Haare Waschen

Wir haben letzens einen Workshop im Repair Cafè zum Thema "Müllvermeidung im Alltag - unsere Tricks und Tipps" gegeben. Interessanterweise kam dabei heraus, dass das Thema Shampoo doch ein großes Thema ist.
Wie bekommt man das ohne Verpackung oder zur Not recycelbar? Wie kann man es selber machen und was ist, wenn ich keine Lust auf Selbermachen habe? Gibt es dann Alternativen? Ja, die gibt es.

Abfüllen lassen:
Bea Johnson, nennen wir sie mal die Zero Waste Päpstin aus L.A., hat in ihrem Buch "Zero Waste Home" geschrieben, dass man sich die Shampoos im Bulk Store abfüllen lassen kann oder auch bei einem Friseur.
In unseren Einkaufszentren im Landkreis, egal ob Bio- oder konventionell, haben wir kein Shampoo zum Abfüllen bekommen und auch keinen Friseur mit diesem Angebot gefunden. Das wird von Landkreis zu Landkreis unterschiedlich sein. Vielleicht haben Sie eine Möglichkeit vor Ort.
Wir kamen eher mit dem Hinweis Seife zurecht.


Mit Seife Haare waschen

Man kann auch mit Seife die Haare waschen. Welche ist eigentlich egal. Sie müssen selbst entscheiden, welche Inhaltsstoffe Sie drin haben wollen, vegan, welche Duftnote oder sogar ohne, wieviel Prozent Ölgehalt etc. Das kommt ganz auf ihren Haartyp an. Die Mama wäscht gerne mit einer Alepposeife mit 80% Olivenöl die Haare. Die Seife bekamen wir mit kleiner Papier-Banderole im Bioladen. Aber auch Drogeriemärkte führen sie. Und nicht nur diese. Meist gibt es doch ein großes Angebot an Seifen, die nur mit einer kleinen Papierbanderole versehen sind, manchmal auch gar nicht oder in einem kleinen Karton stecken.
Es gibt übrigens auch spezielle Haarseifen. Meist findet man sie im Bioladen, auf Märkten oder bei kleinen regionalen Händlern oder Seifenmanufakturen. Wer wirklich gar nichts finden sollte, wird auch über das Internet einen Treffer landen.
z.B. naturseifen-manufaktur oder sauberkunst, monomeer
Die Seife auftragen kann man auf unterschiedliche Weise:
Einerseits kann man die Hand einseifen und den Seifenwchaum auf die Haare geben oder - und das finden wir die einfachere und weniger umständliche Variante - einfach den Seifenblock auf das nasse Haar reiben und verteilen.

Achtung: Saure Rinse!

Aber (und das ist ganz wichtig, wenn Sie hinterher nicht aussehen wollen wie ein zotteliger Straßenköter):
Nach der Haarwäsche mit Seife muss eine saure Rinse oder saure Spülung gemacht werden. Das macht man entweder mit Essig oder und das empfehlen wir, weil wir den Essiggeruch nicht mögen, mit Zitronensaft. Den Essig oder den Zitronensaft sollte man mit Wasser verdünnen und spült damit hinterher das Haar durch. Dadurch wird die basische Seife neutralisiert und die Haarestruktur wird glatt. Wie stark man verdünnen muss, hängt von der benutzen Seife und Ihrer Haarstruktur ab.
Als Beispiel: die Mama hat dickes und üppiges langes Haar bis zu den untersten Rippen. Dafür nimmt sie einen halben Liter Wasser und eine halbe Zitrone.
Bei Ihnen kann es anders aussehen. Sie merken, wenn sich die Haare nicht mehr speckig, sondern angenehm anfühlen, reicht die saure Spülung aus. Und sind die Haare kürzer und dünner, brauchen Sie sicherlich weniger.
Wo bekommt man Essig und Zitronen möglichst Zero Waste?
Den Essig bekommt man in Flaschen, in Bioqualität sogar in Pfandflaschen, teuer zum Abfüllen in Essig- und Ölläden, wer Glück hat in einem unverpackt Laden oder
man macht ihn sich aus Apfelschalen und -kerngehäusen und Wasser selbst. (Rezept ansehen).
Zitronen bekommt man einzeln und lose im Bioladen und in guten Supermärkten. Den Saft zur Not auch in der Einwegflasche oder im eigenen Mehrwegsystem im Unverpacktladen, den wir leider nicht vor Ort haben. Wir nehmen eine normale Zitrone und nutzen sie für weiteres:
Ideen für die Weiterverwertung der Zitronenschalen:
1. Die gelbe Schale wird abgehobelt (vor der weißen Haut stoppen) und kommt als Backaroma ins Gebäck. Braucht man es gerade nicht, lässt man es an der Luft, in der Sonne, auf der Heizung oder auf dem Kachelofen trocknen, füllt es in verschließbare Gläser ab und verwendet es, wenn benötigt.
Mit dem Rest der Schalen kann man desweiteren die Waschbecken oder die Badewanne im Bad putzen. Die Säure löst den Kalk. Hinterher abspülen oder feucht nachwischen und trocken reiben. Schon blitzt alles.
2. Oder man aromatisiert damit seinen Essig und stellt sich dadurch einen Zitrusessigreiniger mit fruchtiger Note her. Die Zitronenschale wird dazu für 1 bis 2 Wochen zum Essig gegeben. Beim Haarewaschen hat man nicht gleichzeitig mehrere Zitronenschalen zur Verfügung, wie auf dem Bild gezeigt: aber das ist egal. Man kann sie auch nach und nach zugeben.
3. Bei wenig verschmutzten Geschirr kann es ausreichen die Zitronenschalen mit in den Geschirrspüler zu legen.
Nach all diesen Weiterverwendungsmöglichkeiten werden die Schalen kompostiert.
Vorteile der Seife:
Der Vorteil der Seife ist: Sie ist ein Konzentrat, sehr ergiebig, wesentlich ergiebiger als ein Shampoo, da sie ohne Wasser und übrigens auch ohne Konservierungsstoffe auskommt. Preislich ist sie günstiger als ein Shampoo. Man kann sie sowohl zum Händewaschen, zum Körperreinigen, meist auch zum Rasieren und im Notfall für selbstgemachtes Waschpulver verwenden, falls sie einem nicht zugesagt hat.

Shampooseife alias Shampoobar alias Shampooriegel alias festes Shampoo

Das ist die einfachste Methode. Unter diesen vier Begriffen findet man ein Shampookonzentrat. Es sieht aus wie ein normales Stück Seife, weist aber alle Inhaltsstoffe eines Shampoos auf bis auf Wasser, Silikone und Konservierungsmittel. Hier braucht man keine sauere Rinse!
Die Shampoobars gibt es für alle Haartypen, mit gängigen bis ausgefallenen Pflegestoffen, mit und ohne Duft, in Bioqualität oder konventionell, vegan bzw. ohne Tierversuche.
Wo bekommt man Shampoobars?
Unser Bioladen vor Ort führt den Shampooriegel in einer kleinen Plastikfolie. Das ist insgesamt weniger Verpackung als die eines Shampoos und noch dazu reicht ein Shampoobar für je nach Größe zwischen 60 und 70 Haarwäschen. Ist also wesentlich ergiebiger als ein flüssiges Shampoo.
Shampoobar bekommt man auch bei Lush, je nach Vorliebe für die Inhaltsstoffe.
Regionale Seifenmanufakturen sind außerdem eine Alternative.
Auch das Internet bietet richtig tolle Shampoobars für jedes Haar, auch für Babys und auf Wunsch ohne Plastik und nur im kleinen Versandkarton verschickt:
sauberkunst; naturseifen-manufaktur

Selbermachen:


Natürlich kann man das Shampoo auch selbst herstellen. Im Internet findet man zahlreiche Anleitung, außerdem Bücher dazu (ausleihen? siehe auch mit der Bücherei sparen). Shampoo Selbstherstellen ist nicht wirklich unser Ding. Man braucht viele Inhaltsstoffe, die man meist nicht zu Hause hat. Dann muss man recherchieren, wo man sie verpackungslos oder zumindest in recyclbarer Verpackung bekommt und wenn man Pech hat, war das Rezept nicht zufriedenstellend. Wir wollen niemanden davon abhalten, aber deshalb kommen keine komplizierten Rezepte von uns.
Nur ein einfaches:
Wir machen ab und an ein Shampoo aus Kastanien selbst. Dazu braucht man Kastanien und Wasser. Im Endeffekt macht man es, wie das Kastanienwaschmittel.
So geht es:
Fünf Kastanien in einem Beutel mit einem Hammer oder Stein auf einer bruchsicheren Unterlage kleinhacken. Den Beutelinhalt in ein Glas geben und mit Wasser auffüllen, so dass die Stückchen bedeckt sind. Zwei Stunden ziehen lassen, schütteln und durch ein Sieb abseihen. In den zwei Stunden haben sich die natürlichen Saponine der Rosskastanie gelöst. Das Wasser sieht nun trüb aus und schäumt ein klein wenig nach dem Schütteln. So soll es sein. Das gibt man statt Shampoo auf die Haare. Es langt für sehr lange Haare (bis ca. zur Taille) oder für zwei Haarwäschen.  Hinterher ist eine saure Zitronenrinse empfehlenswert.
Nachteil:
Man braucht Vorbereitungszeit, muss also planen. Es ist im Kühlschrank nur ca. 2 bis 3 Tage abgeseiht haltbar. Danach kippt es. Kastanien sind nicht das ganze Jahr verfügbar. Man kann sie allerdings im Herbst sammeln, trocknen und hat sie dadurch das ganze Jahr. Beim Trocknen sollte man die Kastanien nur in dünnen Lagen luftdurchlässig lagern und immer wieder wenden, damit sich kein Schimmel bildet. Sind sie trocken kann man sie z.B. in Körben lagern.
Vorteil:

Die Kastanien sind eine tolle Pflege. Die dicken, lockigen und üppigen langen Haare der Mama sind damit sehr angenehm und glänzend geworden. Der Kostenaufwand ist gering, da man Kastanien gratis sammeln kann. Aus Kastanien kann man desweiteren Kastanienwaschmittel machen. Und die Fußmassage mit ihnen ist auch nicht ohne. (siehe: Kastanien - Waschmittel und vieles mehr)

Oder Sie versuchen mal die Variante in Verbindung mit Resteverwertung: Shampoo aus Avocadokernen. Für trockene Haare war das allerdings nicht sehr überzeugend. Sie haben eher nachfettende Haare? Ein Versuch ist es wert: zur Anleitung

No Poo - Methode


No Poo, ein Wortspiel aus "kein Shampoo" und "kein unangenehmer Geruch". Hierbei wäscht man die Haare nur mit Wasser. Das braucht Umstellungszeit. Die Haare sehen anfangs fettig aus. Mit der Zeit gibt sich das allerdings. Wichtig ist dabei, dass man intensiv bürstet. Die Regel der Oma "mit 100 Bürstenstrichen am Tag" wird das Haar schön, bekommt dabei eine neue Bedeutung. Man kämmt von der Kopfhaut aus bis in die Spitzen und verteilt damit den Talg bis in die oft trockenen Enden.
Die Umstellungszeit kann schon etwas heftig sein. Das Haar glänzt speckig und ist fettig.
Trockenshampoo aus Roggenmehl:
Abhilfe kann zwischenzeitlich ein Trockenshampoo aus Roggenmehl verhelfen. Roggenmehl bekommt man offen z.B. in einer Mühle. Man gibt eine kleine bedeckte Handfläche voll ins Haar und bürstet das Mehl gründlich aus. Das Roggenmehl verbindet sich mit dem Talg des Haares und so sieht es wieder sauber aus. Die Bürste muss gut gesäubert werden, manchmal hinterher auch der Boden. Für Menschen mit Zöliakie ist das definitiv nichts.
Vor- und Nachteile der No Poo Methode:
Hat man die bis zu einigen Wochen dauernde Umstellung auf No Poo geschafft, sollte man nicht so schnell wieder auf ein herkömmliches Shampoo zurückgreifen. Meist muss man dann nämlich von vorne anfangen. Manche Menschen, die Probleme mit der Kopfhaut haben oder gar Neurodermitis oder Schuppfenflechte, berichten von einer Besserung bei dieser Methode.
Unserer Tochter waschen wir mittlerweile nur noch mit Wasser und ab und an mit Kastanien die Haare. Es war ein Versuch die nässende, juckende und stark schuppende Kopfhaut in den Griff zu bekommen. Mit Erfolg.
Das ist allerdings nicht für jedermann etwas. Wann soll man das im normalen Berufsleben machen ohne mit fettigen Haaren ins Büro zu kommen? Für uns Eltern ist es aus diesem Grund und da kein Leidensdruck besteht bisher keine Alternative. Außerdem ist das auch eine Geschmacksfrage. Das Ritual, die Gewohnheit, der Duft und das eigene Befinden können dabei eine Rolle spielen - muss aber nicht.

Natron + Heil-/bzw. Lavaerde

Zum Haarewaschen kann man außerdem Natron oder Heil-/bzw. Lavaerde verwenden. Beides braucht hinterher eine saure Rinse. Diese Möglichkeiten haben uns nicht sonderlich angesprochen. Von Natron rieten die Hairstylisten komplett ab. Außerdem wurde berichtet, dass nach längerer Verwendung die Haare kaputt wären, brachen oder ausgingen. Natron kam deshalb nie in Frage.
Lava- und Heilerde kannte die Mama unserer Familie schon viele Jahre und versuchte es auch aktuell immer wieder. Aber: bei dicken, festen und durch Locken leicht trockenem Haar fühlten sich die Haare trotz saurer Rinse wie Stroh an. Möglicherweise ist das nichts für eine solche Haarstruktur. Desweiteren braucht man viel Wasser, um die Erde wieder aus langen Haaren herauszubekommen und die Badewanne musste auch ordentlich gespült und nachgewischt werden. Die Kinder wollten den "Schlamm" nicht auf den Haaren haben. Sie fanden das eklig. Desweiteren braucht Heil- und Lavaerde durch das Volumen eine relativ große Verpackung: Karton + und beschichtete Papiertüte. Auch die Apotheke bekam es nicht anders her, sodass wir es uns nicht in Gläser füllen lassen konnten.

FAZIT:
Als einfachste und schnelle Alternative zu Shampoos in Plastikverpackung können wir deshalb die Shampoobars empfehlen. Auch das Ergebnis war super.
Kurze Vorbereitung braucht zwar auch die Haarseife mit der sauren Rinse, aber auch dieses Resultat war absolut empfehlenswert.
Welche Zero Waste Alternative verwenden Sie für Ihre Haare zum Waschen? Vielleicht verraten Sie auch, wie lange die Haare sind, ob sie trocken sind etc. und berichten uns über Ihre Erfahrungen!
Wir freuen uns auf Ihre Kommentare hier oder auf facebook!


Shampoo aus Avocadokernen
Ein Rezept und Selbstversuch












Zero Waste  + die Zahnhygiene: von Zahnpulver über Zahntabletten und Zahnbürsten


zurück zum Blog




Die letzten Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von:11.01.2016 um 09:05 (UTC)
zerowaste
zerowaste
Offline

Hallo Simply,

Vielen Dank für deinen Post! Deine Haarwasserspülungen klingen total interessant!! Mich würde interessieren, ob das sehr aufwendig ist und man eine spezielle Ausrüstung u.A. auch für die Öle braucht. Vielleicht hast du ja Lust kurz zurückzuschreiben, gerne auch per PN über Kontakt !
Toller Einsatz!! Liebe Grüße sendet Dir Stefanie

Kommentar von Carla, 09.02.2016 um 18:01 (UTC):
Roggenmehl muss auf jeden Fall in die Liste, aber wie schon erwähnt als angerührtes Shampoo... dazu findet man im Internet auch "Rezepte" für! Ich benutz es seit einiger Zeit und es war das Beste, was ich machen konnte!
Ich hatte sehr starke Probleme mit meiner Kopfhaut und habe alles ausprobiert: Lava-Erde, Haarwaschseife, No-Poo, Urea-Shampoo, selbst ein vom Hautarzt verschriebenes Shampoo hat alles nur verschlimmert. Mit dem Roggenshampoo sind meine Probleme so gut wie weg, und es fühlt sich so toll an!

...Ich wusste gar nicht, dass es schon bei Hautkontakt mit Gluten Reaktionen kommen können, das ist ja gemein :O

Kommentar von:09.02.2016 um 19:23 (UTC)
zerowaste
zerowaste
Offline

Hallo liebe Carla,
Bei Zöliakie, einer seltenen Stoffwechselkrankheit, muss man auf jeden Fitzel achten. Das Gluten kann an den Lippen kleben bleiben und man nimmt es durch Ablecken auf, man schleckt versehentlich an den Fingern etc. Es dürfen nicht einmal Spuren aufgenommen werden, so dass man sogar nicht den gleichen Toaster oder die gleichen Holzlöffel verwenden darf, wie jemand der den auch mit glutenhaltigen Speisen benutzt hat. Das hat also nichts mit äußerlichen Berührungen zu tun. Eine glutenfreie Diät ist die einzige Therapie dieser Krankheit, hält man sie nicht ein kann es u.A. zu Tumoren kommen. Deshalb die Vorsichtsmaßnahme.
Liebe Grüße sendet Dir Stefanie

Kommentar von Simply, 14.05.2016 um 17:34 (UTC):
Seit einigen Wochen gibt es bei uns in der Kosmetikabteilung sogenannte "Badeseifen" von SPEICK, die nur in einer Pappschachtel verpackt sind. Diese Seifen sind etwa 300 gramm schwer ( Riesenseifenstücke im Vergleich zu normalen Seifen) und sind laut Hersteller auch als Haarseifen nutzbar. Das werde ich allerdings demnächst mal in Kombination mit einer sauren Rinse ausprobieren.

Kommentar von Lilly, 03.07.2016 um 21:36 (UTC):
Da ich gerne die ganz einfachen Lösungen bevorzuge benutze ich seit Ende 2014 nur Savon de Marseille (also einfach eine Seife mit mindestens 72 % Olivenölanteil) für meine komplette Körperpflege. Nach einer Umstellungszeit von ein paar Wochen sind meine ehemals glatten und feinen Haare wunderbar und sehen viel fülliger aus. Auch meine ständig irritierte Kopfhaut ist seitdem Vergangenheit. Übrigens nehme ich keine saure Rinse (war mir einfach zu aufwendig und habe es daher auf einen Versuch ankommen lassen). Bei meinen kurzen Haaren und auch jetzt bei meinen kinnlangen Haaren ist das gar kein Problem! Im Gegenteil, sie sind schön griffig und glänzen dennoch.

Kommentar von Mica aus Brühl, 16.08.2016 um 21:24 (UTC):
Hallo
Ich habe mittelgroße Locken, die in trockenem Zustand inzwischen knapp über meine Schulterblätter hinausreichen, nass sind sie etwa 15 cm. länger. Von Natur aus komisch dunkelblond mit Rotstich, es mogeln sich jedoch langsam auch ein paar kleine weiße Härchen dazwischen.

Mir hat es sehr geholfen meine Haare ganz von Shampoo zu entwöhnen. Als ich mal krank war, habe ich sie (zuerst nicht ganz freiwillig...) knapp zwei Wochen nicht gewaschen und so "ausfetten" lassen. Das ist wahrscheinlich nicht unbedingt notwendig, hat den Prozess jedoch beschleunigt. Seitdem sind die Abstände zwischen den Wäschen langsam immer größer geworden. Haarseife hat bei mir leider nicht gut funktioniert, Roggenmehl hingegen sehr gut.

Inzwischen spüle ich sie etwa alle 2 Tage einfach beim Duschen nur mit warmen/heißen Wasser aus (ich kann sie halt nur nass gut kämen), und pflege danach, je nach dem wie sich die Haare anfühlen und wie faul ich bin mit kaltem Wasser, Apfelessig-Wasser Spülung und/oder derzeit noch Haaröl (bis es leer ist, dann steige ich wahrscheinlich auf das wundervolle Rapsöl um, denke ich, Öl ist auf jeden Fall ein Zaubermittel bei Locken, wenn man es nicht übertreibt). Wirklich waschen, also mit Roggenmehl, muss ich nur noch bevor ich mit Henna färbe, um die Haare vollkommen zu entfetten, das ist so alle 3-4 Wochen (!) Und nein, ich laufe nicht ungepflegt herum, die Haare sind sogar schöner als zuvor, die Locken definierter und entspannter. Juhuu

Da ich für eine Wäsche (ich reibe nur mit dem gequollenen Mehl die Kopfhaut ein und spüle gut aus, mehr nicht) ca. 2 Eßl. trockenes Mehl benötige, habe ich mit einer Kilopackung Mehl und einer Flasche Essig für den Rinse einen Shampoo-/ Conditionervorrat für etwa ein halbes bis ein Jahr. Das ist ungemein befreiend, im Gegensatz zu den zig Produkten, die ich früher meinte für meine Locken zu brauchen.

Das hat sich aber alles in kleinen Schritten entwickelt.
Genau wie dieser ewig lange Kommentar
Liebe Grüße!

Kommentar von:10.09.2016 um 19:07 (UTC)
zerowaste
zerowaste
Offline

Danke für deine Erfahrungen, Mica! Das hast du so schön unterhaltsam und informativ geschrieben!
Als Haaröl fürdie Spitzen nehme ich übrigens auch Raps- bzw Leinöl her. Klappt super. Genauso gut, wie das gehypte Kokosöl.
Herzliche Grüße
Stefanie
Liebe Grüße
Stefanie

Kommentar von Petra aus München, 13.09.2016 um 22:06 (UTC):
Ich benutze nun seit ca. 1,5 Jahren Haarseifen, auch Alepposeife habe ich schon einmal benutzt. Saure Ringe mache ich allerdings nie. Trotzdem bin ich zufrieden mit dem Ergebnis. Meine Haare locken sich und sind füllig. Auch haben sich die Abstände zwischen den Wäschen deutlich verlängert. Waren es frühe 2 - max. 3 Tage, so kann das heute auch nur einmal in der Woche sein.
Trotzdem will ich demnächst noch einen Schritt weiter gehen, und die Water Only-Methode ausprobieren, ich bin schon gespannt.
Herzliche Grüße,
Petra

Kommentar von Tomke, 18.12.2016 um 16:08 (UTC):
Hejho!
Ich benutze auch Aleppo-Seife, aber als saure Rinse benutze ich Quittensaft. Ich wollte weder nach Essig stinken, noch weit gereiste Zitronen verwenden. Im Herbst habe ich am Stadtrand Zierquitten gesammelt (Die wachsen da im Gestrüpp vor sich hin) und mit dem Dampfentsafter entsaftet. Den Saft habe ich in Flaschen eingekocht und jetzt habe ich locker einen Jahresvorrat. Den Säuregehalt habe ich mal mit PH-Papier getestet: der Saft ist etwa halb so sauer wie Zitronensaft. Ich nehme jetzt immer einen guten Schuss (ca. 50 ml) Saft und verdünne ihn mit ca. 200 ml warmem Wasser. Das scheint die richtige Mischung zu sein. Vorteil: Quitten riechen wirklich sehr gut und wachsen hier wild in der Gegend herum.

Kommentar von:18.12.2016 um 19:57 (UTC)
zerowaste
zerowaste
Offline

Tomke, ich liebe Quitten!! Leider komme ich schlecht an sie ran. Dieses Jahr habe ich einige bekommen, aber der Saft ist schon längst weggetrunken. Vielleicht finde ich doch einen Platz für einen Quittenstrauch bzw Baum zum Pflanzen, denn die Idee von dir finde ich genial!
Liebe Grüße Stefanie

Kommentar von Miriam, 30.01.2017 um 18:21 (UTC):
Hallo:) Ich wasche meine Haare seit ca. vier Jahren vorwiegend mit Natron, manchmal nur mit Wasser und wenn ich unterwegs oder faul bin mit Dr Bronner's Seife (nicht zero-waste). Nach einiger Zeit hab ich auch auf die Rinse verzichtet, aber meine Haare sind wahnsinnig glatt und nur schulterlang und glänzen wie eh und je, sind bloß "griffiger" als in Shampoo-Zeiten. Es kommt also wohl sehr auf die Haarstruktur an:) Für die Spitzen nehm ich selten Kokosöl, das ich eh zum Abschminken da hab, und wenn sie trocken werden, kommen ein paar Zentimeter ab. Ich würd sagen, zusammen mit dem täglichen Bürsten mit Naturhaarbürste komm ich mit einmal waschen pro Woche und ein, zweimal Wasserwäsche aus. Aber die Shampoobars klingen interessant und easy, vielleicht laufen sie mir mal über den Weg als Ersatz für Dr Bronner's.

Kommentar von Nina, 06.02.2017 um 11:30 (UTC):
Hallo!
Ich selber benutze seit Jahren Shampoobars für meine Haare und komme gut klar. Für meine Tochter nutze ich sie allerdings nicht, da sie extrem in den Augen brennt falls mal etwas reingerät. Liegt dass jetzt an meiner speziellen Seife oder macht es Sinn mal eine andere zu testen? Ich habe leider bisher noch nirgendwo einen Artikel speziell zu Kindern und Shampoo Bars gefunden. Hast Du (oder jemand anderes) vielleicht einen Tipp für mich?
Vielen Dank!

Kommentar von:07.02.2017 um 06:48 (UTC)
zerowaste
zerowaste
Offline

Hallo Nina,
es gibt schon Unterschiede bei den Shampoobars. z.B ist SLS (Natriumlaurylsulfat oder auch als Sodium Lauryl Sulfate bezeichnet) reizender als SLES (Natriumlauryldiethoxysulfat). Es hängt zudem von der eingesetzten Dosierung ab, wie reizend ein Shampoobar wirkt. In der Naturkosmetik ist dagegen Lathanol als waschaktive Substanz zu finden (Natriumdodecylsuloacetat bzw. Sodium Lauryl Sulfoacetate) zu finden. Diese funktionieren auch sehr gut bei hartem Wasser. Wir haben ein mildes Babyshampoo mit letzterem, da wir ja direkt an den Alpen wohnen, das gut bei den Kindern ankommt. Es nennt sich Kokosmakrone und ist von Sauberkunst.de. Wir kommen damit gut zurecht. Ansonsten ist der selbstgemachte Kastaniensud auch sehr mild.
Vielleicht hilft Dir das weiter!
Herzliche Grüße Stefanie

Kommentar von Juni, 13.04.2017 um 06:23 (UTC):
Hallo Nina, ich bin auf deinen Artikel hier gestoßen, da ich mir seit einigen Wochen die Haare mit Seife wasche. Ich habe nun verschiedene "Haarseifen" probiert, einerseits habe ich kein Kopfhautjucken mehr, andererseits gehen meine Haare kaputt. Ich habe total viel Spliß bekommen. Als Rinse benutze ich Apfelessig, und habe verschiedene Mengenverhältnisse ausprobiert. Ich habe auch das Gefühl, dass ich die Seife gar nicht mehr aus dem Haar bekomme, ich habe "ewig" mit Wasser nachgespült, (vor und nach der Rinse ausprobiert) . Ich bin jetzt davor wieder auf normales Shampoo umzusteigen.....hast Du noch einen Tipp für mich

Kommentar von:13.04.2017 um 13:20 (UTC)
zerowaste
zerowaste
Offline

Hallo Juni,
da gäbe es zwei Ansatzpunkte: Das eine ist, weniger Seife zu verwenden. Die andere Lösung wäre statt Haarseife Shampooseife zu verwenden. Das ist nämlich nicht das Gleiche. Die hat dann die gleichen Inhaltsstoffe, wie ein Shampoo, nur kein Wasser und keine Konservierungsmittel. Sauberkunst.de hat z.B. auch ein sehr mildes Babyshampoo, das auch bei empfindlicher Kopfhaut gut vertragen wird. Vielleicht klappt es damit...? Es gibt wirklich für jede Haarstruktur, wie bei den diversen Shampooflaschen auch das passende Shampoobar für trockene Haut, trockenes Haar etc.
Liebe Grüße
Stefanie



Kommentar zu dieser Seite hinzufügen:
Ihr Name:
Ihre Nachricht: