Bokashi

Werbung (weil das Produkt auf dem Bild erkennbar ist und im Text und den Kommentaren als Hilfestellung, wo man Zubehör bekommt, erwähnt werden)

07. Oktober +  Update 21.November + März 2015
- ein Erfahrungsbericht
Wir haben nun seit mehr als zwei Wochen unseren Bokashi in Gebrauch. Das ist ein Kompostsystem, in das alle Speisereste dürfen. Und es soll nicht stinken - das versprechen die diversen Hersteller. Den Bokashi-Kompost gibt es in verschiedenen Größen (auch Mülltonnengröße). Alle Behälter sind leider aus Plastik - das kann man wohl nicht vermeiden. Der Behälter wird mit Deckel und Ventil, sowie EM-Fermenten geliefert.
EM - Fermente bestehen aus verschiedenen Bakterien, die ein schnelles und geruchsfreies Zersetzen unterstützen. Damit ist es auch möglich, tierische Produkte abzubauen, wie Fleisch und Sahne.
Da das Bokashi-Kompost-System, um optimal zu funktionieren, moderate Temperaturen benötigt, steht er bei uns in der Küche und ersetzt unsere Kompostschüssel, die wir sonst immer raustragen mussten.
Weil der Bokashi im Haus ist und einen Deckel besitzt, zieht er kein Ungeziefer an.
Wir haben ihn nun zu dreiviertel voll und er stinkt wirklich nicht. Ganz leicht, wenn man die Nase in den Eimer steckt, kann man einen säuerlichen Geruch wahrnehmen. Der ist nicht unangenehm, aber auch kein Parfum. Meilenweit entfernt von ekelhaften Fäulnisgestank ist er aber allemal, da Fäulnis ja durch die Bakterien unterdrückt werden soll. 
Allerdings muss man folgende Vorgehensweise beachten: Wenn man eine gute Schicht Küchenabfälle im Behälter hat, schüttet man dünn eine Lage EM- Ferment darüber. So geht man vor, bis der Eimer voll ist. Somit entsteht keine Fäulnis und der damit verbundene Geruch.
Eine echt praktische Sache bringt der Bokashi - Kompost mit sich: Es entsteht zusätzlich Rohrreiniger oder Flüssigdünger.
Diesen erhält man, wenn man das Ventil unten am Komposteimer öffnet und Flüssigkeit ablässt. Das soll man alle zwei bis vier Tage machen. Diese Flüssigkeit riecht säuerlich, nicht lecker, aber ok. Da wir keine verstopften Rohre, dafür aber hungernde Zimmerpflanzen und Hochbeete haben, haben wir diese Flüssigkeit mit Wasser verdünnt. So kann man sie als Flüssigdünger für die Pflanzen verwenden. Pur könnte es Wurzelteile verätzen. Da meine Balkonblumen eigentlich nie gedüngt wurden, merkte man den Unterschied nach ca. einer Woche deutlich. Sie haben noch mal ordentlich Blüten angesetzt.
So einen Flüssigdünger haben wir vorher in ähnlicherweise übrigens auch schon genutzt. Wenn man seine Kompostabfälle in  einem geschlossenen Behälter für 2-3 Tage sammelt und erst dann raus bringt, entsteht unten ja auch die Flüssigkeit. Die kann man abschütten und zum Düngen verwenden. Verdünnt haben wir damit unsere Erdbeeren gefüttert. Mit so einem Ventil geht es aber zugegebenermaßen besser.
Zurück zum Bokashi: Sobald der Kübel voll ist, muss er zwei Wochen ruhen. Dann ist der "Bokashi", also der fermentierte Kompost entstanden. Dieser ist noch weit entfernt davon Erde zu sein, aber schon ein prima Dünger und nachhaltiger und effektiver Bodenbeleber. Hat man diesen Bokashi gewonnen, wird er mit Erde vermengt oder als Kompoststarter in ein Kompostsystem im Garten gegeben. Dort verrottet der "Bokashi" angeblich innerhalb von sechs Wochen zu Humus.
Wir haben ihn, wie gesagt, erst zu drei Vierteln voll und werden weiter berichten, ob er empfehlenswert ist.
Das, was wir aber bisher mit dem Bokashi erreicht haben, bereichert unseren Haushalt auf jeden Fall!

Was hat Bokashi mit "Zero Waste" zu tun?
Der Bokashi verringert den Restmüll. Speisereste werden zu Kompost.
In die wenigsten Biotonnen, Kompostieranlagen oder Kompostsysteme im Garten dürfen tierische Produkte. In den Bokashi dank der Mikroorganismen schon.
Den Bokashi können auch Menschen verwenden, die keinen Garten haben, denen die Kompostieranlage zu weit entfernt oder zu umständlich ist, deren Gemeinde keine Biotonne anbietet oder deren Mieter und Eigentümer einer Wohnanlage, die einen Kompost ablehnen. Mit dem Bokashi können Sie trotzallem ganz erheblich den Restmüll reduzieren und den Rohstoffzyklus der Natur schließen.
Den Bokashi kann man selbst im Garten, am Balkon oder für Zimmerpflanzen verwenden, verschenken oder gar verkaufen. Weitere Abnehmer sind der Garten besitzende Nachbarn, Freunde und Familie. Falls Sie tatsächlich niemanden kennen sollten, bekommen Sie vielleicht auch Kontakt über Abnehmer bei Gemeinschaftsgärten (Kontakte via Internet, siehe auch Reportage über den Garten der Freude) oder beim Gartenbauverein. Öffentliche Parks eignen sich weniger zur Ablagerung. Man müsste ja ein großes Loch buddeln, in das man den Bokashi einfüllen kann. Dann zudecken. Meist ist ja angepflanzt und ohne ausdrückliche Genehmigung wird es wohl eher Ärger geben. Bevor man ihn sich also zulegt, sollte man wissen, wo man den Bokashi zur vollständigen Vererdung hingibt.
Bokashi gilt ähnlich wirksam wie Terra preta, das schwarze Gold aus Südamerika.

Update 21.11.2014:

Wir haben den Bokashi nun schon drei Mal voll gehabt! Einerseits, weil wir viel frisch essen und wohl auch, weil wir noch nicht optimal verwerten. Daran wollen wir noch arbeiten!
Der Bokashi war nicht vollständig zu Erde zersetzt in den zwei Wochen Ruhezeit. Teilweise waren sogar noch Stücke dabei, die gar nicht verrottet oder ansatzweise fermentiert aussahen. Wir haben es trotzdem in unserem Komposter untergemischt. Nach nicht ganz drei Wochen war nur noch Erde über. Zweiter Nebeneffekt: die restlichen Sachen von unserem Kompost waren auch schneller verrottet und wir haben mehr Regenwürmer.
Den Flüssigdünger haben wir auch benutzt, insbesondere für unsere Erdbeeren in den Balkonkisten und Trögen. Sie tragen jetzt immer noch und haben viele Blüten. Und das im November! Das war die letzten Jahre, meinen wir, nicht so gravierend, obwohl es da teilweise wärmer war.
Aber: Laut Herstellerabgaben soll der Bokashi auch noch keine fertige Erde sein, sondern im Endeffekt fermentiertes organisches Material. Es läuft also alle richtig. Aber einige Stücke sahen noch nicht so sehr fermentiert aus. Ein Grund könnte sein, dass wir ihn in unserem isolierten, aber unbeheizten Keller lagern, sofern er ruhen muss. Dort könnte es den Bakterien zu kalt sein und somit nicht ihre volle Wirkkraft umsetzen. Wir haben nun Platz geschaffen und warten auf das Ergebnis, das in ca. einer Woche zu sehen sein wird.
Ein zweites "aber" sind die EM- Bakterien: wir verwenden ein Konzentrat (immerhin!), das uns jetzt noch einige Zeit hält. Allerdings ist das in der Plastikflasche und das ist Müll. Wenn auch nur wenig anfällt, aber diesen würden wir gerne auch vermeiden. Wir haben in der Region erstaunlicherweise einige Geschäfte, die EM- Produkte führen und das teilweise sogar ausschließlich. Vielleicht kann man dort auffüllen lassen oder jemanden dazu bringen, dies anzubieten. Wir wollen aber auch eine zweite Variante ausprobieren: Molke soll durch die Milchsäurebakterien ähnlich wirken. Vielleicht reicht es ja, wenn wir diese zugeben und einen Teil des fertigen Bokashis mit dazugeben. Die Molke ist ein Abfallprodukt bei der Käseherstellung. Wir haben bei einem Bauern, der diesen herstellt, nachgefragt und kommen nun billig an Molke ran, die wir auch noch in eigene mitgebrachte Gefäße füllen können. Mal sehen, ob das funktioniert.

Update März 2015
Wir geben unseren Bokashi definitiv nicht wieder her! Wir haben nun mangels einer Biotonne (die es in unserem Landkreis nicht gibt) keinen organische Abfall mehr im Restmüll. Also nichts Feuchtes. Unser Abfall ist trocken und deshalb brauchen wir keinen Müllbeutel mehr. Wir bewahren ihn nun in einem Gurkenglas auf.

Unser Restmüll seit dem Jahreswechsel

Wir haben unseren Bokashi auch im Winter auf den Kompost gegeben und dieses mal haben wir erstmals im Frühjahr keinen überquillenden Kompost mehr, bzw. mussten nicht auf unseren zweiten ausweichen. Dank Bokashi ist alles in zwei bis drei Wochen zu grober Komposterde zersetzt. Der zweite Kompost wird nun ein Hochbeet, da wir ihn vermutlich nicht mehr brauchen. Die Zersetzung funktioniert offenbar viel schneller.
Wir hatten ja berichtet, dass der Bokashi manchmal augenscheinlich noch große unfermentierte Stücke aufwies. Diese zerfielen aber auch innerhalb von drei Wochen in der Erde. Trotzdem haben wir wissen wollen, ob ein Temperaturunterschied von ca. 10 Grad etwas ausmachen würde und so lagerten wir den zweiten Eimer bei Zimmertemperatur in der Küche. Nennenswert war das Ergebnis nicht. Er bleibt also weiter im Keller.
Die Mama unserer Familie hat mittlerweile ein EM-Spezialgeschäft in unserer Gegend aufgesucht. Leider haben wir die EM-Bakterien nicht ohne Plastik bekommen. Allerdings zeigte die nette Ladeninhaberin, dass es verschiedene Konzentrate gibt und auch Möglichkeiten diese selbst herzustellen. Allerdings nicht ganz ohne Plastik, aber mit weniger. Wir haben uns nun entschieden ein Konzentrat zu verwenden, das in einem Plastikschlauch mit Karton (von einander trennbar) gelagert wird. Da durch ein Auslassventil keine Luft ran kommt, halten sich die EM-Bakterien viele Monate. Dieses Konzentrat reicht uns mindestens ein Jahr, wenn wir unseren kleinen Garten auch damit bereichern wollen. Ansonsten länger. Das ist ein für uns annehmbarer Kompromiss. Etwas von diesem Konzentrat kommt auf die organische Masse, wenn der Eimer halbvoll und einmal, wenn er voll ist.
Als Zwischenlage nehmen wir mittlerweile kein Ferment mehr her. Noch mal zur Erklärung: nach einer Lage organischem Abfall kommt immer abwechselnd eine Lage Ferment oder man nimmt Pflanzenkohle und gießt due Mikroorganismen drüber. Zeitweise ließen wir uns statt des Ferments nachhaltig produzierte Pflanzenkohle schicken, haben diese aber durch Holzasche aus unserem Kachelofen ersetzt. Hier sind teilweise auch kleine Kohlestückchen drin. In den Zwischenräumen dieser siedeln sich wohl nützliche Bakterien an. Auf jeden Fall klappt das bei uns auch und wir haben uns die Verpackung des Ferments gespart.
Manche Nutzer eines Bokashi - Eimers klagen darüber, dass das Ventil leckt oder gar nicht erst richtig passt beim Zusammenbauen. Wir haben das oben im Bild gezeigte Modell. Bei diesem mussten wir nichts zusammenfügen. Und nach einigen Monaten der Nutzung leckt das Ventil auch nicht. Allerdings ist es auch ein Drehventil, das manche anderen Modelle nicht haben.

Update 2018: In unserer Region hat sich mittlerweile ein Pferdehof dazu berufen gefühlt, Bokashierde mit Pferdemist sogar lose zu verkaufen und sogar mit Pflanzenkohle und die Flüssigkeit mit den EM-Bakterien im Angebot. Jetzt ist es echt leicht, das in meiner Region ziemlich müllfrei hinzubekommen. Allerdings: Die Deckel haben bis auf eine Ausnahme nach nicht mal ganz zwei Jahren Risse gehabt und zwar an der Stelle, wo sie geöffnet werden. Da liegt ein Schwachpunkt.

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Die letzten Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von:01.07.2017 um 05:54 (UTC)
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Hallo Renate,
ja, das geht, wenn du regelmäßig zapfst.:)
Liebe Grüße Stefanie

Kommentar von Bettina, 12.09.2017 um 20:36 (UTC):
Lasst Ihr den "Plattdrücker" einfach oben im Eimer liegen, oder wascht Ihr den jedes Mal ab und legt ihn raus? Sollte doch OK sein, ihn drin liegen zu lassen, oder?

Kommentar von Izabella, 13.09.2017 um 08:40 (UTC):
Hallo!
Ich benutze meine 2 Bokashi Eimer jetzt seit mehreren Monaten und bin wirklich begeistert! Wir haben unseren Garten neu angelegt und ich habe schon an vielen Stellen das Bokashi vergraben. Ebenfalls habe ich mit dem Saft (50 ml auf 10 Liter Wasser) regelmäßig den Garten gegossen und auch unsere Pflanzen und Bäume besprüht. Seitdem sind die Blattläuse weg!
In diesem Artikel habe ich auf meinem (sehr jungen) Blog zusammengefasst, was man in den Kompost und Bokashi-Eimer werfen kann:
https://haus-und-beet.de/was-gehoert-in-den-kompost/
Habt ihr noch Ergänzungen für mich oder Korrekturen?
Ich würde mich über Feedback freuen!
Liebe Grüße, Izabella

Kommentar von:18.09.2017 um 06:37 (UTC)
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@Bettina: Gute Frage! Ich persönlich wasche ihn zwar immer ab wegen der Bakterien und Pilze, aber eigentlich wäscht man sich ja danach eh die Hände, so dass es wohl nicht hygienischer sein wird, den Plattdrücker jedes Mal abzuwaschen und dann eh nochmal die Hände zu waschen. Wahrscheinlich ist das Abwaschen nach jeder Benutzung eher nicht nötig . Liebe Grüße Stefanie

Kommentar von Hallo Ihr Lieben, , 24.10.2017 um 15:32 (UTC):
Ich befülle gerade meinen ersten Bokashi Eimer, da Die Temperatuen drausen Ja schon nicht mehr so warm ist, wollte Ich nochmal nachfragen ob ich den fertigen Bokashi Dann wirklich auch im Winter Auf den Kompost geben Kann.
Außerdem ist es Ein Problem wenn das Material davor noch nicht zur Erde geworden ist und muss der Kompost Dann auch wieder verdichtet werden?
Würde mich total über eine Antwort freuen.
LG Vroni

Kommentar von:26.10.2017 um 06:39 (UTC)
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Hallo liebe Vroni,
ja, Du kannst die Sachen auch im Winter auf den Kompost geben. Er dienst sozusagen als Kompoststarter. Klar, die Bakterien arbeiten weniger im Winter, aber es wird trotzdem etwas umgesetzt. Wenn Du willst, kannst Du es auch ein bisschen unterheben, ist aber nicht zwingend nötig. Ich gebe gerne noch etwas Schicht Erde darüber, da ich finde, dass es dann noch schneller geht. Ist aber nicht zwingend notwendig. Wenn der Boden auch noch offen ist, kannst Du im Spätherbst gut und gerne auch Rillen in deinen Beeten ziehen und den Bokashi dahineingeben und wieder abdecken. Im Frühjahr stehen dann die Nährstoffe bereit und die Regenwürmer hatten etwas zu tun.
Und dass der Bokashi noch keine Erde geworden ist, ist ganz klar. Der Bokashi fermentiert. Der Kompost entsteht erst mit Erdkontakt, dafür sehr schnell. Fermentiert bedeutet letztendlich, dass deine Abfälle mit hilfreichen Bakterien, wie z.B. Essig- und Milchsäurebakterien angereichert wurde. Dadurch verschiebt sich das Ganze in ein etwas saureres Milleu. Darin können die Bakterien besonders gut und effektiv arbeiten. Mit dem Bokashi werden sie im Endeffekt auch vermehrt. So funktioniert das kompostieren sehr gut, da die fleißigen Bakterien nun an die Arbeit gehen und das Bodenleben aktivieren. Diese Bakterien sind z.B. auch wichtig für das Wurzelwachstum.
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Andreas (Thüringen), 31.10.2017 um 17:44 (UTC):
Wieviel mal? kann man Zimmerpflanzen mit Bokashi saft dünngen.

Kommentar von:04.11.2017 um 19:43 (UTC)
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@Andreas Du kannst immer damit statt mit Flüssigdünger düngen.
LIebe Grüße Stefanie

Kommentar von Andreas (Thüringen), 05.11.2017 um 18:36 (UTC):
Danke
Lg. aus Thüringen

Kommentar von Stadtkind, 08.11.2017 um 10:21 (UTC):
Hallo,
Nach dem Lesen des Beitrages hätte ich nun auch gerne einen Bokashi. Ich habe allerdings keinen Garten sondern nur einen kleinen Balkon. Dort Pflanze ich jedes Jahr auch bisschen Gemüse an. Ich habe Angst, dass ich das ganze Bokashi-Material nicht verarbeiten kann. Ist ja alles viel leichter mit einem richtigen Komposthaufen. Wie lange benötigt die Kompostierung des Bokashimaterials auf dem Balkon? Ist das auch auf dem Balkon möglich oder habe ich dann bald nur noch Kübel zur Kompostierung und kein Platz mehr für Pflanzen?
Wäre sehr dankbar für Tipps

Kommentar von:10.11.2017 um 10:15 (UTC)
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Hallo Stadtkind,
ob Du das alles verarbeiten kannst, hängt natürlich davon ab, wieviel Kompostgut du dann hast. Also für wieviel Personen und ob man oft und viel frisch kocht. Für uns fünf Personen wäre ein Balkon definitiv zu klein. Und es kommt auch darauf an, was Du da anbaust. Wenn du die Pflanzen nicht stören solltest, dann ist es ja eher schlecht, da Rillen oder Ähnliches in die Erde zu ziehen und den Bokashi da hinein zu geben. Wenn Du aber Gemüse hast und immer mal wieder aberntest und neu bestückst z.B. Tomaten, dann kannst Du in einen großen Topf natürlich unten den Bokashi geben, ob gut Erde drauf und dann sollte nach acht Wochen, je nach Größe deiner zu kompostierenden Stücke Kompost daraus geworden sein. Im Winter geht es etwas im Topf langsamer, da die Bakterien wärmere Temperaturen bevorzugen. Man kann den Bokashi angeblich sogar trocknen, falls es mal zu viel sein sollte. Das habe ich allerdings noch nicht gemacht. Und manche lagern das auch in einem Müllsack im Winter bis sie es verwenden. Habe ich auch noch nicht gemacht.
Aber auch wenn Du es nicht gleich komplett verwenden kannst, kannst Du den Bokashi auch länger ruhen lassen, bis du Verwendung hast.
Kommst Du aus meiner Nähe? Sonst könnte ich Dir mal einen Eimer leihen und du schaust mal, wie schnell du ihn befüllen und wieviel du verwenden würdest?
Eine weitere Option wäre sonst eine Kompostierungs- Biogasanlage. Die nehmen den Bokashi auch an. Oder Bekannte mit Garten (Bokashi ist auch Kompoststarter) oder Gartenbauverein.
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Jutta, 09.12.2017 um 11:12 (UTC):
ich setze küchen-bokashi in selbst gefertigten Eimern an. einen teil möchte ich für die balkonpflanzen verwenden bzw. diese aufzuwerten um nicht ständig neue erde zu kaufen. wenn der bokashi fertig fermentiert ist habe ich vor einen teil der alten erde mit bokashi zu vermischen und so reifen zu lassen.
der übrige bokashi kommt dann in den garten-Kompost. die sickerflüssigkeit wollte ich verwenden um den unkrauthaufen im garten zu giessen oder "züchte" ich mir damit Unkraut?
sind meine gedankengänge so richtig?
liebe grüsse
jutta

Kommentar von Ötzi, 30.12.2017 um 12:45 (UTC):
Haben Sie die Molke an sich auch schon als EM-Alternative versucht und wenn ja mit welchem Resultat? Danke fÃŒr die Erfahrungen bisher!

Kommentar von:30.12.2017 um 20:47 (UTC)
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Ja, das haben wir. Wir haben Molke mit Aktivkohle verwendet. Noch besser mit etwas angesetzter Hefe. Gerade, wenn die Temperaturen nicht so warm sind, waren die Hefebakterien meiner Meinung nach noch wichtig.
Liebe Grüße Stefanie

Kommentar von David, 06.01.2018 um 19:19 (UTC):
Liebe Stefanie,

ich hatte genauso wie du Schwierigkeiten einen speziellen Bokashi-Eimer zu finden der nicht aus Plastik ist.

Nach längerer Recherche stieß ich dann auf einen Gärtopf, der typischerweise für Sauerkraut fermentieren verwendet wird.

Luftdicht ist der Tontopf durch eine Rille im Deckelaufsatz, in die Wasser gefüllt wird.

Es gibt keinen Hahn wie beim typischen Bokashi-Eimer. Also hatte ich die Befüruchtung, dass die entstehende Flüssigkeit Probleme verursachen könnte. Die Lösung fand ich in dem Bokashi-Buch "Better Bokashi, better earth" oder so ähnlich.

Herstellung von Bokashi geht auch ohne Abfließen lassen der Flüssigkeit: eine Schicht feines Trockenmaterial, z.B: Sägemehl unten reinfüllen.

Ich war sehr gespannt, ob das tatsächlich so funktionieren würde mit Tontopf und Sägemehl-Schicht im Boden. Das Ergebnis sah gut aus und roch säuerlich, absolut nicht verfault. Im Sägemehl war auch nicht übermäßig viel Flüssigkeit. Liegt vielleicht daran, dass ich auch immer Pflanzenkohle und Urgesteinsmehl dazu tat.

Das einzige Manko: es war ein wenig unhandlich, da die Öffnung des Tontopfes recht klein ist. Ich habe zum Glück bereits eine Idee was dieses Problem lösen könnte und werde es beim nächsten Durchgang ausprobieren.

Liebe Grüße David

Kommentar von:06.01.2018 um 19:30 (UTC)
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Lieber David,
Das klingt ja mal richtig toll. Magst du mir vll ein Foto an zerowastefamilie@gmx.net schicken. Das wäre super. Meine Schwester ist Töpferin. Die könnte den ja vll verbessern. Liebe Grüße Stefanie

Kommentar von Laubenpieper, 08.02.2018 um 16:07 (UTC):
Hallo, ich habe nun seit 3 Wochen auch einen Bokashi und bei mir bildet sich gar keine Flüssigkeit. Ich habe das trockene Ferment. Mache ich was falsch oder bin ich einfach zu ungeduldig????

Kommentar von:08.02.2018 um 18:34 (UTC)
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@Laubenpieper: Das kann schon normal sein, wenn dein Kompostgut nicht viel Flüssigkeit hat. Das Ferment saugt ja viel auf. Auf jeden Fall gut andrücken und solange unten nichts verstopft ist, ist alles gut. :-)
Liebe Grüße Stefanie

Kommentar von Jusche, 06.04.2018 um 09:48 (UTC):
Ich habe seit 3 Monaten 2 Bokashieimer, die ich eigentlich abwechselnd befüllen wollte. In den ersten habe ich alle Bioabfälle reingetan, auch verschimmeltes und angematschtes Obst, auf jede Lage immer ein bißchen Fermentierpulver. Es bildete sich auch Flüssigkeit, die aber ziemlich eklig roch, und leider hat mit der Zeit alles angefangen wie Kotze zu stinken. Ich dachte, dass beim Nachfüllen immer wieder Luft drangekommen ist und das vielleicht der Grund sein kann, weil Bokashi funktioniert doch anaerob. Ich habe also den Eimer bis oben befüllt, alles schön verdichtet und den Eimer dann 3 Wochen geschlossen gehalten und immer wieder die Flüssigkeit abgelassen. Die hat immer schlimmer nach Kotze gestunken, mir wurde fast schlecht. Jetzt habe ich den Eimer geöffnet und auf den Komposthaufen geleert. Es war gar nichts fermentiert. Sogar unten im Eimer war alles noch gut erkennbar und eigentlich unverändert, bis auf den Gestank. Der ganze Garten stinkt jetzt ekelhaft, ich hab das Zeug jetzt mit Gartenschnitt usw. zugedeckt und hoffe, der Geruch vergeht bald.

Was habe ich falsch gemacht????

Kommentar von:06.04.2018 um 18:51 (UTC)
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Hallo Jusche,
das klingt für mich sehr nach zu nass. Im Endeffekt sollte das eine relativ trockene Geschichte sein, deshalb das Ferment und das ausdrücken und Entfernen der Flüssigkeit. Es kann also sein, dass Du zu wenig Ferment genommen hast, zu wenig angedrückt hast bzw. die Lagen zu groß sind, was wieder zur Folge hat, dass es zu wenig Ferment ist und das ganze fault.
Liebe Grüße Stefanie

Kommentar von Vanessa, 13.04.2018 um 10:58 (UTC):
Hallo!
Ich habe mir nun mit meinem Freund und seinen Eltern, mit denen wir uns einen großen Garten teilen, zwei Bokashi-Eimer bestellt, die wir mit unseren Küchenabfällen befüllen wollen. Ich bin total begeistert davon, dass ich dort dann auch tierische Abfälle entsorgen kann, da es mir jedes Mal im Herzen weh tut, wenn ich z.B. die letzte Scheibe Wurst oder Käse, die in der Dose zurück bleibt oder Essensreste in den Restmüll geben muss. Leider ist das durch unser stressiges und spontanes Leben, auch mit größter Planungsmühe, nicht zu vermeiden Außerdem tendiert die Schwiegermama natürlich dazu, viiieel zu viiieeel für die Familienfeste zu kochen, damit auch ja alle satt werden:D
Ich möchte nun natürlich so viel wie möglich in den Bokashi geben, um Restmüll zu reduzieren.
Deshalb: Wie steht es um (natürlich ungebleichtes) Küchenpapier, Wattestäbchen mit Holzstab, Zahnstocher und andere Wegwerfartikel (die ich gerade Schritt für Schritt reduziere)? Kann ich das auch in den Bokashi geben - ist ja organisch...?

Viele Grüße,
Vanessa

Kommentar von Andrea, 16.04.2018 um 09:39 (UTC):
Nach knapp 2 Wochen ist mein erster Bokashi Eimer dreiviertel voll. Es riecht leicht säuerlich, wenn man den Deckel öffnet, erinnert etwas Sauerkraut. Bisher hat sich aber noch keine Flüssigkeit gebildet. Wir haben die Eimer im Keller, vielleicht ist es dort zu kühl?

Kommentar von:16.04.2018 um 18:56 (UTC)
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Hallo Andrea,
der Geruch passt :-). Wenn Ihr keinen Eiskeller habt :-), dann kann das ganz normal sein, wenn der Bokashi korrekt zusammengesetzt (also mit Ablaufsieb) wurde. Das Substrat saugt einiges auf und wenn man nicht allzu viel Feuchtes, sondern eher Kartoffelschalen etc. drauf gibt, kann das schon mal dauern. Drückt einfach weiterhin gut an, dann wird sich mit der Zeit schon etwas Flüssigkeit bilden.
Herzliche Grüße Stefanie

Kommentar von Steffen, 17.05.2018 um 09:37 (UTC):
Hallo zusammen!
Vielen Dank für die Mühe, die Erfahrungen weiter fort zuschreiben! Weiter so!

Kommentar von Tamara, 25.05.2018 um 09:31 (UTC):
Hallo!
Auch mein erster Bokashieimer ist mittlerweile voll und gibt jede Menge Saft ab - so viel, dass ich ihn nicht täglich verbrauchen kann. Nach einer Weile bildet sich auf dem abgelassenen Saft ein weißer Belag - kann ich dann trotzdem meine Pflanzen damit gießen?
Toller Beitrag, er hat mir sehr bei meinem ersten Versuch geholfen!

Kommentar von:25.05.2018 um 10:10 (UTC)
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Hallo Tamara,
das geht. In der Regel sind das die unbedenkliche Pilzbakterien, die auch deinen Erdboden beleben. Ich verwende es dann auch weiter .
Danke übrigens für Dein Feedback! Freut mich immer sehr zu hören, wenn es bei Euch funktioniert hat oder weitergebracht hat, denn dafür schreibe ich ja .
Herzliche Grüße
Stefanie

Kommentar von Vanessa, 28.05.2018 um 12:14 (UTC):
Hallo!
Ich melde mich noch einmal, da unser erster Bokashi-Eimer inzwischen auch fast voll ist Zu zweit hat das ziemlich lange gedauert, aber es scheint zu funktionieren - es stinkt wirklich nicht und es kommt inzwischen der säuerlich riechende Saft heraus!
Nun stellt sich mir eine Frage: Hat schon einmal jemand ausprobiert, anstatt des EM-Aktiv für den zweiten Eimer den Bokashi-Saft vom alten Eimer zu verwenden? Kann das funktionieren? Ich würde mir gerne die ganzen Zusatzstoffe sparen, die man ja sonst extra besorgen muss.
Viele Grüße,
Vanessa

Kommentar von:28.05.2018 um 19:16 (UTC)
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Hallo liebe Vanessa,
das kann schon funktionieren, gerade dann, wenn Ihr etwas länger braucht ihn zu befüllen.
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von galoiv, 03.08.2018 um 17:35 (UTC):
Hallo! Bin jetzt auch beim BokashiClub.... Ein Tipp, dem ich beim vielen Recherchieren aufgeschnappt habe: Ich da ich den "Saft" unbedingt zum Düngen wollte (bis zu 100-fach verdünnt z.B. auf die Kartoffeln) sprüh bei jedem Nachfüllen oben auf das Trockenferment etwas Brottrunk (Kanne's) drauf. Ist ja auch milchsauer. Und Rasen-Bokashi will ich in einer großen Tonne auch versuchen....?! Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Kommentar von:04.08.2018 um 04:11 (UTC)
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Hallo Galoiv,
Rasenbokashi klingt auch spannend. Ich kenne das zwar nicht in der Tonne, aber in etwas abgewandelter Form. So hat man damals bei meiner Reportage im "Garten der Freude" den Grasabschnitt unter Obstbäume, Himbeeren oder Flachwurzler gegeben. Das sorgt einerseits dafür, dass weniger gegossen werden muss, andererseits finden hier auch einige Tiere Lebensraum und die Regenwürmer, die ja auch wertvollen Humus machen, haben etwas zu tun. Damit das ganze nicht gammelt, hat man den Grasabschnitt mit Pflanzenkohle vermengt und eben diese Mikroorganismen darauf gegeben. Das hat auch hervorragend mit der Molke funktioniert, die als Abfallprodukt kostenfrei von einer Molkerei bezogen wurde.
Liebe Grüße Stefanie

Kommentar von Hummelauge, 21.09.2018 um 22:19 (UTC):
Ein fröhliches Hallo,
Seit einer Woche habe ich auch einen Bokashi-Eimer. Bei mir hebt sich der Deckel an. Da entsteht irgendein Gas im Eimer. Ist das normal? Ich drück dann auf den Deckel, das Gas entweicht und ich schließe den Deckel wieder fest. Aber nach einigen Stunden genau das gleiche Bild. Der Deckel wölbt sich nach oben... Kann mir bitte jemand helfen? Was läuft da schief? Oder ist das normal?
Liebe Grüße und schon mal Danke
Hummelauge

Kommentar von:27.09.2018 um 06:59 (UTC)
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Hallo Hummelauge,
ich nehme an, dass das Kohlendioxid sein wird. Das entsteht und ist normal. So stark, dass sich der Deckeln angehoben hat, hatten wir allerdings noch nicht. Das wäre aber ein Zeichen dafür, dass die Fermentation noch nicht ausgereift ist. Aber in diesem Maße, kenne ich es aus eigener Erfahrung zumindest nicht. Ansonsten schau mal, ob Dein Fermentationsgut auch ausreichend trocken ist. Ansonsten andrücken, Saft ablassen oder etwas mehr Ferment oder Pflanzenkohle untermengen. Gib gerne Bescheid, ob das etwas geholfen hat.
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Lisa, 27.09.2018 um 20:39 (UTC):
Hallo ihr fleißigen...
Was denkt ihr, wie viele Eimer bräuchte ich in etwa für eine 4-köpfige Familie die regelmäßig kocht?
Danke und liebe Grüße. Lisa

Kommentar von:01.10.2018 um 06:19 (UTC)
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Hallo liebe Lisa,
das kommt natürlich auch darauf an, wieviel Ihr wegwerft . Ich würde erst mal mit drei anfangen und denke auch, dass man damit hinkommen könnte.
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Brigitte , 02.10.2018 um 10:35 (UTC):
Hallo, ich finde das so eine tolle Sache, dass ich mir jetzt auch einen Eimer zugelegt habe.
Reicht es, wenn ich Trockenbikashi drauf gebe, das schon mit EM geimpft ist? Oder sollte ich trotzdem EM draufsprühen? Und ich hab irgendwo gelesen, dass man einen Sandsack drauflegen soll. Ist das nötig? Und hat jemand Erfahrungen mit Bokashi und Katzenstreu?
Vielen Dank, dass ihr hier so viel daze geschrieben habt. Hat mir beim Abwägen geholfen.

Kommentar von:08.10.2018 um 08:28 (UTC)
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Hallo liebe Brigitte,
damit sollte es auch klappen. Ist das aber nicht sehr teuer?
Einen Sandsack brauchst Du nicht darauflegen.
Mit Katzenstreu an sich habe ich keine Erfahrung, mit Meerschweinchen dagegen schon. Das klappt. Es gibt übrigens auch Händler, die Pferdemistbokashi verkaufen. Ich denke deshalb nicht, dass etwas dagegen spricht, wenn Du es mit Katzenstreu probierst.
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Angelika, 29.10.2018 um 16:10 (UTC):
Hallo, ich habe meine Bokashi-Eimer seit Pfingsten. Da ich allein lebe und nicht regelmäßig koche, dauert es etwa zwei Monate, bis ein Eimer voll ist. (Faule oder schimmelige Sachen tue ich auf den Rat eines Experten nicht hinein, die kommen in den Normalen Biomüll.) Gerade habe ich meinen zweiten Eimer in das heimlich im Hinterhof gegrabene Loch vergraben. (Die Mitbewohner hatten Angst vor Ratten und Gerüchen. War aber unbegründet.) Das Bokashi vom August war komplett zu Erde geworden! SUPER! Wie ich das mit den nächsten Eimern dann im Winter mache, wenn der Boden vielleicht gefroren ist, weiß ich noch nicht. Bei meinem ersten Eimer hatte ich viel zuviel Wasser reingetan, der stank unerträglich nach Buttersäure. Jetzt mache ich es nur leicht feucht, sprühe es mit verdünntem EM an und es riecht nicht mehr unangenehm. Ein Terra-Preta-Experte empfahl übrigens, wie bei einem Herrmann-Teig immer etwas vom alten Bokashi in das neue zu nehmen. Da sind dann alle Bakterien drin, die man braucht. Ich freue mich, im Frühjahr meinen wunderbaren Kompost einsetzen zu können.

Kommentar von:05.11.2018 um 07:24 (UTC)
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Hallo Angelika,
es ist immer wichtig, den Bokashi relativ trocken zu halten, damit es nicht zu einer stinkenden Gärung kommt. Wenn die Erde gefroren ist, hast Du noch ein paar Möglichkeiten. Natürlich kannst Du es zur Kompostierungsanlage bringen oder Freunden als Kompoststarter weiterzugeben. Aber es gäbe auch die Möglichkeit den Bokashi in einen großen Tontopf zu geben und damit umgedreht auf den Boden zu stellen. Dann wird das Ganze zersetzt.
Liebe Grüße Stefanie

Kommentar von Alexandra, 06.01.2019 um 13:16 (UTC):
Hallo, habt Ihr das schon einmal das ganze mit Hefe oder Sauerkraut statt EM ausprobiert?

Kommentar von Vanessa, 07.01.2019 um 16:03 (UTC):
Hallo,
ich melde mich auch nochmal nach einer Weile mit unserem Bokashi-Update:
Wir haben zu zweit im letzten Jahr gerade einmal zwei Eimer voll bekommen, da wir unter der Woche nicht kochen. Den ersten Eimer haben wir nach recht langer Reifung (wir haben gewartet, bis der zweite voll war und wir den ersten wieder in der Wohnung benötigten), im November ausgebracht und zwar mit Erde gemischt in umgekehrt auf den Boden gestellte Tontöpfe. Der trockene Bokashi war da gut durchfermentiert und das meiste war nicht mehr zu identifizieren. Teilweise waren auch schwarze, krümelige Bestandtteile drin, die ich entweder Kaffeesatz zuordnen würde oder anderen kleinen Resten, die schon sehr weit zersetzt waren. Gerochen hat es sehr säuerlich, was mich nicht stört. Mein Freund und seine Mutter empfanden es als extrem unangenehm, aber die sind auch empfindlich Tausendmal besser als Verfaultes aber auf jeden Fall!
Wir gehen so vor, dass wir immer eine mittelgroße Tupperschüssel voll Bokashi-Müll nach und nach befüllen und im Kühlschrank aufbewahren (Tee und Kaffee vorher gut trocknen lassen), bis wir das Zeug in den richtigen Bokashi-Eimer geben. Stefanie hat ja schon bemängelt, dass die Deckel recht schnell kaputt gehen und diesen Eindruck hatten wir auch bereits, als wir die Eimer gekauft hatten. Deshalb haben wir uns dazu entschieden, die so selten wie möglich zu öffnen. Auf diese Schicht geben wir seit dem zweiten Eimer nur den Bokashi-Saft drauf, den wir vorher beim ersten Eimer abgezapft und in Schraubgläsern aufbewahrt haben. Bisher hat sich weder Geruch, noch Aussehen davon verändert und deswegen benutzen wir das weiterhin. Auch der zweite Eimer hat so funktioniert und nicht angefangen zu gammeln. Ich gehe also davon aus, dass man den Eimer so "Hermann"-ähnlich betreiben kann und bestimmt auch Sauerkraut oder Hefe funktioniert. Das Wichtigste ist, denke ich, dass so wenig wie möglich Sauerstoff rankommt, nix Schimmeliges rein kommt und alles einigermaßen klein geschnippelt wird.

So, das war lang
Grüße!

Kommentar von:12.01.2019 um 06:05 (UTC)
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@Alexandra: Sauerkraut habe ich noch nicht ausprobiert oder Sauerkrautsaft etc. Allerdings nutze ich Hefe, um einen Kompost zu starten. Das klappt sehr gut. Der Kompost gewinnt sofort an Wärme und zersetzt besser.
@Vanessa: Ja, das war lang, aber sehr informativ! Danke, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, hier alles zu schreiben, dann können auch andere von den Erfahrungswerten profitieren!!! *Daumenhoch*
Liebe Grüße an Euch beide!
Stefanie

Kommentar von Marietta, 18.03.2019 um 12:48 (UTC):
Hallo, ich befasse mich ganz frisch mit dem Thema Bokashi. Kann man auch gekochte Speisereste hinein geben?
(Ich habe in einem Artikel gelesen, daß das nicht geht). Und wie sieht es mit Milchprodukten, Eierschalen und zerkleinerten Knochen aus?
Es wäre sehr nett, wenn mir jemand helfen könnte.

Kommentar von:19.03.2019 um 06:55 (UTC)
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Hallo Marietta,
du kannst schon in einem gewissen Maßen gekochte Speisen hineingeben. Da ist eben der Salzgehalt ausschlaggebend. Bei gekochten Speisen, bei denen Fleisch dabei ist, wäre ich vorsichtig. Das funktioniert zwar, ist aber ähnlich wie bei Knochen: das kann Tiere wie Ratten anziehen. Kann, muss nicht. Knochen brauchen zudem übrigens sehr lange zum Zersetzen, wenn sie klein gehäckselt sind, geht es natürlich schneller. Aber Fleisch und Knochen, würde ich, wenn ich es hätte, lieber zum Wertstoffhof bringen. Die müssen mittlerweile kostenlos eine Tonne anbieten, in die man solche Sachen geben kann und stellen dafür auch kostenlos Papiertüten, denn da müssen sie rein. Wenn das umständlich erscheint, weil man häufiger Fleisch- und Knochenreste hat und nicht sofort zum Wertstoffhof kommt: Dann kann man diese einfrieren bis man die Möglichkeit hat, sie abzugeben.
Zu Milchprodukten: die dürfen gerne rein. Viele arbeiten sogar mit Molke, um Terra Preta herzustellen. Schau mal unter Garten und meinem Artikel zur Verwahrlosungskultur. Da findest Du auch etwas dazu. Eierschalen können auch zerkleinert hinein.
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Marietta, 20.03.2019 um 12:42 (UTC):
Vielen Dank für die schnelle Antwort.
Schönen Tag noch und liebe Grüße, Marietta

Kommentar von Sven, 16.08.2019 um 22:51 (UTC):
Hallo liebe Bokashi-Gemeinde, bin seit diesem Jahr auch dabei, da ich mir einen Garten zugelegt habe. Bis jetzt hatte ich nur die Küchenabfälle fermentiert nach der Beschreibung vom Gartengemüsekiosk mit EM, Kohle und Gesteinsmehl. Hat super funktioniert. War extrem sauer, PH unter 3 und teilweise an Heidelbeeren und Rhododendron verteilt, einen Teil bekam der Nachbar für deine Hortensien, der Rest kam auf dem Kompost, da ging dann auch richtig die Post ab. Nun habe ich ein größeres Projekt mit einem 50l-Kübel wegen dem vielen Fallobst, mal sehen was daraus wird, bin sehr gespannt. Hab auch Bilder gemacht falls es jemand intressiert. Die günstigste EM hab ich bis jetzt bei Tria-Terra gefunden. Und die Pflanzenkohle hab ich mir diesmal selber klein gemacht aus Buchenholzkohle 3kg = 9 Liter, lohnt sich aber nur wenn man wirklich günstig da ran kommt. Die Arbeit sollte man nicht unterschätzen.
LG Sven

Kommentar von Klara, 24.08.2019 um 21:38 (UTC):
Hallo, Molke und angesetze Hefe als Em- Ersatz ist ja möglich, wie ich rausgelsen habe. Wieviel Hefe auf wieviel Molke soll ich ansetzten? Wie lange ist das haltbar? Oder muss ich die Hefe mit der Molke immer frisch ansetzten bei jeder Befüllung? Muss es auch Aktivkohle sein, oder geht auch normale Holzkohle? Vielen Dank für deine Rückantwort. LG Klara

Kommentar von:26.08.2019 um 12:09 (UTC)
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Hallo Klara,
Du kannst normale Pflanzenkohle nehmen. Der Effekt ist, dass sie gut die Feuchtigkeit aufnimmt. Das ist wichtig, damit keine Gerüche entstehen. In den Hohlräumen der Kohle siedeln sich zudem die Bakterien an. Was ich nun oft gemacht habe, ist, dass ich pro Lage Kompostgut, eine Lage Holzkohle darauf gegeben habe. Wenn Brot oder vielleicht etwas Joghurt mal dabei war, dann hat es keinen großen Unterschied gemacht, ob ich EM dazu gegeben habe oder nicht. Hauptsache es war trocken. Erst ab der Hälfte und als er voll war, habe ich etwas drauf gegeben, damit es schneller geht und sich Bakterien nicht erst stark vermehren müssen. Molke brauchst Du nur einen kleinen Schuss, das Gleiche bei Hefe. Das vermehrt sich gut bei Zimmertemperatur. Nur mal als Hausnummer: Als Kompoststarter gibt man auf eine 10l Liter Gießkanne 2 EL Trockenhefe in warmes Wasser und lässt es 2-3 Stunden ziehen. Das reicht für einen ganzen Kompost als Starter .
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Yvonne, 21.09.2019 um 09:20 (UTC):
Ich möchte mich sehr herzlich bei allen bedanken (und besonders bei Stafanie), die diesen tollen Informationskanal befüllen und so viele Tipps geben. Ich habe vor vier Wochen gestartet (wegen dieser Seite ) und bin begeistert. Bei mir klappt alles. Ich werde nun versuchen, den Saft als EM zu verwenden (ich habe genug) und als Trockeneinlage Kleintierstreu. Ich werde berichten ob es klappt. Nochmals vielen lieben Dank für diesen Kanal!

Kommentar von JoNoMeMaPa , 30.09.2019 um 15:19 (UTC):
Hallo zusammen,
Wir würden uns gern einen Bokashi anschaffen. Jetzt hat mein Mann Brdenken, dass es Ratten anlockt, wenn wir das Bokashi nach 2 - 3 Wochen Reifung auf den Kompost geben. Eigentlich würden wir schon gern alle Küchenabfälle reingehen. Gemüsereste, Eierschalen, Kaffeesatz gebe ich ja eh schon auf den Kompost.

Und was meint ihr mit Pflanzenkohle? Wenn man nur Holz im Ofen verbrennt, könnte man das als Trockeneinlage nehmen?
Vielen Dank

Kommentar von:01.10.2019 um 06:08 (UTC)
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@JoNoMeMaPa
Ich kann die Bedenken Deines Mannes gut verstehen, erstrecht, wenn man in einer Gegend wohnt, bei der die Ratten eine Plage geworden sind. Generell kann ein Kompost grundsätzlich viele Tiere und auch Ratten anziehen. Es gibt aber auch Komposter, die das Eindringen von Ratten verhindern, wie die Gitterkomposter, die an allen Seiten, auch unten, ein Gitter haben. Damit kann man ungebetene Besucher abhalten und trotzdem kompostieren. Die zweite Version wäre, den Bokashi als Sammler für Küchenabfälle zu nutzen und dann zum Wertstoffhof zu bringen, so dass man nur alle 3 Wochen dort hinmuss statt alle zwei Tage.
Zur Pflanzenkohle: die Pflanzenkohle hat im Gegensatz zur Asche viele kleine Poren, in der sich die Mikroorganismen einlagern und ggfs. vermehren können. Trotzdem kann man die Asche als Trockeneinlage verwenden und teilweise befinden sich darin auch Kohlestücke. Effektiver funktioniert es meiner Meinung nach mit Kohle, erstrecht, was die Wasserspeicherung der Erde hinterher angeht. Aber zum grundsätzliche Gebrauch ist es möglich, allerdings braucht man auch deutlich mehr davon. Ich hoffe, das hilft dir weiter?
Liebe Grüße
Stefanie



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