DIY Zahnpasta

Unser liebstes Zahnpasta Rezept, das Ihr auch als Zahnpulver verwenden könnt:


4 gehäufte TL  Schlämmkreide

3 EL Xylithol (Birkenzucker)

6-8 EL Kokosöl

10 Tropfen Minzöl


Nach drei Jahren und Rumprobieren hat sich dieses als unser liebstes Rezept herausgestellt. Es erinnert uns auch noch sehr an die Zahncremes aus der Tube. Unsere Zahncreme ist ohne Natron.

Anmerkungen:

Zahnpulver
Wenn Ihr nur ein Zahnpulver herstellen wollt, dann lasst einfach das Kokos und Minzöl weg.
Wer gerne einen Minzgeschmack im Pulver haben möchte, kann diese auch mit getrockneter, kleingemörserter Pfefferminze herstellen. Auch andere Kräuter wie Salbei eignen sich und wirken leicht antibakteriell. Die Kräuter bekommt man getrocknet im Unverpackt-Laden (Liste mit Unverpackt-Läden) oder in einem Kräuterladen. Manche Apotheken füllen auch in mitgebrachte Gläser. Auch kann man sich Pfefferminze gut auf der Hausbank ziehen oder wild pflücken und trocknen.

Minzöl
Minzöl sorgt für frischen Atem und wirkt leicht antibakteriell.
Statt Minzöl könnt Ihr auch Nelkenöl o.Ä. verwenden. Kindern ist das oft zu scharf. Es kann gut weggelassen werden. Diese Öle bekommt Ihr in der Apotheke.

3 EL Xylithol (Birkenzucker)
Xylithol schmeckt süß, wie Zucker, kann aber von den Kariesbakterien nicht verstoffwechselt werden. Es wirkt karieshemmend und zahnschmelzaufbauend (vgl. Turkustudien). Bekannt ist Xylith auch als Wirkstoff in Zahnpflegekaugummis.
Birkenzucker bekommt man in Drogerien und Apotheken, meist leider in Plastik, dafür im Großpack. Möglicherweise ist teilen mit Freunden, Bekannten und Verwandten eine Möglichkeit. Ansonsten führen das auch manche Unverpackt-Läden (Liste mit Unverpackt-Läden). Auch online ist es oft zu bekommen, auch in Papier z.B. Hinterauer (Vgl. auch Liste mit Zero Waste Onlineshops).

Schlämmkreide
Schlämmkreide ist in unserem Rezept enthalten, weil es ein gutes und schonendes Schleifmittel ist, um Plaque zu entfernen. Außerdem wirkt es im Mund basisch, was den säureliebenden Kariesbakterienden den Nährboden nimmt.
Schlämmkreide bekommt man auch als Claciumcarbonat zu kaufen. Drogerien, Apotheken, manche Bioläden und Unverpackt-Läden führen sie. In Apotheken und Unverpackt-Läden kann man sie machmal, je nach Geschäft, grammgenau in mitgebrachte Gefäße bringen. Ansonsten kann man sich evtl. etwas größere Packungen auch in der Einkaufsgemeinschaft erstehen und aufteilen. Die Schlämmkreide lässt sich ja auch lagern.
 
Kokosöl
Öl in der Zahncreme? Ja! Das Kokosöl gibt der Zahnpasta die Konsistenz. Außerdem kennt man das Ölziehen auch aus der ganzheitlichen Naturheilkunde zur Stärkung der Mund- und Zahngesundheit. Kokosöl wird dazu gerne verwendet, da es leicht antibakteriell wirken soll.
Wer es lieber regional mag und auf die cremige Konsistenz verzichten würde, kann ohne Probleme auch zum Ölziehen auf Bio-Sonnenblumenöl setzen und mit den trockenen Zutaten als Zahnpulver arbeiten.

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Die letzten Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Christina, 15.10.2017 um 18:08 (UTC):
Wie sieht es denn mit der Abrasivität von Calciumcarbonat aus? Habt Ihr dazu evtl Infos? Danke

Kommentar von:16.10.2017 um 05:12 (UTC)
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Hallo liebe Christina,
die Schlämmkreide zum Zähneputzen ist sehr schonend. Man gibt für die Abrasivität, also die Reinigungs- bzw. Schleifwirkung, einen sogenannten RDA - Wert an. Liegt er unter 60 ist es schonend und gut geeignet für den Zahn. Der Wert für die Schlämmkreide liegt dabei zwischen 40 und 60. Sie ist also schonend und eignet sich sehr gut. Man findet sie übrigens auch ab und an in Zahncremes.
Liebe Grüße Stefanie

Kommentar von Nicole, 17.10.2017 um 09:12 (UTC):
Hallo,
wo hast du denn diese tolle Zahnbürste gekauft?

Kommentar von Christina, 17.10.2017 um 11:32 (UTC):
Danke für die genauen Infos, das ist super!! Vielen lieben Dank Macht weiter so!

Kommentar von:17.10.2017 um 12:23 (UTC)
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@Nicole: ich habe die, glaube ich, auf dem Markt gekauft, da ich annehme, dass das die von der Firma Sidco war. Es gibt die Bambuszahnbürsten auch in unverpackt-Läden oder online unter den Firmennamen wie hydrophil, baumfrei, ecobamboo, redecker oder zerowastelifesyle.
@Christina: gerne doch! Danke Dir!

Kommentar von Nicole, 20.10.2017 um 16:33 (UTC):
Ich bekomme den Birkenzucker in dem Gemisch nicht aufgelöst. Muss ich dazu die Masse erhitzen?

Kommentar von:21.10.2017 um 04:56 (UTC)
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Nein, das musst du nicht. Es ist im Mund in null komma nichts flüssig.
Herzliche Grüße Stefanie

Kommentar von Tanja, 13.11.2017 um 17:02 (UTC):
Hallo, ich möchte diese Zahncreme auch zubereiten. Mein Mann sorgt sich nur dass das Fluorid fehlt. Oder ist das irgendwie vorhanden?

Kommentar von:16.11.2017 um 11:30 (UTC)
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Hallo liebe Tanja,
nein, in dieser Zahnpasta ist kein Fluorid enthalten, dafür aber Birkenzucker (Pentanpentol, auch bekannt als Xylith oder Xylithol). Seit 30 Jahren ist die karieshemmende Wirkung von Xylithol durch Studien belegt. Mehrere Forscher z.B. E.Söderling und K.K.Mäkinen (zum Googeln :-) ) geben immer wieder Forschungen zu diesem Thema heraus. Interessant war z.B. auch eine Studie mit schwangeren Frauen. Diese bekamen entweder Xylithol, Fluorid oder Chlorhexidin. Man verglich nach jeweils einem Jahr immer wieder das Kariesauftreten bei ihren Kindern. Nach zwei Jahren merkte man keinen großen Unterschied. Nach fünf Jahren aber hatten die Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Xylithol bekamen, um 70% weniger Karies als die aus Fluorid- oder Chlorhexidingruppe. Diese Studie ist z.B. aus dem November 2000 und ist nur eine von vielen Studien. Es gibt noch weitere und ist mitunter ein Grund, weshalb man Xylith eben auch in die Zahnpflegekaugummis gibt. Wenn Dein Freund aber trotzdem gerne Fluorid zusätzlich nehmen möchte, würden sich als Zero Waste Alternative auch Denttabs mit Fluorid an bieten. Diese gibt es z.B. in unverpackt-Läden. Unter dem Reiter einkaufen rechts in der Seitenleiste findest Du eine Liste mit Unverpackt-Läden bzw. zero waste - Onlineshops.
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Luise, 29.11.2017 um 14:12 (UTC):
Wieso nutzt ihr Schlämmkreide und nicht Natron? Habe auf einder anderen Seite gesehen, dass Natron einen RDA-Wert von nur 7 haben soll. Trotzdem liest man immer wieder, dass Natron zu sehr abreibt. Ist das nicht erstmal ein Widerspruch?
Ich habe leider empfindliche Zahnhälse und versuche gerade eine sehr schonende Alternative zu finden und bin immer noch am grübeln ob Natron, Schlämmkreide oder doch weiße Tonerde.
Über deine Einschätzungen/Erfahrungen wäre ich dankbar.

Kommentar von:02.12.2017 um 08:26 (UTC)
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Hallo liebe Luise,
wir nehmen Natron aus zwei Gründen nicht her. Der erste ist: als wir es ab und an hergenommen haben, war es ok. Regelmäßig brannte einfach der Mundraum. Wir haben es sehr niedrig dosiert und nicht mal pur hergenommen. Aber bei regelmäßiger Anwendung waren wir echt kein Fan. Bei Schlämmkreide ist das anders. Der zweite Grund: Unser Zahnarzt riet von Natron ab, da er meinte, dass es zu aggressiv sei. Wissenschaftliche Untersuchungen dazu hatte er nicht. Die wären allerdings ganz hilfreich gewesen, denn diese Verwunderung über Natron hatten und haben wir auch. Nachdem es für uns bei längerer Anwendung für das Zahnfleisch zu krass ist, haben wir uns dagegen entschieden und nutzen nun dieses Rezept, Birkenzucker pur und Denttabs zum Zähneputzen. Ich glaube, es gibt da mehrere Probleme. Das Erste ist: ich habe noch keine wissenschaftliche Einschätzung zur Abrasivität von Natron gefunden. Vermutlich liegt es auch an der Größe der Körnung. Aber einen Hersteller, der sein Natron ausdrücklich zum regelmäßigen Zahneputzen anbietet, fand ich bisher auch nicht und somit auch nichts zur Körnung seines Produktes geschweige denn des RDA-Wertes. Auch der RDA-Wert ist ja umstritten und oft nicht aussagekräftig. Noch dazu: schaut man sich den RDA-Wert von herkömmlichen Zahncreme an, dann sind sogar die nicht aufhellenden Sorten über dem empfohlenen Wert. Die Empfehlung meines Zahnarztes war darauf: verschiedene Zahncremes zu nutzen und nicht zu großen Wert darauf zu legen, sondern das Hauptaugenmerkt auf das mechanische Putzen, eine regelmäßige Kontrolle samt professioneller Zahnreinigung. Hilft Dir das etwas? Liebe Grüße Stefanie

Kommentar von Luise, 02.12.2017 um 08:57 (UTC):
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort. Dann werde ich mich jetzt auch mal ans Testen wagen. Denn probieren geht ja über studieren
Liebe Grüße
Luise

Kommentar von Judith, 29.06.2018 um 18:35 (UTC):
Ich kann in meiner Apotheke leichtes als auch schweres Calciumcarbonat bekommen. Welches ist denn jetzt das richtige für meine Zahnpasta?
Vielen Dank im Voraus!

Kommentar von:07.07.2018 um 12:38 (UTC)
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Hallo liebe Judith,
bei meiner Apotheke hat sich die Frage gar nicht gestellt. Die wussten, da ja Zahnpulvermischungen oft daraus bestehen und von ihnen hergestellt werden, welche verwendet werden müssen. Bitte doch Deinen Apotheker das zu bestellen, was sonst auch in Zahnpulvern bzw. -cremes verwendet wird. Ich habe bei einer Chemikerin nachgefragt. Chemisch gesehen ist es das Selbe, es gibt nur die unterschiedliche Dichte an. Das ist wie bei Graphit und Diamant. Chemisch das Selbe, der Unterschied liegt in der Dichte. Mit Graphit kann man dann malen, der Diamant ist hart. Meine laienhafte Mutmaßung ist, dass man vermutlich die geringere Dichte braucht, allerdings obliegt das fachlich einfach dem Apotheker. Es gibt spezielle Schlemmkreide mit !feiner Körnung! speziell zum Zähneputzen von unterschiedlichen Firmen. Das müssten die eigentlich über ihren Computer in den Angaben ersehen können.
Ich hoffe, das hilft zumindest etwas weiter.
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Sofia, 18.09.2018 um 18:54 (UTC):
Hallo, ich möchte diese Zahnpasta selber herstellen Aber wie geht das mit dem Kokosöl, das ist doch beim Zimmertemperatur fest? Wird es durchs Verrühren weicher? Und wie ist dann die fertige Zahnpasta, weich oder dann wieder fest? Haha, sorry für die vielen Fragen

Kommentar von:21.09.2018 um 11:12 (UTC)
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Hallo Sofia,
Fragen sind doch da, um sie zu stellen!
Normalerweise ist das Kokosöl bei Zimmertemperatur zwar fest, aber nicht steinhart und so kannst Du es sehr gut verrühren. Wenn es gar nicht gehen sollte, stell es kurz in die Sonne, auf die Heizung oder erwärm es ein bisschen anderweitig. Aber in der Regel ist das bei Zimmertemperatur eine pastöse Angelegenheit!
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Mirjam, 04.12.2018 um 20:21 (UTC):
Hallo liebe Inspiratorin:)
Ich habe die Zahnpasta nach eurem Rezept gemischt, und alle sind begeistert. Leider ist das Gemisch doch sehr fest, wir kratzen es mit dem Löffel aus dem Glas. Irgendwie unpraktisch. Wie macht Ihr das denn?
Liebe Grüße!

Kommentar von:05.12.2018 um 06:54 (UTC)
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Hallo Mirjam,
Wenn es zu trocken und dadurch zu hart ist, würde ich mehr Kokosöl zugeben. Es kann aber auch an der Raumtemperatur liegen. Je kälter es ist, desto härter ist das Kokosöl. Ein Trick wäre, etwas geschmacksneutrales Öl wie Rapsöl zuzugeben. Das ist bei den Temperaturen flüssig und könnte im Winter die Zahncreme flüssiger machen. Da reichen schon kleine Mengen.
Herzliche Grüße Stefanie



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