kleckern. Wir Erwachsenen meist ohne Serviette und unser Jüngster ferkelt aktuell noch mit Lätzchen. Besser als sich dauernd umzuziehen und zu waschen.
Und wo wir beim Thema Waschen sind: Unsere Servietten werden gewaschen. Sie kommen mit der normalen Wäsche einfach in die Waschmaschine mit einem komplett abbaubaren Waschmittel entweder aus Kastanien oder auf Seifenbasis - manchmal gekauft, manchmal selber gemacht. Das Waschmittel ist ohne Duftstoffe, damit die Gewässer nicht noch unnötig belastet werden und wir nutzen keinen Trockner.
Die Stoffservietten haben wir nicht gekauft. Second hand wurden wir 2014 nicht fündig und hätten unnötig weit mit dem Auto irgendwo hinfahren müssen, was die Ökobilanz dann nicht verbessert. Neukauf war in dem Moment finanziell nicht drin und so haben wir eine alte weiße Tischdecke, die Oma nicht mehr nutzen wollte, zu Servietten verarbeitet. Eine Anleitung für Anfänger und Unbegabte wie mich gabs auf Youtube.
Unsere Servietten sind also alle weiß.
Aber ob das nicht zu festlichen Anlässen ein bisschen langweilig wäre? Gerade im Sommer zu einer Geburtstagsparty, da hat man es doch gerne bunt? Oder an Weihnachten oder Ostern?
Jahreszeitlich dekoriere ich immer mit allem, was die Natur hergibt. Im Sommer gerne mit Blumen, im Herbst z.B. mit gepressten bunten Blättern. Aber ich setze auch auf essbare Tischdeko. Ein schöner Teller mit Weintrauben oder in der Mitte auf einem schönen Brett steht einfach nur ein leckeres angeschnittenes Brot.
Mit einer Stoffserviette kann man aber auch wunderbar falten z.B. einen Tannenbaum für Weihnachten, eine Rose zum Geburtstag, einen Osterhasen zu Ostern.
Hier in diesem Video seht ihr 10 tolle Faltvarianten für jeden Anlass: Rose, Herz, Tannenbaum, Schmetterling, Menukartentasche, Hemd, Liebesbrief etc.


Man sieht mit Naturmaterialien, Essen oder eben etwas Kreativität beim Falten der Servietten wird es deshalb nicht langweilig. Deshalb vermisse ich die bunt bedruckten Wegwerfservietten seit fünf Jahren nicht. Sie passen trotzdem zu jedem Anlass, auch wenn ich nur weiße habe. Aber das hat für mich auch den Vorteil, dass ich mir erstens Platz Bevorratung spare, zweitens auch Geld, denn ich muss nicht dauernd neue kaufen und drittens Zeit: denn ich muss mir keine Gedanken machen oder Wege in Kauf nehmen, um sie mir zu besorgen.
Ich hatte mir anfangs wirklich einen großen Kopf gemacht und gedacht, dass die Kinder die bunten Motive verlangen würden, denn schließlich sind sie auf Kindergeburtstagen Standard und grübelte, was ich dann machen würde.
Meine Schwester meinte damals lapidar: Warte es doch erstmal ab, ob der Wunsch überhaupt kommt.
Also, ich warte noch. Mittlerweile seit fünf Jahren. Und zur Not hätte ich Plan B:
Denn natürlich kann man auch Motivservietten aus Stoff für diverse Anlässe haben z.B. mit Piratenmotiv zum Kindergeburtstag. Und wenn man sie nicht mehr braucht, weitergeben oder weiterverkaufen. Das ist auch eine Möglichkeit.
Aber bisher fanden die Kinder es toll, zur Vorbereitung erstmal Deko zu sammeln oder zu falten.
Und wir sparen uns Müll. Denn gebrauchte und verdreckte Servietten sind wie Papiertaschentücher einfach Restmüll und gehören nicht in die Papiertonne zum Recycling. Und auch wenn Papier ein nachwachsender Rohstoff ist, so ist der Verbrauch doch höher als Nachwachsen kann. Schon seit einigen Jahren stuft die bifa Umweltinstitut GmbH Holz als versorgungskritisch ein.
Wenn Ihr wollt, könnt Ihr dazu gerne einen Artikel von mir von 2015 lesen, weshalb man eigentlich auch Papier sparen sollte und daran hat sich nicht verändert. Im Gegenteil: die Abholzung hat ja noch zugenommen:
Holz - die Versorgung ist kritisch

Drei wichtige Gründe, weshalb man auch auf Papiertüten verzichten sollte und sie keine Alternative zu Plastiksäckchen sind!
 - und gleichzeitig, weshalb man generell Papier sparen sollte


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Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Dorothea, 24.12.2018 um 22:04 (UTC):
Prima idee wie immer! Ich bin auch mit Stoffservietten aufgewachsen. Ich selber habe im Wohnzimmer ein Körbchen mit hübschen Stofftaschentüchern stehen, gut zum Nase putzen und als Serviette. Meine freunde kennen das schon, keiner hat sich bis jetzt dran gestört. Nur mein Bruder war letzten Samstag etwas irritiert. Geschimpft hat er aber auch nicht. Papierservietten meide ich wie der Teufel das weihwasser. Kommt mir doch mal eine unter hebe ich sie auf falls mein kater kotzt, was er leider gelegentlich tut.
Ich habe aber mal gehört dass man einzelne Servietten ruhig kompostieren kann?

Kommentar von Regina, 25.12.2018 um 07:50 (UTC):
Hallo,

wir verwenden auch Stoffservietten, aber leider bekomme ich diverse Flecken nicht rausgewaschen, egal was ich anstelle. Wie machst du das?
Wir benutzen halt die jetzt die weniger "Schönen" für uns und haben welche für Gäste.

Kommentar von:28.12.2018 um 17:49 (UTC)
zerowaste
zerowaste
Online!

@Dorothea - ja, grundsätzlich bestehen Servietten aus Papier und können kompostiert werden. Basieren die Farben einer bunt bedruckten Serviette auf Erdöl, kann es zu Rückständen kommen, wird gewarnt. Die einen nehmen das locker und sagen, ja falls da überhaupt Rückstände drin sind, das nehme ich in Kauf und die anderen sind wollen das keinesfalls im hauseigenen Kompost haben. Kommt einerseits auf die Einstellung an und ob man bedruckte oder einfach Servietten hat.
@Regina Bei uns geht es noch mit den Flecken. Vielleicht aus folgenden Gründen: Wir nehmen ab und an bei Weißwäsche Sauerstoffbleiche her, wenn wir z.B. auch Taschentücher dabei haben. Sie ist komplett ökologisch abbaubar und zerfällt zu Waschsoda und Sauerstoff, der dann aufhellt. Wir haben sehr hartes Wasser. Bei sehr verschmutzer Wäsche ist es gerade bei hartem Wasser wichtig, dass man genug Enthärter verwendet, wenn das Waschmittel seifenbasiert ist. Denn nimmt man zu wenig, kann das seifenbasierte Waschmittel nicht seine volle Waschkraft entfalten. Bei Weißwäsche gebe ich zudem gerne Zitronensäure ins Weichspülerfach, weil ich finde, dass es dann sauberer ist. Das nächste ist, dass ich die Wäsche bei Flecken, die drin blieben nass draußen aufhänge. Die Sonne bleicht dann ordentlich aus, so dass Karotten oder Beerenflecken gut verschwinden. Wichtig dabei sind die beiden Faktoren: nass und Sonne. Ansonsten kann man, wenn es hartnäckige Flecken sind, gleich nach dem Essen etwas schrubben. Ehrlich gestanden tu ich das nicht, aber wäre noch eine Möglichkeit. Ansonsten finde ich deine Möglichkeit mit Alltagsservietten auch nicht schlecht. Immerhin sind Servietten mit Flecken ja nicht kaputt, sondern erfüllten einfach nur ihren Zweck und haben manch empfindliche Klamotten vor hartnäckigen Flecken geschützt. Kleine Helden .... Eigentlich sind das dann keine fleckigen Lätzchen, sondern Heldenservietten!
Herzliche Grüße und einen guten Rutsch ins neue Jahr, wünsche ich Euch beiden!
Eure Stefanie

Kommentar von Emilia, 23.03.2019 um 12:26 (UTC):
Wir nutzen seit Jahrzehnten, so alt ist das älteste Kind auch schon, ausschließlich Stoffservietten. So kannte ich es von zuhause und habe das auch während der Studentenzeit in den 80ern nicht anders gemacht. Das Ganze zusätzlich garniert mit Tischdecken. Da das Tischformat lang und schmal war, fiel am Rand immer ein Streifen ab, der dann zu Servietten vernäht wurde. Das Muster war so gewählt, dass auch der ein oder andere Fleck nicht auffiel. Provencalische Drucke haben sich als besonders widerstandsfähig erwiesen. Die Servietten und die Tischdecken leben immer noch und werden nach wie vor genutzt. Und die Flecken aus der Kleckerzeit der Kinder sind mittlerweile komplett verschwunden. Man muss nur lange genug warten.

Kommentar von:24.03.2019 um 08:44 (UTC)
zerowaste
zerowaste
Online!

Hallo Emilia,
das stimmt, nach ein paar Jahren sind dann auch hartnäckigsten Flecken rausgewaschen!
Liebe Grüße
Stefanie



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