Holz: Die Versorgung ist kritisch

Drei wichtige Gründe, weshalb man auch auf Papiertüten verzichten sollte!
 - und gleichzeitig, weshalb man generell Papier sparen sollte
Müllvermeidung im "Zero Waste - Stil" ist ja nicht nur das Vermeiden von Plastikverpackungen. Viele meinen, sie kaufen Verpackung aus Papier oder anderen recyclingfähigen Materialien, dann hat man sein Soll erfüllt.
Aber das ist nur eine Verlagerung des Müllaufkommens von nicht oder schwer recyclebaren Stoffen auf recycelbare und nachwachsende Materialien.
"Waste" bedeutet auch "Verschwendung". Das heißt, man versucht alles Unnötige zu vermeiden - so auch Papierverpackungen.
Dass man es in unserer jetzigen Gesellschaft kaum schaffen kann, ohne Aussteiger zu werden, gar keinen Müll (Restmüll, Recycling-, Giftmüll etc)... zu produzieren, liegt auf der Hand.
Trotzallem muss Verschwendung zu Lasten der Umwelt und der nachfolgenden Generationen nicht sein. Deshalb versuchen wir im Rahmen unseres Projekts soweit es geht auch den Papierkonsum einzudämmen, insbesondere bei Verpackungen. Das hat drei Gründe:
Was viele nicht wissen ist, dass Papiertüten im Vergleich zu Plastiktüten kaum besser in der Energiebilanz sind. Zur Herstellung von Papiertüten wird viel Chemie, Wasser, Holz und Energie benötigt und kann zur Einleitung von Chemikalien in Gewässer führen. Zwar basiert Papier auf einem nachwachsenden Rohstoff und ist schneller abbaubar, aber letztendlich belastet die Produktion auch die Umwelt. Es ist genaugenommen Verschwendung von Rohstoffen, wenn man bedenkt, dass diese einfach vermieden werden können, in dem man seine eigenen Tragetaschen und Behälter mitnimmt. Das ist eigentlich kein großer Aufwand.
Welche Möglichkeiten es für Taschen gibt und Tricks, damit man sie nicht vergisst, haben finden Sie in unserer Zusammenfassung.
Das ist schon mal der erste Grund, weshalb man auf Papier verzichten sollte.

Schon jetzt wird mehr Papier benötigt, als aktuell an recyclingfähigen Material im Umlauf ist. Also müssen Wälder abgeholzt werden, die in dem Maße nicht so schnell wieder aufgeforstet werden können. Weltweit werden jährlich 13 Millionen Hektar Wald abgeholzt, wie das Umweltbundesamt in der Broschüre „Papier: Wald und Klima schützen“ veröffentlichte. Zum bildlichen Vorstellen: das ist dreimal die Fläche der Schweiz.
Ein Baum bindet allerdings CO2 und das ist bekanntermaßen wichtig für die Bekämpfung des Treibhauseffekts. Ein Hektar Wald in Deutschland bindet beispielsweise einen geschätzten Durchschnittswert von 13 Tonnen CO2.
Wenn man nun Plastik- durch Papiertüten ersetzt und deshalb mehr Wälder abholzt, wird der Treibhauseffekt verstärkt.
Also sollte man darauf verzichten und die eigenen wiederverwendbaren Verpackungen mitnehmen, damit der Rohstoffkreislauf geschlossen bleibt.
Das ist der zweite Grund, weshalb man auch auf Papierverpackungen verzichten sollte.

Wenn nicht so viel Recyclingpapier zur Verfügung steht, dann muss man eben so viel abholzen, wie man braucht und das dann immer wieder verwenden. Wenn der Kreislauf geschlossen ist, dann kann man ja die Wälder aufforsten. Das haben wir als Argument auch schon gehört.
Klingt auf den ersten Blick nachvollziehbar, auf den zweiten Blick ist es nicht machbar.
Erstens bleibt der Kreislauf nicht geschlossen. Es entsteht sogar erst gar keiner.
Allein für Werbemittel entsteht laut bifa Umweltinstitut GmbH durch Randbeschnitt, Einrichten der Druckermaschine, Vordruckphasen und Waschzyklen, bei denen die Papierbahn weiterläuft, 10-20% Verlust.
Technisch sind ein Altpapieranteil von nur 80% möglich. Der tatsächliche Verbrauch von Altpapier in Deutschland liegt offenbar nur bei 50%. (FÖP- und Robin Wood-Berechnungen auf Basis Kritischer Papierbericht 2004, Seite 14-15, 27-31). Das würde am Import und Export liegen. In Deutschland exportieren wir rund 60% der hier hergestellten Papierprodukte und desweiteren konsumieren wir Papier- und Fertigprodukte aus dem Ausland.
Zweitens spricht dagegen, dass vermutlich nicht so viel Holz als Rohstoff zur Verfügung steht, damit man den Bedarf tatsächlich decken kann.
Denn Holz wird knapp!
Das  bayerische Staatsministerium für Wirtschaft und Medien, Energie und Technologie veröffentlichte im Leitfaden „Materialeffizienz und versorgungskritische Materialien in der produzierenden Wirtschaft Bayerns“, dass der Rohstoff Holz versorgungskritisch einzustufen ist.
Der Grund: Holz wird weltweit zunehmend als Energielieferant genutzt wird und kann nicht ersetzt werden.
Der Rohstoffkreislauf bleibt desweiteren nicht geschlossen, da Papierfasern nicht unbegrenzt recycelbar sind. Irgendwann sind die Fasern zu kurz und müssen durch Frischfasern ersetzt werden.
Das ist der dritte Grund, den Papierverbrauch einzudämmen.

Wir sollten also Holz und damit auch Papier sparen, nicht verschwenden!
Also her mit der eigenen Tasche, her mit dem guten, alten, waschbaren Wischlappen statt mit Zewas, her mit Taschentüchern aus Stoff, kaufen Sie erst gar keine Papierservietten, sondern investieren Sie in immer wiederverwendbare Stoffservietten. Sprich nutzen Sie Wiederverwendbares!
Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, wie man effektiv Papier sparen kann.
Einige Tips werden wir in den kommenden Post zusammenfassen!
Wenn wir hier übrigens vom Sparen reden, dann meinen wir damit nicht zwingend Verzicht bis zur Selbstkasteiung.
Sparen ist das Gegenteil von Verschwenden. Und Verschwenden bedeutet, dass man Sachen verbraucht, die man nicht eigentlich nicht braucht.
Wir haben in den letzten Wochen festgestellt: Was man nicht braucht, ist einem oft gar nicht bewusst, weil es halt so zum Alltag gehört.
Und manchmal gibt es auch Sachen, die nicht lebensnotwendig sind, aber das Leben (vermeindlich) einfach und praktisch machen. Es liegt an jedem selbst herauszufinden, wo für einen die Verschwendung aufhört, dafür aber eine unangenehme Einschränkung im Leben beginnt.
Bevor man dies aber entscheidet, sollte man die Alternativen kennen, die man nicht nutzt.
Und die sind oft erschreckend einfach und naheliegend.
 
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