Reusing: Wachsreste wiederverwenden

-Teelichter, Kerzen oder Wachsorakel selbst herstellen -

Die Kerzen vom Geburtstag, vom Adventskranz oder sonstige sind runter gebrannt und man hat nur noch kleine Stummel über. Die muss man nicht wegwerfen, sondern kann sich daraus leicht wieder Neues herstellen.
In diesem Fall Teelichter, Kerzen im Glas oder ein Wachsorakel. Ihr kennt ja sicher Bleigießen zu Silvester. Man muss das aber nicht mit Blei machen, sondern kann auch Wachs verwenden. In diesem Fall verwendet Ihr einfach Eure Kerzenstummel. Das ist dann Reusing (Wiederverwenden: eine der sechs Orientierungshilfen von Zero Waste, die dabei hilft, Müll zu vermeiden)  und umweltfreundlicher und man braucht keine Verpackung. Und Ihr müsst dafür auch kein Geld ausgeben.

Ihr braucht dazu:

  • eine alte Schüssel oder Tasse
  • einen Topf mit Wasser für das Wasserbad
  • für das Wachsorakel: (falls vorhanden) Silikonformen für die Gefriertruhe oder kleine Muffinformen, ansonsten kompostierbares Backpapier oder einen Teller/Blech mit einer glatten Oberfläche
  • Kerzenreste (wir haben Kerzen, die auf Pflanzen basierten Ölen hergestellt wurden, da wir auf erdölbasierte Kerzen verzichten, da Erdöl kein nachwachsender Rohstoff ist und die Kerzen gesundheitlich bedenklich sind. Es eignen sich aber auch Reste aus Bienenwachs)

Füllt einen Topf mit etwas Wasser und stellt darin eine alte Schüssel oder Dose mit den Kerzenresten hinein. Wir haben sie farblich nicht sortiert, da wir nur weiße hatten, aber theoretisch ist es ratsam, wenn sich die Farben nicht vermischen sollen.Wen das nicht stört, einfach zusammen in die Schüssel werfen.

Nun stellt den Topf auf den Herd und erhitzt den Topf mit dem Wasser und der Schüssel mit den Wachsresten darin. Am Anfang könnt Ihr Dampf geben, passt aber auf, dass das Wasser nicht in Eure Schüssel sprudelt. Dann schaltet auf mittlere Flamme zurück oder startet vorsichtshalber gleich mit mittlerer Flamme.Lasst nun die Kerzenreste einschmelzen bis das Wachs flüssig ist. Macht Euch keine Gedanken um Dochte oder vielleicht ein Stück Tannezweig vom Adventskranz. Das könnt ihr mit dem Löffel herausfischen, wenn das Wachs schmilzt und zur Not filtern.
Den Docht könnt Ihr übrigens oft nochmals für Teelichter verwenden. Also nicht unbedingt gleich wegwerfen!
Ist das Wachs geschmolzen, könnt Ihr nun Teelichter, Kerzen oder ein Wachsorakel (als Alternative zum Bleigießen an Silvester) herstellen.

 

Wachsorakel statt Bleigießen an Silvester

Blei ist giftig und auch die Bleidämpfe. Laut Umweltbundesamt beeinträchtigt das sogar die Intelligenzentwicklung bei Kindern. Es wird ab April 2018 verboten sein. Auf das Orakel muss man aber trotzdem nicht verzichten: Die umweltfreundliche Alternative zur Bleigießen ist Orakelgießen mit Wachs.
Es funktioniert genauso wie Bleigießen mit einer Kerze, einem Löffel und einer Schüssel mit Wasser. Ratsam ist auch eine Unterlage für den Tisch z.B. Zeitungspapier, falls mal jemand die Schüssel nicht trifft. Soll vorkommen....:-)
Das Zeitungspapier kann dann zwar nicht mehr zum Altpapier, aber als Anzündpapier für den Kachel- oder Holzofen eignet es sich mit Wachsresten sogar hervorragend. Ein Ofenbesitzer findet sich bestimmt. Und Zeitungspapier - auch als digitaler Leser-  im Bekanntenkreis.

Um das Wachsgießen herzustellen, braucht Ihr entweder Backpapier oder eine Eiswürfelform aus Silkon. Aber auch ein glatter Teller kann benutzt werden.
Nehmt nun einen Esslöffel und gebt das warme Wachs in die Silikonformen oder, falls Ihr das nicht habt, auf ein kompostierbares Backpapier oder einen Teller/ ein Blech. Lasst es erkalten und fertig sind Eure Wachsgießformen.

In einem Glas könnt Ihr sie als Mitbringsel zur Silvester- oder Geburtstagsfeier mitbringen, ohne dass sie zerbrechen. Und natürlich könnt Ihr es darin auch lagern bis Ihr es wieder braucht.
Viel Spaß dabei!

Tipp 1: Wenn Ihr beginnt das Wachs zu portionieren, taucht den Esslöffel, einmal kurz in das warme Wasser, damit das Wachs beim ersten Mal benutzen nicht so schnell stockt und am Löffel kleben bleibt (bei jedem weiteren Mal ist es egal, denn dann ist ja der Löffel schon warm)
Tipp 2: Gebt nur einen Esslöffel Wachs in die Eiswürfelformen und nicht mehr. Es ist keine gute Idee sie bis oben hin zufüllen, wenn man für das Orakel nur einen Esslöffel benutzt. Das Wachs wird ja wiederflüssig und läuft dann alles vom Esslöffel herunter. Sauerei -Alarm!
Tipp 3: Ihr könnt natürlich auch gekaufte Wachspellets verwenden.
Tipp 4: Auch die Kerzen zu raspeln ist eine Möglichkeit. Aber das ist eine anstrengende Arbeit mit der Zeit und in unserer Familie findet sich kein(e) Freiwillige(r). Eine weitere Option bei kleinen! Wachsteilen ist ein Hochleistungsmixer. Er kann kleinere!! Wachsteile rapseln. Wenn er auch kleine Eiswürfel schreddern kann, kann er auch kleine Wachsteile. Kann er das nicht, lasst die Finger davon, denn so könnt Ihr den Motor ruinieren.
Tipp 5: Größere Wachsreste kann man auch kleinhacken: Dazu braucht ihr einen Beutel, in den Ihr die Wachsteile steckt, und macht ihn zu. Dann haut ihr mit dem Hammer darauf. Achtet aber auf eine geeignete Unterlage! Und auf den Beutel sollte man nicht verzichten, denn beim Draufhauen könnt ihr euch die Stücke in die Augen schleudern! Unangenehm....
Tipp 6: Das Schöne an diesem Orakel ist: für das nächste Jahr habt Ihr die kleinen Stücke gleich parat, wenn Ihr das abgeschöpfte Wachs auf dem Zeitungspapier oder einem Sieb abtropfen und trocknen lasst und in einem Glas für das nächste Jahr aufbewahrt (Reusing). Natürlich könnt Ihr das aber auch noch vorher für eine weitere Runde Orakel verwenden.
Tipp 7: Mit kaltem Wasser erzielt man die anschaulichsten Ergebnisse. Bei Bedarf kann man Eiswürfel mit hineingeben oder das Wasser draußen vor der Tür (Silvester ist es meist ja kalt) eine Viertelstunde runterkühlen lassen.
Tipp 8: Seid vorsichtig beim Rausfischen Eurer Orakelformen aus dem Wasser! Wachs ist filigraner und zerbrechlicher als Blei.

 

Teelichter

Aus dem warmen Wachs könnt Ihr aber auch Teelichter herstellen. Nehmt dazu einfach Eure alten, ausgebrannten Teelichtformen her. Habt ihr keine, bieten kleine Weckgläser eine Alternative.
Füllt diese nun mit dem flüssigen Wachs auf und wartet bis das Wachs stockt, aber noch weich ist.
Dann könnt Ihr den Docht hinein geben.
Den habt Ihr vielleicht von den Kerzenresten aufgehoben, wenn sie groß genug waren. Wenn das Wachs ausreichend erkaltet ist, könnt Ihr den Docht auf die passende Position geben. Genauso funktioniert das bei Kerzen:


Kerzen:

Nur braucht man bei größeren Kerzen wahrscheinlich einen neuen Docht. Die gibt es im Kerzenhandel und manchmal auch bei einem Imker zu kaufen. Gelegentlich auch einzeln. Wir haben ihn einfach selbst gemacht aus einem Baumwollfaden (Reste von Handarbeiten eignen sich dazu sehr gut). Den haben wir auf die passende Länge- je nach Dicke - einfach gezwirbelt oder geflochten, kurz in Wachs getaucht und trocknen gelassen. Fertig. Wenn ihr große Kerzen gießen wollt, gebt das Wachs einfach in ein Glas z.B. Marmeladenglas oder auch in eine Silikonform. Sobald das Wachs fester wird, aber trotzdem noch weich ist,  könnt Ihr den Docht an die passende Stelle stecken.
Ich erwähne die Silikonformen hier auf diesem Zero Waste Blog, auch wenn sie aus Kunststoff bestehen. Das heißt nicht, dass Ihr sie unbedingt braucht oder gar kaufen sollt. Nein, wenn überhaupt, dann  schon leihen für die paar wenigen Male, die man sie tatsächlich mal braucht. Und man braucht sie wirklich nicht unbedingt. Die Silikonformen gibt es aber in verschiedenen Formen - das ist manchmal gewünscht. Und manche wollen um die Kerze kein Glas haben und haben diese Formen eh schon im Haushalt und werfen sie erst weg, wenn sie kaputt sind. Das macht ja auch Sinn, bevor man Muffins verpackt oder die Muffinförmchen aus Papier zum Wegwerfen kauft- deshalb erwähne ich das einfach trotz Kunststoffs als Option. Das nur kurz zur Erklärung.

Was macht Ihr noch aus Wachsresten? Schreibt es doch in die Kommentare!
 
Dieser Beitrag ist hier auf Facebook zu finden.





Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Claudia, 30.12.2017 um 21:34 (UTC):
Anzünder für de Ofen: Wachsreste einem alten Topf schmelzen. Dann Holzwolle (habe ich aus Paketen vom Pflanzenversand übrig) etwas zusammendrehen und vorsichtig in das flüssige Wachs tauchen. Auf einer alten Dauerbackmatte oder Backpapier erkalten lassen, dann noch mal von der anderen Seite eintauchen. Trocknen lassen.

Kommentar von:30.12.2017 um 21:41 (UTC)
zerowaste
zerowaste
Offline

Toller Tipp, Claudia! Einen guten Rutsch ins neue Jahr, wünsche ich Dir!
Herzliche Grüße Stefanie



Kommentar zu dieser Seite hinzufügen:
Ihr Name:
Ihre Nachricht: