Gemeinsam Apfelessig machen

28. Juli 2015: Aktion Essig gemeinsam herstellen
- aus Apfelresten wie Kerngehäusen und -schalen -

Die ersten Frühäpfel bzw. Klaräpfel fallen nun von den Bäumen und wollen verwertet werden. Oft werden dazu das Kerngehäuse oder die Schalen sofort kompostiert. Dabei kann man vorher noch leckeren Essig daraus machen. Uns haben mittlerweile einige erzählt, dass sie sich nicht rantrauen, dass sie sich nicht sicher waren, ob das auch so richtig ist, etc. Deshalb laden wir Euch ganz herzlich ein am Wochenende mit uns gemeinsam Essig zu machen! Ihr müsst dazu nicht vor Ort sein. Jeden Tag updaten wir unseren Post hier auf dem Blog und auf Facebook mit was man machen muss und wie es aussieht und Sie können gerne fragen und kommentieren, wenn Sie sich unsicher sind. Eigentlich ist es ganz einfach und sehr wenig zu tun, aber wenige trauen sich an das Thema ran. Dabei kann man den Essig nicht nur für Dressings verwenden, sondern auch zum Putzen oder als saure Rinse beim Haarewaschen verwenden. Am Sonntag wollen wir starten. Überlegen Sie sich doch, was Sie machen wollen. Ob Kompott, Apfelmus, Apfelkuchen etc... und decken Sie sich mit der passenden Menge Äpfel ein! Manche Apfelbaumbesitzer solcher nicht lagerfähigen Frühsorten sind übrigens froh, wenn sie ein wenig abgeben können und nicht den ganzen Kompost mit essbaren Früchten anhäufen müssen.
Und wer sich schon mal vorher das Rezept ansehen will, findet es unter Tipps und Do it yourself oder mit einem Klick hier.

Update 02. August 2015
Tag 1:
Das braucht man:
  • Die Reste von Äpfeln, wie Schalen und Kerngehäuse (unbehandelt)
  • Wasser
  • eine Schüssel
Heute setzen wir den Apfelessig an. Wir nutzen die Schalen und Kerngehäuse, auch die Stengel kamen rein. Es dürfen auch ein paar braune Stellen dabei sein, solange sie nicht verschimmelt oder richtig vergammelt sind. Die Schalen kommen in ein Gefäß, das man gut abdecken kann. Sie brauchen keinen Deckel, der luftdicht verschließt, aber es sollte ein Tuch darüber zu spannen oder ein Gitter vorhanden sein, damit darin keine Fruchtfliegen drin landen. Diese fühlen sich magisch vom Essigansatz angezogen, aber einige der Tierchen vergessen, dass sie Nichtschwimmer sind. 
Wir haben ein großes Weckglas verwendet.
Das Glas füllen wir nicht bis zum Rand mit den Apfelresten, denn es kommt noch Wasser darauf. Man füllt so viel ein, dass die Schalen ca. 2cm mit Wasser bedeckt sind. Die Schalen werden irgendwann wieder an der Oberfläche schwimmen. Lassen Sie sich davon nicht irritieren! Es geht nur darum, dass ausreichend Wasser im Glas ist, auch wenn die Schalen und Kerngehäuse etwas aufquellen. Sie sollen in ein paar Tagen nicht trocken liegen, denn ansonsten kommt es zu Schimmel.
Als letzter Schritt für heute kommt noch eine Abdeckung hinzu, damit die Fruchtfliegen nicht in unserem angesetzten Essig ein Bad nehmen. Ein Handtuch, ein altes Stück Stoff oder ein feinmaschiges Gitter eignen sich sehr gut. In unserem Fall wurde ein altes Stück Leintuch mit einem Band am Glas befestigt. Es sollte gut gespannt sein, denn sonst kommt es leicht mit Wasser in Berührung, das Tuch saugt sich voll und die Apfelreste liegen trocknen. Das sollte nicht sein.
Noch ein Tipp: Wichtig beim Abdecken ist, dass Luft an unseren Essigansatz kommt. Bitte verwenden Sie also keinen Deckel oder einen luftdichten Gummi oder eine Folie!
Nun stellen Sie den Essig am besten an eine Stelle, an der Sie einmal am Tag vorbeikommen. Das kann auch der Keller sein. Wir legen meist gleich einen Löffel zum Umrühren bereit, denn kommt man mal wieder zufällig am Essig vorbei, kann man gleich einmal durchrühren und muss nicht noch mal laufen, um sich etwas zum Umrühren zu besorgen. Umrühren muss man in der nächsten Woche einmal täglich, damit sich kein Schimmel bildet - zur Vorbeugung. Mehr ist es nicht.
Das Aussehen und der Geruch unseres Essigansatzes wird sich in den nächsten Tagen ein wenig verändern. Dazu die nächste Woche jeden Tag mit einem kleinen Update mehr. Wenn Ihr Fragen habt, schreibt uns, kommentiert oder trefft uns auf Facebook!

Update 03. August 2015
TAG 2:
Heute müssen Sie nur umrühren! Dabei kann es sein, dass nach dem Umrühren ein klein wenig Schaum zu sehen ist, so als ob etwas Seife darin wäre. Das ist normal und gut so!
Zum Schluss bitte nicht vergessen, den Fruchtfliegenschutz wieder überzustülpen!
 



Update 4.August 2015
TAG 3:

Heute ist wieder nicht viel zu tun außer einmal umrühren. Es wird sich beim Umrühren spätestens etwas Schaum bilden, wenn er nicht schon im Ruhezustand zu sehen ist. Auch wird auffallen, dass das ganze Wasser nun etwas trüber ist. Meist ist der Essigansatz immer nich geruchslos.
Nach dem Umrühren wieder den Fruchtfliegenschutz aufsetzen!

Update 05. August 2015
TAG 4:

Umrühren und wieder den Fliegenschutz überstülpen ist auch heute wieder das einzige, was man beachten sollte. Beim Umrühren ist zu erkennen, dass sich vermehrt Schaum bildet. Bei manchen Essigansätzen dürften auch schon die ersten Blasen zu sehen sein, die von unten nach oben aufsteigen. Auch wird das Wasser trüber und nimmt einen gelblichen Stich an. Es riecht auch schon leicht nach Essig. So soll es sein.

Update 06. August 2015
TAG 5

Zum Vorletzen Mal müssen wir heute unseren Essigansatz umrühren. Deutlich zu sehen ist, dass das Wasser nun sehr trüb ist, auch die Schaumbildung sollte gut zu sehen sein, wenn man umrührt. Der Essiggeruch ist nun deutlich wahrnehmbar.
 
Update 07. August 2015
TAG 6
Umrühen und den Fliegenschutz wieder darauf setzen. Vom Aussehen hat sich heute nichts verändert. Nur der Essiggeruch dürfte nun auch unempfindlichen Nasen zugänglich sein. 

Update 08. August 2015
TAG 7

Unser Essigansatz ist mittlerweile eine schöne "gelbe Suppe" geworden. Die Apfelstücke sind ziemlich aufgequollen und war er besonders mürbe, kann es sein, dass er auseinandergefallen ist. Das sieht dann aus wie weiße Flocken, die sich vom Aussehen aber deutlich vom Schimmel abzeichnen sollten.
Heute müssen wir einmal nicht umrühren, sondern abschöpfen. Je nachdem, was ihr für ein Gefäß nutzt, könnte ein Trichter nützlich sein. Außerdem brauchen Sie etwas zum Abseihen: Entweder ein Sieb oder ein altes Mulltuch oder ein Handtuch.
Das Sieb sollte wirklich sehr engmaschig sein, damit keine Teilchen mehr im abgeseihten Essig zu sehen sein sollten. Ansonsten lieber ein Tuch mit hineinlegen.
Die Apfelreste können nun kompostiert werden. Essigbakterien sind nicht schlecht für den Boden, also keine Sorge: Sie tun damit eher etwas Gutes!
Der Essig möchte jetzt in Ruhe gelassen werden. 6 Wochen sollten es schon sein, dann hat man einen milden Essig. Man kann ihn aber auch zwischen 8 und 9 Wochen ruhen lassen. Dann ist er etwas stärker.
Der Essig sollte immer noch nicht luftdicht verschlossen werden. Eine kleine luftdurchlässige Abdeckung gegen die Fruchtfliegen ist aber trotzdem anzuraten.
Pünktlich in sechs Wochen melden wir uns hier wieder auf dem Blog zum weiteren Vorgehen. In dieser Zeit heißt es abwarten oder schon die nächste Portion ansetzen .

Nach sechs bis acht Wochen:

Der Essig riecht nun schon gut nach Essig. Man kann ihn jetzt schon kosten. Aber vermutlich werden bei den meisten kleine Schwebteilchen im Essig zu finden sein. Das ist die Essigmutter. Diese seiht man durch ein Tuch ab. Wir verwenden gerne ein auskochbares Mulltuch, das wir noch aus Babyzeiten von den Kindern haben. Das legen wir direkt in den Trichter, wenn wir den Essig gleich in die Flasche abfüllen. Haben wir allerdings viel Essig hergestellt, legen wir das Mulltuch in ein Sieb und seihen erst einmal in eine große Schüssel ab bevor wir es in verschiedene Flaschen umfüllen. Die Essigmutter hat je nach Apfelart einen etwas unterschiedlichen Farbton. Wir hatten schon gelbliche, leicht orange oder auch eher weiße, leicht durchsichtige Essigmutter. Gemeinsam hatte sie aber immer, dass sie die Konsistenz von Gelatine hat, also eher glibberig ist.
Je jünger die Essigmutter ist, desto kleinere Flocken sind es. Sie kann aber zu einer geleeartigen Masse wachsen, wenn man sie weiter benutzt z.B. indem man sie in Apfelsaft oder Wein gibt. Das Ganze lässt man dann 8 Wochen offen stehen, höchstens luftdurchlässig gegen Fruchtfliegen abgedeckt. Und dann haben Sie wieder Essig.
Zurück zum abgeseihten Essig: Füllen Sie ihn nun in saubere Gefäße, Flaschen oder Gläser! Diese sollten verschließbar sein, damit der Essig nicht verdirbt. Der Essig möchte kühl und dunkel gelagert werden z.B. braune Gläser, im Keller, im Küchenschrank oder einfach mit einem einzelnen Strumpf drüber, dessen Partner die Waschmaschine verschluckt hatte.
Kühl deshalb, da die Essigbakterien es gerne warm haben und sonst fröhlich weiter Essigmutter produzieren würden. Dunkel, da der Apfelessig lichtempfindliche Vitamine enthält.
Richtig gelagerter Essig ist mehrere Jahre haltbar. Er ist verdorben, wenn er an der Oberfläche eine weißliche Schicht bildet und muffig riecht. Die Essigmutter ist dagegen glibberig und ist wie kleine Fäden im Essig zu finden. Ist der Essig verdorben dann schmeckt er auch muffig und/oder prickelt sogar auf der Zunge. Er sollte dann nicht mehr verwendet werden!
Essigmutter dagegen ist höchstens störend und ein Zeichen dafür, dass es sich um ein gutes Naturprodukt handelt. Sie kann einfach wieder abgeseiht werden.
Jetzt können Sie kreativ werden: mit der Essigmutter kann man weitere Delikatessessige herstellen. Der rote auf dem Bild ist nicht etwas Rotweineessig - was ja mit Essigmutter in Rotwein hergestellt werden würde-, sondern Apfelholunderessig. Dazu kam die Essigmutter in eine Mischung aus Apfel- und Holundersaft.
Oder Sie verfeinern Ihren Essig mit Kräutern wie Estragon, Rosmarin etc. Aber auch Knoblauch und Chili wären eine Variante! Guten Appetit!
 P.S. Und natürlich können Sie gut abgeseihten Apfelessig auch wunderbar zum Putzen hernehmen. Probieren Sie es aus!




Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Gesa, 23.08.2015 um 17:52 (UTC):
Ja, Apfelessig ist wirklich schnell und einfach hergestellt. Ich kaufe seit Monaten keinen mehr. Schöne Anleitung, schöner Blog

Kommentar von:23.08.2015 um 19:44 (UTC)
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Danke Dir, Gesa!

Kommentar von Anna, 20.10.2015 um 11:16 (UTC):
Mein Gebräu riecht irgendwie komisch, mal sehen, wie es ist, wenn die sechs Wochen um sind.

Kommentar von:20.10.2015 um 17:41 (UTC)
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Riecht es intensiv nach Essig? Vielleicht sogar leicht beißend? Das wäre dann richtig

Kommentar von Schlaubischlumpf, 25.08.2016 um 08:34 (UTC):
mmmmm die 6 Wochen sind schon ein Weilchen um.
Wie gings denn nun weiter.
Ich bin per Zufall auf diese tolle Erklärung gekommen, weil ich eine Essigmutter in gekauftem Essig fand, diese nun weiterwenden wollte, leider tummeln sich da gefüllte 100 Fruchtfliegen drin - mag das GEbräu nun wirklich nicht mehr verwenden.
Danke für die Anleitung bishierher.

Kommentar von Marie, 26.04.2017 um 10:39 (UTC):
"Pünktlich in sechs Wochen melden wir uns hier wieder auf dem Blog zum weiteren Vorgehen. In dieser Zeit heißt es abwarten oder schon die nächste Portion ansetzen ."

was passiert nach den 6 Wochen mit dem Essig?

Kommentar von:26.04.2017 um 18:33 (UTC)
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Sorry, sorry, sorry
Jetzt ist alles wieder da!



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