Verpackungslos Einkaufen in der Mühle

Viele kennen die Möglichkeit gar nicht: Einkaufen in der Mühle. Hier kann man einige Sachen offen oder in Papier verpackt, sowie als Großpack bekommen. Anfangs wussten wir gar nicht, dass wirklich einige Mühlen bei uns in der Nähe sind und dass wir hier leicht an diverse Mehlsorten, Reis, Zucker, Flocken oder Saaten kommen können. Was es manchmal im Supermarkt oder im Bioladen nicht in Papier zu erstehen ist, geschweige denn lose, ist hier möglich. Mancheiner könnte sagen, dass dies doch aufwendig ist, nach dem wöchentlichen Supermarkt-/Bioladen-/Bauernmarkteinkauf auch noch zusätzlich zu einer Mühle zu fahren nur um verpackungslos einzukaufen. Ja, das wäre umständlich. Aber unser Credo lautet:
Mitdenken, Kosten senken.
Deshalb hier wieder der Tipp: Legen Sie sich einen Vorrat an, damit sie nur einmal alle zwei Monate oder später los müssen. Die meisten der Sachen, die in einer Mühle zu bekommen sind, halten sich locker einige Monate.

In unserer Mühle bekommt man verschiedene Flocken, Mehlsorten oder Kerne auch in Bioqualität. Das ist viel wert. Denn die Bioläden in unserer Gegend strotzen nur vor Plastikverpackung.
Damit Sie einen preislichen Eindruck bekommen von einer Mühle in der Nähe von München (teure Gegend), habe ich hier mal fünf Produkte herausgegriffen, die wir bei unserem letzten Einkauf mit nach hause gebracht haben. Alle fünf sind bio-zertifiziert und die Angabe ist jeweils pro Kilo:

Reis: 2,90/kg

Reisflocken: 3,20/kg

Maisgries/Polenta: 3,10/kg

Leinsamen: 3,60/kg

Kürbiskerne: 9,70/kg

Zu bekommen sind bei uns in der Mühle neben Tierfutter (lose), Rohrohrzucker, Weizen, Hafer, Dinkel, Grünkern, Hirse, Quinoa, Amaranth, Mais, Roggen, Emmer und Gerste. Die Getreide kann man lose oder im Papiersack, in kleinen oder riesigen Mengen erstehen, als ganzes Korn oder als Mehl. Von vielen Sorten gibt es auch Gries oder Flocken. Leinsamen, Kürbis- oder Sonnenblumenkerne kann man als Zutat für Müsli oder zum Brotbacken zusätzlich erstehen.
Mühlen sind also eine wunderbare Option zum Einkaufen ohne Verpackung. Unsere Mühle ist sehr klein und kauft regional Nudeln zu, die in Plastik verpackt sind. Größere, die selbst herstellen, lassen sich oft auf Anfrage darauf ein, in mitgebrachte Gefäße abzufüllen. Sie führen zudem saisonal auch Nüsse und Trockenfrüchte.
Die Mühle bei uns vor Ort bietet Papiersäcke zum Abfüllen kostenlos an. Diese kann man beim nächsten Einkauf wiederwenden. Oder man bringt eigene Gefäße mit. Wir haben gleich unsere Vorratsgläser mitgebracht, damit wir gar nicht erst umfüllen müssen und so jegliche Verpackung vermeiden. Die Gläser kamen vorher auf die Waage und dann wurde abgefüllt. Schneller geht es, wenn man das Gewicht mit einem Stift vorher drauf schreibt.
Wo gibt es Mühlen?
Im Internet findet man eine für bestimmte Regionen Listen. Unsere war allerdings nicht zu finden. Diese weiß man einfach oder eben, wie wir, anfangs halt nicht. Das heißt, man muss sich umhören, bei Freunden, Bekannten und Verwandten oder auf dem Bauernmarkt nachfragen. Manche Supermärkte bieten auch ein Regionalregal an, die Getreide aus der Region führen. Dort findet man meist auf der Verpackung den Kontakt zu einer Mühle aus dem Umkreis. Und noch eine Möglichkeit gibt es, wenn alles nicht weiterführt: Im Herbst gibt es auch Schmankerl-, Ernte Dank oder Apfelmärkte (oder wie sie auch immer alle heißen mögen). Hier stellen sich regionale Erzeuger vor, die man vorher gar nicht kannte.

zurück zum Blog





Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Ingrid, 05.02.2015 um 13:18 (UTC):
Ich frage mal ganz neugierig: Wo ist denn Ihre Mühle genau? (Ich wohne nämlich in München.)

Kommentar von:05.02.2015 um 13:52 (UTC)
zerowaste
zerowaste
Offline

Wir kaufen in der Leitzachmühle. Sie gehört zu Miesbach. Es gibt allerdings auch noch eine in der Nähe von Bruckmühl. Da war ich allerdings noch nicht. Werde sie demnächst ausprobieren, ob es da auch möglich ist. Werde berichten. Leitzachmühle macht es aber definitiv, wenn die mitgebrachten Behälter sauber sind. Außerdem führen sie viel in Papier!

Liebe Grüße
Steffi

Kommentar von Hanna, 21.02.2016 um 19:37 (UTC):
Hallo,

konntet ihr die Mühle in Bruckmühl schon testen?

Liebe Grüße
Hanna

Kommentar von:22.02.2016 um 06:41 (UTC)
zerowaste
zerowaste
Offline

Hallo Hanna,

Ja, wir haben sie getestet. Leider bieten sie keinen offenen Einkauf an. Es ist alles abgepackt.

Liebe Grüße

Stefanie

Kommentar von Susanne, 07.10.2016 um 10:47 (UTC):
Klingt gut - geht für an Zöliakie erkrankte leider nicht - da alles, was oben beschrieben wird, durch die gleiche Mühle geht und damit kontaminiert ist...

Kommentar von:07.10.2016 um 11:10 (UTC)
zerowaste
zerowaste
Offline

Hallo Susanne,
Da gäbe es aber die Möglichkeit im Großpack zu kaufen, da die Mühlen glutenfreies Getreide in großen Mengen direkt beziehen können. Man könnte also ein Großpack (Papierverpackung) mit jemandem zusammen nehmen (gibt es ab fünf Kilo) und die Körner selbst mahlen. So mache ich das zumindest bei den glutenfreien Sorten. Dann hat man auch das Problem mit dem Mehlstaub umgangen.
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Evelyn, 01.11.2016 um 13:45 (UTC):
Hallo Stefanie,
wie lagert ihr euren Mehlvorrat? Bei den Papiersäcken hätte ich Angst vor Feuchtigkeit und Mehlwürmer. Gläser sind bei einem Großvorrat (ich denke so an 10 kg) auch keine rechte Option.
Gruß,
Evelyn

Kommentar von:01.11.2016 um 16:14 (UTC)
zerowaste
zerowaste
Offline

Liebe Evelyn,
Ich lasse Mehl auch nicht angebrochen in den Papiersäcken, da hätte ich auch angst vor Motten. Ich lagere aber tatsächlich in Gäsern. Dazu haben wir große 1,8Liter Gläser, in die ich dann umfülle. Wenn wir einen 10 Liter Sack von etwas, das die Mühle nicht hat, bestellen, dann meist mit Freunden oder Familie zusammen in einer Art Einkaufsgemeinschaft.

Liebe Grüße
Stefanie



Kommentar zu dieser Seite hinzufügen:
Ihr Name:
Ihre Nachricht: