Der Kindercapuccino

oder wir man Kaba schnell und günstig selbst macht

 

Der wandelnde Meter und die wandelnden ein Meter 15, also unsere Kinder, fühlen sich gleich einen halben Meter größer, wenn sie ihn bekommen: Kindercappuccino.

Was das ist?
Aufgeschäumte Milch mit Kakao und Zucker, also Kaba. Ein Genussmittel. Das gibt es bei uns ausschließlich zu Kaffee und Kuchen bzw. Tee und Kuchen für die Mama.

Was ist denn ein Genussmittel? Ein Genussmittel ist ein Lebensmittel, das nicht sättigt, manchmal auch keinen besonderen Nährwert hat, dafür aber gut schmeckt. Ein Luxusgut eben und eigentlich kann man auch darauf verzichten. Nicht, wenn es nach den Kindern geht.

Es kommt aber auch noch hinzu, dass Kaba ausschließlich in Plastik verpackt ist. Lose ist er für uns hier in der Gegend nicht zu bekommen. Plastik kommt uns möglichst nicht in die (Stoff)Tüte. Stichworte: Downcycling oder Verbrennen, Erdöl und Rohstoffvergeudung, Schadstoffübergang ins Lebensmittel, Mikroplastik, Plastikinseln im Meer, Tiere verenden, weil sie die kleinen Plastikteile mit Nahrung verwechseln, und, und, und.

Unserer Tochter haben wir in kindgerechten Happen die Problematik erklärt. Sie kann sich deshalb richtig aufregen! Erst letztens sind wir bei einer Radtour am Bahndamm entlang gefahren. Wirklich kein Quadratmeter war abfallfrei. „Guckt mal, überall Plastikmüll. Das gibt’s doch nicht! Wir müssen hier mal wieder dringend Müll sammeln gehen!“

Als aber der Kaba sich dem Ende neigte und es wieder und wieder keinen Kindercapuccino gab, war sie angefressen. Es ging dabei nicht nur um den leckeren Kindercapuccino, sondern um eine lieb gewonnene Tradition, die sie mit Gemütlichkeit und geselligem Beisammensein verbindet. „Überall dieses doofe Plastik!“ Wütend verschränkte sie die Arme vor der Brust. Keine Alternative, die wir ihr anboten, konnte den Kindercappuccino ersetzen. Schlussendlich wollte sie nicht mehr zusammen mit uns Kuchenessen und ging frustriert in ihr Zimmer.

In so einer Situation fragt man sich als Eltern schon, ob man das Richtige macht. Sollen wir hier eine Ausnahme machen? Immerhin trinken die Kinder Kaba nicht jeden Tag und der Kindercappuccino wird wertgeschätzt.

Vorweg: Was wir definitiv vermeiden wollen, ist, dass die Kinder Müllvermeidung als negativ und einschränkend empfinden. Früher oder später folgt die Rebellion. Deshalb wollen wir, dass sie es als eine gute Sache empfingen, nachhaltig zu leben. Achtsamkeit auf die Umwelt ist unserer Meinung nach "Erziehungssache".

Es musste eine Lösung her, die auch für unsere Tocher ok ist. Schlussendlich haben wir uns keine Plastikverpackung ins Haus geholt. Do it yourself, DIY, also Selbermachen, war unser Lösungsweg.

Wir schauten beim Einkaufen auf die Zutatenlisten, was im Kaba drin ist. Je nachdem welche Marke man kauft, ist da wenig bis eine ganze Menge drin. Auf Farbstoffe und Vitamine konnten wir verzichten, aber die Hauptsubstanzen blieben. Kakao und Zucker.
  Kakao gibt es in recycelbaren Karton und Papiertütchen von konventionell bis Bio und fairtrade. Zucker bekommen wir lose in der Mühle. Südzucker führt ihn desweiteren in der Papiertüte oder im Karton, auch Rohrohrzucker mit Fairtrade-Siegel. Auch wenn man Kakao und Zucker verpackt kaufen muss, so ist die Verpackung erstens recycelbar oder verrottet im Vergleich z.B. zu Plastik, und zweitens ergibt das eine Menge Kaba.

Wir haben also Kakao in die Milch und etwas Zucker dazu. Aber es löste sich teilweise nicht so gut auf, so dass kleine Kakao-Bröckchen überblieben, die etwas bitter waren. Ein No-Go für die Kleine.

Also haben wir das Ganze in den Mixer.

1 Teil Kakaopulver

4 Teile Zucker.

Mit dieser Rezeptur schmeckt es von der Süße her, wie herkömmlicher Kaba. Es ist aber durchaus möglich den Zucker zu reduzieren.

Auf höchster Stufe haben wir es pulverisiert und in ein Glas abgefüllt. Es löst sich nun viel besser auf. Die Kleine ist glücklich.
 


Kaba nach Belieben einrühren....
   ►



 

...man sieht, er löst sich leicht auf!

Die Kosten:
Wir haben mehrere Modelle durchgerechnet von konventionell bis Bio und Fairtrade und selbstgemachten Kaba mit einem gleichwertigen Fertigprodukt verglichen. Man spart in etwa 50%, wenn man Kaba selbst macht. Wieder eine Geldersparnis, wie schon beim Rasierhobel etc. Und es ging wirklich fix. Da Kaba sich hält, kann man außerdem auch gleich eine größere Portion für das nächste halbe oder sogar für das komplette folgende Jahr machen.

Qualität selbst bestimmen
Dieser Kaba ist auch für Milchallergiker, Lactoseintolerante oder Veganer geeignet. Gibt man den Kaba in Pflanzenmilch wie Soja-, Reis,- Hafer- oder Mandelmilch kann das eine geeignete Alternative sein.
Beim Selbstmachen kann man außerdem die Qualität mitbestimmen. Will man Vitamine oder Farbstoffe drin haben oder legt man Wert auf ein Bioprodukt, das vielleicht noch fair gehandelt ist?

All dies ist möglich.



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Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Klein Pip, 28.07.2015 um 12:52 (UTC):
Hallo! Von welcher Marke/ woher bekommt ihr denn den Fairtrade-Kakao im Karton? Ich hab den bisher immer nur in Plastik gefunden. Oder im Karton, aber nicht Fairtrade.
Danke schonmal für eure Hilfe! Die Tipps auf der Homepage sind echt klasse!! Viele Grüße, Pip

Kommentar von:30.07.2015 um 15:51 (UTC)
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Ich meine sie hieß Naturata.

Kommentar von imke, 09.08.2015 um 06:31 (UTC):
Hallo!:)
Der Kakao funktioniert auch wunderbar mit Puder-oder Traubenzucker. Beide lösen sich leichter in Milch auf.

Kommentar von:09.08.2015 um 18:31 (UTC)
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Liebe Imke,
stimmt, damit klappt das auch wunderbar. Ich wüsste nur nicht auf Anhieb, wo es Traubenzucker ohne Plastik zu kaufen gibt. Falls Du einen kennst, magst Du mir das über Kontakt mailen? Das wäre super! Meist habe ich übrigens keinen Puderzucker zu hause, da ich mir normalen Zucker im 25kg Sack gekauft habe. Dabei habe ich mir im Vergleich zu den 1kg Papierverpackungen ca. 60% Verpackungsmaterial eingespart. Finde, bei Zucker klappt das ganz gut für uns, da wir einige Leute sind, er sich ewig hält und wir ihn lagern können - was ja nicht für jeden klappt. Deshalb kaufe ich keinen Puderzucker zu, sondern mahle ihn im Mixer fein, wenn ich schon so viel zu hause habe. Herzliche Grüße und vielen Dank für Deinen Post! Stefanie

Kommentar von imke, 24.08.2015 um 10:09 (UTC):
Liebe Stefanie, den Puderzucker hatten wir jetzt einfach vom Rewe (also keine Bioqualität)... Oder ist das Papier darin beschichtet?? Hmm, da guck ich doch später noch einmal nach. Aber selbermachen find ich auch eine gute Lösung!

Kommentar von zangebil, 04.09.2015 um 07:43 (UTC):
Hallo,
Zucker, egal ob raffinierter Zucker (dazu zählt auch Puderzucker), Rohrohrzucker oder Vollrohrzucker sind absolut ungesund. Das beste Süßungsmittel ist Imkerhonig! Kakao soll übermäßig viel Aluminium enthalten (--> Alzheimer, Demenz & Co.).
...und gesunde Milch gibt es in D wohl kaum noch (auch nicht Bio-Milch, nur pasteurisiert in Glasflaschen.) So gern ich Kakao getrunken habe, inzwischen verkneife ich ihn mir.

Viele Grüße

Kommentar von Anne, 10.06.2016 um 13:11 (UTC):
Hallo, wir mischen zuhause das Kakaopulver auch immer ganz frisch-1 TL Kakao plus 1 TL Zucker in einem Glas mischen, wer mag, gibt etwas gemahlene Vanille dazu. Damit es nicht klumpt, wenn die die Milch dazukommt: ganz wichtig, erst mit ganz wenig Milch zu Brei verrühren, dann die restliche Milch unterrühren. LG

Kommentar von Fanny, 12.08.2016 um 19:26 (UTC):
Kakao plus Zucker löst sich, wenn man länger köcheln lässt. Selbst zusammen mahlen ist aber schneller,tolle Idee!



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