Bienenwachstuch statt Frischhaltefolie

und wie man sie schnell selbst macht

Bei diesem Thema waren sich die Eltern unserer Familie nicht ganz einig: Braucht man das?

Die Mama sagte nein, der Papa findet es nicht unpraktisch.

Wenn der Papa unserer Familie dieses Bee`s Wrap nicht in der Plastikfreien Zone in München gesehen hätte und ausprobieren wollte, dann würden wir wohl immer noch statt Frischhaltefolie einfach eine Schüssel mit Deckel benutzen. Und falls die Schüssel keinen passenden Deckel hätte, wäre ein Teller drauf gekommen. Oder umgekehrt: auf einen Teller hätten wir eine Schüssel gestülpt.

Geht alles. Die Mama unserer Familie mag es auch so am liebsten, weil es multifunktional und einfach ist. Wegen ihr wäre das nicht ins Haus gekommen.

Aber sie gibt dem Papa recht, das Bienenwachstuch riecht gut und rutscht nicht von der Schüssel runter, wenn man im Kühlschrank kramt, was im blödsten Fall Scherben bedeuten würde. Aber wann tritt der Fall schon ein? Und vielleicht hat es auch etwas mit dem Abschied vom alten verschwenderischen Leben zu tun, bei der die Frischhaltefolie inbegriff der Hygiene war. Allerdings schwört der Papa unserer Familie darauf, dass sich Zwiebeln und anderes angeschnittenes Gemüse besser halten, wenn es ohne Luftzwischenraum, wie es ja logischerweise bei einer Schüssel der Fall ist, gelagert wird. Das ginge mit dem Bee's Wrap.

Die Mama hat aber erst Folgendes überzeugt: Das Wachstuch ist sehr praktisch, wenn man Wraps z.B in die Arbeit als Mittagessen mitnimmt, also gefüllte, herzhafte Pfannkuchen oder Enchiladas. Wraps sind ein prima Gericht zur Resteverwertung, weil man wirklich alles hineintun kann. Sogar fruchtig mit Quark/Tofu, herzhaft warm oder kalt schmecken sie klasse. So eignen sie sich hervorragend zum mitnehmen ins Büro. Nur das Kleckern ist doof, wenn die Wraps sich auseinanderfalten. Mit einem Bee's Wrap aber passiert das nicht mehr. Eingewickelt in das Wachstuch rollt nichts auseinander und rutscht raus, und wenn man sie so isst, wie eine Banane mit Schale, dann kleckert man auch nicht.

Ok, auch die Mama ist überzeugt.

Die Bienenwachstücher muss man nach Gebrauch nicht wegwerfen, sondern kann sie immer wieder feucht (lauwarm) abwischen. Es gibt sie in verschiedenen Größen. Durch die Körperwärme wird das Tuch elastisch und so schmiegt es sich an den Gegenstand an, ähnlich wie die Frischhaltefolie.

Wird die Wachsschicht einmal porös, kann man sie in den Ofen bei 90 Grad schmelzen oder zwischen zwei kompostierbaren Backpapierstücke legen und mit dem Bügeleisen drüber fahren. Dann verteilt sich das Wachs wieder.

Allerdings sollte es nicht heiß abgewaschen werden, denn sonst löst sich das Wachs und damit die abwischbare Schicht. Das bedeutet, es ist definitiv nicht für Fleisch und Wurst geeignet. Und damit wären Fleischesser wieder bei einem Behälter mit Deckel oder Teller. 

 Die Bienenwachstücher kann man übrigens auch ganz leicht selbst herstellen und dabei sogar, falls vorhanden, Kerzen- und Stoffreste wiederverwenden (Reusing, eine Säule von Zero Waste). Ansonsten bekommt man Bienenwachs bei Imkern oder beim Imkereibedarf. (Achten Sie dabei aber auf nachhaltige Produkte!) Hat man Reste von Bienenwachskerzen, kann man diese klein reiben und auf ein ausgedientes Stück Baumwollstoff geben. Bei uns war es ein heiler Teil eines löchrigen Bettlakens.
 

Unter und über das Stück Stoff legten wir kompostierbares Backpapier (100% recyceltes Altpapier z.B. von If you care) aus. Als Unterlage wählten wir ein Holzschneidebrett. Von dem konnten wir hinterher mit einem Messer auch einen abgekühlten Tropfen Wachs leicht abkratzen (was normalerweise unnötig ist, wenn man das Backpapier ausreichend groß wählt bzw. schaut, dass es nicht verrutscht; normalerweise ) Dann stellten wir das Bügeleisen auf Baumwollstufe ein und nachdem es die gewünschte Hitze erreicht hatte, bügelten wir gründlich über den Stoff. Das Wachs schmilzt innerhalb weniger Sekunden und der Stoff ist glatt. Warten Sie einen Moment ab, bis es leicht angetrocknet ist, bevor Sie das Backpapier abziehen. Nach wenigen Minuten ist es wieder Zimmertemperatur und man kann es benutzen.

Allerdings waren wir nicht vollständig zufrieden. Das gekaufte Bienenwachstuch war elastischer.

Ein Blick auf die Inhaltsangaben gab Aufschluss: Jojobaöl.

Also tropften wir über das Tuch auf eine Seite Jojobaöl, etwa alle vier Zentimeter einen Tropfen. Das Öl gibt es in der Flasche, allerdings mit PE - Plastikdeckel, der aber vielleicht downgecycelt wird. Mehrweg etc, haben wir noch nie gesehen. (Falls Ihnen das unterkommt, dann schreiben Sie uns doch)
Edit November 2016: wir haben nun auch mehrmals Pflanzenöl (Raps- und Sonnenblumenöl) aus der Küche verwendet. Geht auch und ist wohl die bessere und regionalere Alternative.

Wieder bügelten wir mit dem Backpapier unter und über dem Tuch drüber. Als es angetrocknet war, wendeten wir es und die andere Seite bekam die gleiche Prozedur.

Nun ist das Bienenwachstuch sehr elastisch und wir sind zufrieden.

Tipps:
1. Man muss sich nicht die Mühe machen vorher die Kanten des Tuchs zu vernähen oder umzunähen. Durch das Wachs franst das Tuch nicht aus und man kann es sogar hinterher nochmal in die gewünschte Form bringen.
2. Wählen Sie keinen zu dicken Stoff, denn sonst wird das Tuch zu starr und schmiegt sich nicht so gut an den gewünschten Gegegenstand an.
3. Der Stoff sollte keine Synthetikanteile enthalten!
4. Der komplette Stoff muss mit Bienenwachs getränkt sein. Klappte das nicht, einfach noch mal an den Stellen drüberbügeln oder bei Bedarf noch ein bisschen Wachs dazugeben.
5. Wärmen Sie das fertige Bienenwachstuch vorher ein wenig mit den Händen an. Dadurch schmiegt sich das Tuch besser an den Gegenstand an.
6. Übrigens kann man darin auch Brot einwickeln, damit es frisch hält.
7. Wer will kann sich daraus auch eine abwischbare Tasche nähen z.B. für den Einkauf (Pilze etc) oder die Brotzeit für die Schule/Kindergarten (Lunchbag).

Möglicherweise funktioniert auch eine vegane Variante aus Carnaubawachs. Hat das schon jemand probiert?


Update November 2016: Wir nehmen das Bienenwachstuch nun auch her, wenn wir unterwegs sind oder beispielsweise einen Salat zu einer Feier mitbringen.

Im Laufe der vergangenen Jahre haben wir ja unsere Plastikschüsseln aus der Küche gegen rostfreie Edelstahlschüsseln ersetzt. Wir nutzen sie gleichzeitig als Salat- und als Rührschüsseln. Das hat den Vorteil, dass sie unkaputtbar sind und auch nach jahrelanger Abnutzung keine Plastikteile im Teig landen. Außerdem sind sie im Gegensatz zu ihren Kunststoffpendants vollständig recycelbar, enthalten keine hormonwirksamen Substanzen und können im Gegensatz zu Hartplastik nicht brechen. Allerdings bekommt man nur einen Plastikdeckel, wenn überhaupt für die Edelstahlschüsseln. Wir nutzen nun als Abdeckung das Bienenwachstuch. Auch auf die Seite gestellt, fällt der Salat nicht raus. Allerdings würde etwas Salatsoße, wie bei der Frischhaltefolie auch, herauslaufen. Die Salatsoße nehmen wir in einem Eimachglas extra mit. (Wer angst vor Glasbruch haben sollte, zieht einfach als Schutz einen sauberen! dicken Socken drüber.) Das haben wir aber auch schon früher gemacht. Ohnehin sollte man die Salatsoße erst kurz vor dem Servieren zum Grünzeug hinzugeben, damit es knackig bleibt und nicht zusammenfällt.
Auch wenn man unterwegs ist, ist es nicht unpraktisch, wenn man sich schnell eine belegte Semmel/Brötchen :-) oder ein Teilchen beim Bäcker für die Pause holen (und sie nicht lose im Rucksack oder auf der Hand transportieren) möchte. Das Bees Wrap passt zusammengefaltet in jede Jackentasche, da es kaum Platz wegnimmt und bei spontanen "Hungerkäufen" kann man dadurch u.U. die Verpackung weglassen.
Bei unseren Workshops bzw. Infoständen war für die Leute auch das Bienenwachstuch eines der faszinierendsten Dinge zur Müllvermeidung. Dazu kamen die meisten Fragen und Rückmeldungen und es wurde als eines der Dinge genannt, die neben den Shampoobars als erstes umgesetzt werden sollten. Es wird also als hilfreich empfunden, um Verpackung und  den damit verbundenen Abfall zu vermeiden.

Infos zu Bienenwachs:
Dass wir ein großes Bienensterben (colony collapse disorder, kurz ccd) haben, weiß mittlerweile jeder. Aus diesem Grund gibt es mittlerweile viele Hobbyimker, die Bienen halten, um den Bestand zu retten. Ohne den Menschen (und auch wegen ihm!) haben sie momentan wegen der Varroamilbe, der extensiven Landwirtschaft mit zu wenig ökologischen Nischen, Monokultur und Pestizideinsatz etc. kaum eine Chance mehr. Bei Bedarf muss zugefüttert werden oder die Bienen schonend  behandelt werden, damit sie überleben. Auch wenn man keinen Honig nimmt - Wachs fällt trotzdem an: Brutwaben (bestehen aus Wachs) im Stock sollten nach ein paar Jahren herausgenommen werden, weil beim Schlüpfen immer etwas Haut zurückbleibt, dadurch die Wabe kleiner wird und auch die Bienen, so dass sie verkümmern durch zu kleine Flügel etc.. Wachs fällt also als Abfallprodukt an. Das Entnehmen ist ein Muss, um den Stock am Leben zu halten und widerstandsfähig zu machen -egal ob der Imker den Bienen den Honig lässt oder nimmt. Hier halten Menschen die Bienen, um den Bestand zu retten (und vielleicht auch sich selbst?). Das sieht anders bei der Entnahme von Honigwaben aus. Da bereichert sich der Mensch. Ein nachhaltig wirtschaftender Imker sollte allerdings nur Honig entnehmen, wenn der Stock es verträgt, vielleicht auch nur alle paar Jahre und dafür Sorge tragen, dass keine Biene in der Schleuder landet. Beim Schleudern kann es passieren, dass Waben kaputt gehen. Dadurch fällt wieder etwas Wachs an. Ansonsten werden die Waben wieder eingesetzt, damit die Bienen gleich wieder Honig sammeln gehen können und nicht ihre Energie in den Wabenbau stecken müssen.



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Die letzten Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Khendra, 29.05.2015 um 16:50 (UTC):
Schöne Idee. Allerdings sollte man vielleicht darauf achten, beim selber machen rückstandsfreies Bienenwachs zu verwenden (ohne Antimilbenmittel vom Nichtbio-Imker). Denn das Zeug möchte man nicht im Essen haben. Von daher Vorsicht mit Kerzenresten, die sind häufig nicht rückstandsfrei.
Viele Grüße, Khendra

Kommentar von:01.06.2015 um 13:39 (UTC)
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Danke liebe Kendra für die Anmerkung! Das stimmt, darauf sollte man noch achten! Einige Imker oder Händler verkaufen rückstandsfreies Bio-Bienenwachs, auch für Kerzen. Die Imker aus der Region können hier bestimmt einen Hinweis für das nächste, regionale Bezugsquelle geben. Wer es für unsere Region wissen will, kann uns gerne über Kontakt eine persönliche Nachricht schreiben. Herzliche Grüße Stefanie

Kommentar von Maria Widerstand, 21.11.2016 um 12:07 (UTC):
Hallo!

Ich habe kein Bienenwachstuch, es geht mir auch nicht ab obwohl ich keine Frischhaltefolie verwende.

Gerne nehme ich alte Weckgläser mit Glasdeckel oder andere Gläser um etwas aufzubewahren. Oder mache es so, wie Du es am Bild zeigst (Schüssel mit Teller).

Für unterwegs habe ich Edelstahldosen oder nehme auch einfach ein Glas mit Schraubverschluss.

Dazu sagen muss ich, dass ich nie Frischhaltefolie verwendet habe, auch nicht zu meinen "Plastikzeiten" weil ich das Abrollen einfach gehasst habe. Und außerdem habe ich es immer schon gehasst, Dinge nur 1 x zu verwenden!

Auf jeden Fall eine super Anregung für Menschen, die Frischhaltefolie gewohnt sind. Die Tipps mit dem Öl sind sicher Gold wert!

lg
Maria

Kommentar von:21.11.2016 um 17:28 (UTC)
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Danke Dir, liebe Maria. Ich persönlich glaube auch, dass man ein Bienenwachstuch bzw, Frischhaltefolie nicht zwingend braucht, aber es viele sehr praktisch finden. Das liegt wahrscheinlich an unterschiedlichen Gewohnheiten bei der Haushaltsführung. Aber hauptsache man nutzt keine teuer für die Umwelt produzierten Wegwerfartikel. Da ist das Bienenwachstuch ein guter Helfer.
Herzliche Grüße
Stefanie

Kommentar von Heidi, 27.03.2017 um 17:21 (UTC):
Liebe Stefanie,
ich finde den Tip per Bügeleisen super - ich hab jetzt lange auf eine auszurangierende Schale o.ä. für ein Ofenbad gewartet...
Allerdings ist es für mich mit der Dosierung schwierig - bei zuviel Wachs kommts überall raus und sieht trocken fleckig aus. Bügle ich das ab, ist das Tuch nachher nicht voll genug und fühlt sich eher an wie eine Wachstischdecke... Ich such noch nach der richtigen Menge...
Ganz liebe Grüße von der Schwanthalerhöhe mit Wachs an Hand und Shirt -
Heidi.

Kommentar von Heidi, 11.04.2017 um 10:29 (UTC):
Super tolle Tips hier.. werde es probieren.. man kann auch mit der Zickzackschere den Rand bearbeiten, dann fusselt es auch nicht aus...
viele Grüsse und danke für die Mühe
Heidi

Kommentar von Carola, 04.06.2017 um 17:02 (UTC):
Danke für die Anleitung. Ich habe als Hobbyimkerin einiges an Bienenwachs angesammelt und bisher blieb mir nichts als Kerzen gießen oder das Wachs zu horten. Ich hoffe, meine Familie steht mehr auf Bienenwachstücher als auf Bienenwachskerzen. Ich werde das gleich mal testen.

Kommentar von Isa, 28.06.2017 um 18:09 (UTC):
Ich ärgere mich immer, wenn ich doch einmal Frischhaltefolie verwenden muss, wenn gerade keine passende Dose oder kein Glas zur Verfügung steht und bin daher begeistert vom selbst gemachten Wachstuch. Eine tolle Möglichkeit, sinnlosen Müll zu verhindern. Hatte bereits diese Brotbeutel und Brotpapiere aus synthetischem "Wachstuch", war aber nicht sicher, ob die Beschichtung so gesund ist. Ich suche zudem gerade nach einer natürlichen Möglichkeit, meine eigene abwaschbare Tischdecke herzustellen... Könnte man wohl auf diese Art und mit ein bisschen mehr Sauerei auch Tischdecken herstellen oder würde dann das Wachs unter unseren aufgestützten Armen dahinschmelzen? Grüße, Isa

Kommentar von:01.07.2017 um 06:02 (UTC)
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Hallo Isa,
das ist ein interessantes Projekt! Also ich denke, dass es vielleicht, wenn man sich länger aufstützt ein wenig klebrig ist. Schmelzen wird es vermutlich nicht. Anders könnte es da vielleicht in der prallen Sonne im Hochsommer aussehen. Dann könnte das schon unangenehm klebrig werden. Dass es verläuft, nehme ich zwar nicht an. Aber das könnte man ja ausprobieren, indem man ein Bienenwachstuch in die Sonne legt.
Liebe Grüße Stefanie

Kommentar von marie, 11.08.2017 um 15:07 (UTC):
Ich habe mir schon mehrere Tücher hergestellt, allerdings bin ich mir mit der Dosierung auch sehr unsicher. sollten die Tücher eher dünn vollgesogen sein (auch kalt sehr elastisch) und eine Seite glatter, die andere stoffiger? Oder ehe viel Wachs, sodass beiden Seiten gleich dick beschichtet sind?
außerdem sind meine Tücher recht klebrig und verlieren teilweise etwas Wachs ans Essen Woran könnte das liegen?

Kommentar von:11.08.2017 um 19:36 (UTC)
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Hallo liebe Marie,
ja, die Dosierung anzugeben ist leider nicht wirklich möglich, da ja jeder Stoff je nach Dicke und Saugfähigkeit unterschiedlich viel aufnimmt. Möglicherweise könnte es aber ganz hilfreich sein, vorher mal ein Bienenwachstuch in der Hand gehabt zu haben, dann kann man sich etwas orientieren. Aber generell: Die Stoffe sollten gut vollgesogen sein, also glatt und nicht stoffig - wie du ja wissen wollltest :-). Ich habe es auch mal mit weniger Wachs ausprobiert, aber dann schmiegt sich das Tuch nicht so gut an die Behälter an und taugt nichts. Außerdem ist es dann nicht gut abwischbar. Dass das Bienenwachstuch sich ein wenig klebrig anfühlt, ist normal -gerade auch bei höheren Temperaturen im Sommer. Am Essen sollte es nicht kleben. Das ist mir auch ehrlich gesagt noch nie passiert. Da würde ich ehrlich gesagt nochmal mit dem Bügeleisen drüber gehen. Vielleicht hat sich der Stoff auch noch nicht komplett damit vollgesogen. Es ist dabei auch wichtig, das Wachs wirklich in den Stoff einzuarbeiten. Man sieht das auch unter dem Backpapier, dass darunter alles flüssig ist. Ich arbeite das wirklich intensiv ein und arbeite auch noch mal nach, wenn ich sehe, dass an manchen Stellen noch nicht genug Wachs ist. Nimmst Du eigentlich auch Öl her oder nur Wachs pur? Ich frage deshalb, da das Öl das Wachs davor bewahrt brüchig zu werden. Übrigens, wenn es irgendwann einmal brüchig werden oder kleine "Rillen" aufweisen sollte, kann man einfach wieder mit dem Bügeleisen drüber gehen, ggfs. etwas Wachs und Öl wieder zugeben, und dann ist es wieder wie neu. Ich hoffe, das hilft Dir ein wenig, liebe Marie!
Bis dahin herzliche Grüße
Stefanie

Kommentar von Julia, 03.01.2018 um 10:40 (UTC):
Hallo Stefanie,
super Tipp mit den Wachstüchern, habe es auch neulich im Laden gesehen und mir gedacht, dass man das doch eigentlich auch selber herstellen müssen könnte
Ein Tipp noch zu den Edelstahlschüsseln, die du erwähnt hattest - Ich verwende auch schon seit langem nur noch diese und hab irgendwann festgestellt, dass meine Topfdeckel aus Glas perfekt drauf passen! Seitdem gehts zur Feier mit Schüssel + Deckel plus umwickelter Schnur - und das dann sogar alles im Fahrradkorb bis jetzt ist es noch nicht schief gegangen, nur manchmal muss ich mal kurz hingreifen und den Deckel richten. Vielleicht hilft dir das ja weiter
Liebe Grüße,
Julia

Kommentar von:06.01.2018 um 11:56 (UTC)
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Hi liebe Julia,
vielen Dank für den Tipp! Werde ich mal ausprobieren !
Herzliche Grüße
Stefanie

Kommentar von C., 16.01.2018 um 14:07 (UTC):
Mein erstes Bienenwachstuch ist gerade eben entstanden - mit Hilfe dieser Seite Vielen Dank!
Hier hats es erst so richtig geklappt, als ich das Bügeleisen ausgesteckt und mit sehr geringer Temperatur gearbeitet habe (Einstellung auf Feingewebe/Synthetik).
Verhältnis Bienenwachs zu Öl (in meinem Fall Distelöl) ca 85:15. Für eine Fläche von 0,05 m² bei Stoffdichte des Nesselstoffes von 145g/m² benötigte ich ca. 20 g Wachs + Öl. Ich hatte zuerst etwas mehr, was dann überschüssig herausgestrichen worden ist.

Kommentar von Céline, 23.11.2018 um 22:00 (UTC):
Hallo Stephanie,
Da ich schon gern experimentiere, habe ich, aus einer alten Seiden Bluse, die tollsten Waschtücher gemacht: sie sind leicht, dünn und sanft: : ich bringe sie zum Käsehändler, um meine Käse zu verpacken statt seine Plastik /Papierfolie: umweltfreundlicher und VIEL schöner ( blaue Blumen für meine Käse!) . Die Baumwolltaschentücher von Oma - z.B. aus dem Flohmarkt - werden auch perfecte Waschstücher: sauber genähte Ränder, mit Blümchen, Kinder Motive oder rustikale Karros, ich finde sie ganz hübsch! (Natürlich als estes: heiss waschen und schön bügeln!). Und danke für die vielen Tipps.

Kommentar von Bettina, 24.01.2019 um 11:40 (UTC):
Mmmh. Ich bin fast 55 Jahre, führe eine sehr aktive Küche. Es gibt Plastischüsseln, die bekam ich von meiner Mutter als Aussteuerbestandteil geschenkt und sie tun noch heute ihren Dienst. Wenn ich hier lese "wir haben schon seit Jahren unser Plastikschüsseln durch Edelstahl ersetzt, dann frage ich mich, ob man das böse böse Erdölplastik durch Stahl, der industriell unter wahnsinnigem Energieaufwand und maximal umweltbelastend erzeugt wird, ersetzen muss. Um ihn mit einem Tuch abzudecken, das man nur lauwarm abwischen kann (was sind schon ein paar Salmonellen gegen Mikroplastikabrieb) und zur Pflege bügeln soll ... Bezieht Ihr denn wenigstens alle 100%igen Ökostrom? Das ist doch alles absurd, ne? Ich hab nix gegen diese Tücher, sie sind ein lustiges Gimmick, eine praktische Ergänzung und ich werde mir bestimmt auch eins aus einem Stoffrest machen. Und ansonsten in meiner Küche alles so lassen, wie es ist. Ich habe übrigens sowohl Alu- als auch Frischhaltefolie im Haus - und benutze sie alle Jubeljahre mal, weil ich das Abrollen hasse und es immer Alternativen gibt. Testen werde ich das Wachstuch mal als Backunterlage beim Brotbacken oder zum Plätzchenausstechen und Teigrolleneinwickeln.

Kommentar von:24.01.2019 um 13:13 (UTC)
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Hallo liebe Bettina,
ich wäre das nächste Mal um einen freundlicheren und nicht so sarkastischeren Ton dankbar. Ich antworte gerne auf Kritik, schließlich soll das hier ja auch ein Blog zum Austausch sein und falls ich mal falsch liegen sollte, lerne ich auch gerne dazu. Fehlerfrei ist ja niemand. Zu deinen Fragen. Ja, wir beziehen Ökostrom. Die Plastikschüsseln, die wir hatten, obwohl von einer bekannten Marke mit lebenslanger Garantie, haben bei uns leider nicht so langer gehalten, wie bei Dir. Abrieb durch Rühren, bei der anderen war der Henkel ab - taten ihr übriges. Wir hatten drei, die wir nach und nach durch Edelstahlschüsseln ersetzt haben. Wir entschieden uns nicht noch einmal für Plastik. Grund: Edelstahl sondert durch Abrieb kein Mikroplastik ab und dünstet keine Schadstoffe aus. Außerdem ist es im Gegensatz zu Plastik 100% recycelbar. Wir haben uns bei einem Koch informiert, der bestätigte, dass er seine Edelstahlschüsseln schon seit vielen Jahren benutze und dass dies wohl eine Anschaffung fürs Leben sein kann. So entschieden wir uns für diese Variante und sind weiterhin sehr zufrieden damit. Wie auch schon geschrieben, kämen wir auch ohne Bienenwachstuch aus, schließlich tut es ein Teller oben drauf auch, aber für manche Sachen wie einen Wrap ist es nicht unpraktisch und manche Müllvermeider ersetzen gerne 1:1, also Frischhalte- oder Alufolie gegen Bienenwachstuch. Was die Salmonellen angeht: ich habe extra auch geschrieben, dass es weder für Fleisch noch Wurst geeignet ist. Was die Pflege angeht: es muss nicht dauernd gebügelt werden. Das ist nur zur Reparatur, falls das Wachs bröckelig werden sollte. Es ist aber jedem seine Entscheidung, ob er das in seiner Küche braucht oder nicht. Wie schon geschrieben, es kann praktisch sein, ist aber sicher kein Muss, wie Frischhalte- oder Alufolie ja auch nicht. Nur ist die Nutzung trotzdem Standard in unseren Haushalten. Wegen des Wachstuch als Backunterlage: habe ich es richtig verstanden, dass du es statt Backpapier verwenden möchtest? Wenn es so wäre, würde es nämlich eher nicht klappen, denn das Wachs wird ja heiß und würde sich mit dem Brot verbinden.
Liebe Grüße und nichts für ungut
Stefanie

Kommentar von Uki. Jojo, 16.02.2019 um 12:10 (UTC):
Hey,
Hab nach langer Recherche das Bienenwachstuch heute getestet und ich muss sagen ich bin mit dem Ergebnis mehr als unzufrieden. Ich weiß nicht recht was ich falsch gemacht hab. Um die richtige Menge Wachs zu erörtern habe ich nur nach und nach immer mehr eingebügelt, dazu etwas Propolisöl. Zuerst hat es ganz gut ausgeschaut und obst/Gemüse hat sich gut einpacken lassen, allerdings war es schon ziemlich klebrig. Dann hab ich eine Glasschüssel abgedeckt und am äußeren Rand ist ziemlich viel Wachs zurück geblieben. Ist das bei dir auch so, dass Wachs an des Schüssel zurückbleibt?
Lg

Kommentar von:16.02.2019 um 16:55 (UTC)
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Hey Uki .Jojo,
nein, da bleibt gar nichts an der Schüssel zurück. Das Bienenwachstuch ist nur geschmeidig, aber es sollte nichts zurück bleiben. Ich kann mir jetzt folgende Sachen vorstellen: zu viel Öl? Wieviel hast du denn verwendet? Welchen Stoff hast Du genommen? Eventuell ein Kunstfasergemisch? Oder es ist viel zu viel Wachs! Wenn ich so ein Tuch mache, dann gebe ich erstmal relativ wenig Wachs auf das Tuch. In etwa so viel, wie auf dem Bild. Nimmt der Stoff aufgrund der Dichte des Gewebes viel auf, gebe ich lieber etwas nach. Man sieht, dass man noch etwas braucht, wenn 1. die Stellen nicht gleichmäßig gelber aussehen - das Bienenwachs färbt ja etwas gelblich. Außerdem fühlt sich der Stoff noch rauh an. Ich gehe mit dem Bügeleisen, wenn ich meine, dass alles gut bedeckt ist, (ich kontrolliere indem ich das Backpapier einfach abziehe und ggfs nachbessere) noch einmal von der Mitte nach außen mit etwas Druck und drücke so überschüssiges Bienenwachs von innen nach außen über die Ränder raus. Ich hoffe, das bringt dich noch etwas weiter. Übrigens: Du musste das Öl nicht zwingend nehmen und wenn du dir unsicher bist, kannst du noch folgende Methode machen: Mach es erst ohne Öl und streiche dann mit einem Pinsel oder dem Finger eine dünne Schicht Öl auf das Bienenwachstuch. Aber wirklich sehr, sehr sparsam. Nicht, wie bei Plätzchen, sondern viel dünner. Dann das Tuch etwas kneten. Das ginge zur Not auch.
Wenn du Lust hast, gib gerne Feedback, ob du herausgefunden hast, was die Ursache war. Falls jemand anderes nämlich auch mal das Problem haben sollte, wäre so ein Erfahrungsbericht sicher hilfreich!
Herzliche Grüße und gutes Gelingen!
Stefanie

Kommentar von Silvia, 05.03.2019 um 10:18 (UTC):
Hallo zusammen, im Text heißt es: ..."werden die Waben wieder eingesetzt, damit die Bienen gleich wieder Honig sammeln können und nicht ihre Energie in den Wabenbau stecken müssen" - das kann ich als Imkerin so nicht stehen lassen...Wachs ausschwitzen und Waben bauen ist eine natürliche Funktion der Bienen, jede Biene ist im Laufe ihres Lebens eine zeitlang Baubiene. Jede/r naturgemäß Imkernde läßt die Bienen wenigstens einen Teil ihrer Waben selber bauen, die Bienen halten das sicher nicht für Zeit- oder Energieverschwendung, sondern folgen ihrem natürlichen Impuls. Nur fertige oder gar Plastikwaben zu verwenden ist nicht naturgemäß sondern ggf. profitorientiert, regelmäßige Wabenerneurung ein Muß! Herzliche imkerliche Grüße, Silvia

Kommentar von:08.03.2019 um 07:12 (UTC)
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Danke für die Ergänzung, liebe Sylvia!
Liebe Grüße Stefanie

Kommentar von Catrin, 14.04.2019 um 12:29 (UTC):
Hallo, vielen Fabi für die vielen Tipps, es war sehr hilfreich, das zu lesen. Leider bin ich mit meinem Wachstuch auch noch nicht zufrieden und etwas ratlos. Ich habe inzwischen Tücher unterschiedlicher Stärken, alle aus Baumwolle, getestet. Mit und ohne Öl. Das Wachstuch, welches ich im Laden gekauft habe, ist viel klebriger und hält viel besser an den Töpfen und Tellern als meins. Meine hinterlassen Wachsspuren und halten nicht die Form, in die ich sie bringen will. Habt ihr noch einen Hinweis für mich?
Vielen Dank und liebe Grüße, Catrin

Kommentar von:15.04.2019 um 17:40 (UTC)
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Hallo liebe Catrin,
das gibt mir gerade wirklich ein Rätsel auf. Wenn das Wachs abgeht, dann wäre es ja zu viel an sich. Und je mehr Wachs es ist, desto klebriger ist es und umso besser hält es. Das passt jetzt gerade gar nicht zusammen und deshalb kann ich deine Fragezeichen sehr gut nachvollziehen...
Bügelst Du es denn ein oder machst Du die Backofenmethode, die ja auch einige probieren? Ich könnte mir jetzt nur noch vorstellen, dass es nicht gut in den Stoff eingebügelt wurde. Und es ist 100% Bienenwachs, oder?
Ich hatte diese Problem wirklich bisher noch nie und ich habe schon einige für Bekannte und Freunde gemacht und das auch immer mit unterschiedlichen Stoffen, da ich ja upgecycelt habe....
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Melanie, 18.04.2019 um 15:22 (UTC):
Hallo Zusammen
In der Schweiz gibt es eine kleine Firma welche vegane Wachstücher anbietet. Als Wachs verwenden sie Carnaubawachs, scheint also zu funktionieren. Ihre website ist: bienenwachstuch.ch

Kommentar von Susanne, 24.06.2019 um 10:58 (UTC):
Hallo Stefanie, bin erst vor kurzem auf die Bienenwachstücher gestoßen und habe es sofort ausprobiert sie selber herzustellen. Für den Stoff habe ich die abgetragenen Oberhemden von meinem Mann genommen100% Baumwolle) zurechtgeschnitten. Den Bienenwachs habe ich im Internet bestellt ( 100% natürliches Bienenwachs). Den Wachs habe ich gut eingebügelt bekommen. Die Tücher riechen nur sehr stark nach Bienenwachs. Ich habe einen Wachtuchtüte genäht und mein Sohn beschwert sich dass der Bienenwachsgeruch in das Brot übergeht. Ist das normal? Oder verfliegt der Geruch ? Liebe Grüße Susanne

Kommentar von:24.06.2019 um 12:17 (UTC)
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Hi Susanne,
das ist normal. Das Bienenwachs riecht anfangs etwas stärker, aber das verfliegt dann mit der Zeit. Wenn es stört, erstmal gut auflüften lassen und die Wachsseite nach außen kehren bei der Wachstuchtüte.
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Vanessa, 19.07.2019 um 19:49 (UTC):
Hallöchen,
Könnte man auch Bücher mit den Bienenwachstüchern einschlagen oder würde das Wachs wenn es eine gewisse wärme bekommt die Bücher versauen?
Liebe Grüße Vanessa

Kommentar von:25.07.2019 um 10:48 (UTC)
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Hallo Vanessa,
ich würde das nicht machen. Wenn man das Buch eine Weile anlangt an, dann klebt es ja am Buch und könnte da schon zu Fettflecken führen. Wie wäre es denn mit Papier oder alten Stoffen (Klamotten) für die Bücher. Die Stoffe kann man auch waschen, falls sie mal dreckig werden und halten lange.
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Vanessa, 27.07.2019 um 08:35 (UTC):
Hallo Stefanie,
Ja der Gedanke kam mir auch schon. Ich werde dann wohl versuchen welche zu nähen:
Lieben Gruß
Vanessa



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