Das Bad

Manches Badezimmer quillt über vor lauter Tuben und Tigelchen und riecht nach Seife, Shampoo, Putzmittel, Parfum und Haarspray und das alles gleichzeitig.
Aber braucht es das? Objektiv: nein, subjektiv: vielleicht nicht alles
Das Subjektive ist hierbei aber das Wichtigste: Nur wenn der Mensch sich wohlfühlt, bei dem was er macht, bleibt er dabei. Schränkt es ein oder deprimiert es, wird er es nicht durchziehen.
So ist das auch bei Zero Waste.
Sie müssen selbst entscheiden, wie weit sie gehen wollen und können. Aber auch kleine Schritte sind Schritte! Und meist schafft man es nicht alles auf einmal. Denn hier geht es ums Reduzieren.
Wer reduziert, spart. Nicht nur Geld, auch Rest- und Recyclingmüll, Chemie, CO2 und Platz.
Es ist den meisten ja bekannt, dass in den Produkten nicht nur gute Sachen drin sind. Manche sind gesundheitsschädigend oder schaden der Umwelt (Mensch, Tier, Natur).
Soll man sich nun gar nicht mehr pflegen?
Natürlich nicht! - Nutzen Sie Produkte, die abbaubar und gesund sind, die Sie vertragen, die ergiebig sind und reduzieren Sie deren Anzahl.

Zahnhygiene:


             Zahnpulver                                versus            Zahnpasta

Stellen Sie Ihr eigenes Zahnpulver her! Damit sparen Sie die Plastik - oder Alutuben, sowie den Plastikkopf. Denn Plastik wird meist nur downgecycelt - wenn überhaupt, und bei recht kleinen und minderwertigen Teilen nur verbrannt. Gute Apotheken mischen Ihnen ein Zahpulver nach diversen Rezepten (z.B mit Schlämmkreide etc.) an. Das kann man sich dann in ein mitgebrachtes Gefäß abfüllen lassen. Wir nutzen Birkenzucker, der natürlich kein schädlicher Zucker für die Zähne ist. Birkenzucker ist lose in der gewünschten Menge in einer guten Apotheke zu bekommen (einfach fragen) oder auch verpackt, sowie im Reformhaus. Das mischen wir auch mit Natron (Natriumhydrogencarbonat, auch bekannt als Backsoda, Kaisernatron, amerikanisches Soda oder Natriumbicarbonat). In Amerika ist es nicht unüblich mit Natron zu putzen. Natron bekommt man in Papier verpackt in der Drogerie oder lose in der Apotheke. Verwechseln Sie es bitte nicht mit Waschsoda.

Zahncreme selber mischen!
Manche mischen sich auch Zahncreme aus zwei Teilen Kokosöl mit einem Teil Natron. (so können Sie die Menge selbst bestimmen z.B. mit Teelöffel oder eine Capuccinotasse oder einer großen Teetasse).  Nachdem bei uns keiner den Kokosgeschmack wirklich mag, blieben wir beim ergiebigen Birkenzucker.
Es gibt noch eine Alternative:

Zahntabletten
Diese zerkaut man und hat dann sogar ein ähnliches Gefühl wie bei Zahncreme im Mund. Diese Zahntabletten habe ich bisher allerdings nur online z.B.bei monomeer und nicht vor Ort im Geschäft gefunden. Für Leute, die gerne Fluorid statt Xylith (=Birkenzucker), als karieshemmende Sybstanz möchten, sind die Zahntabletten eine gute Alternative. Den Geschmack empfanden wir als sehr angenehm.



Zahnseide
Wir nutzen ein Naturprodukt, das in einem kleinen wiederbefüllbaren Glas mit Edelstahldeckel geliefert wird. Das Nachfüllpack kommt in Papier. Sie Seide wird nach Benutzen kompostiert. Ausführlicher Bericht.

Zahnbürsten
Zahnbürsten sind meist aus Plastik hergestellt. Nach dem Benutzen sind sie Restmüll. Selten gibt es Zahnbürsten aus recyelten Materialien zu erstehen. Eine Alternative sind Miswakwurzeln oder Bambuszahnbürsten. Beides gibt es in gut sortierten Bioläden, meist im Karton. Falls nicht, fragen Sie doch einfach nach, ob diese Produkte nicht bestellt werden können. Vorallem kleine Bioläden gehen oft darauf ein.
Landkreis Rosenheim Tipp: der Bio Ringmarkt in Praundorf, an der Autobahnauffahrt, hat beides vorrätig. Stand: März 2015.
Augen auf beim Bambus-Zahnbürstenkauf: Manche Borsten sind aus Plastik und nicht kompostierbar. Sie werden aber als biologisch abbaubar deklariert. Das ist aber nicht das Gleiche. Also Achtung z.B. bei Nylon 4, das braucht sehr, sehr lange um auf dem Kompost zu verrotten. Um sie auf dem heimischen Kompost zu entsorgen, muss man die Borsten rausrupfen. Das Gleiche gilt natürlich auch für öffentliche Kompostierungsanlagen.
Kompostierbare Zahnbürsten gibt es von Redecker oder PourMoi .
Ein Kompromiss, um Müll zu sapren:
In großen Lebenmittelgeschäften, Drogerien oder in Bioläden gibt es außerdem Zahnbürsten aus Plastik mit auswechselbaren Kopf.
Bei elektrischen Zahnbürsten ist das ja Usus. Wir benutzen sie schon seit Jahren in unserem Haushalt. Wir haben eine mit Ultraschallfunktion und sind sehr zufrieden. Wir steigen vorerst nicht auf die kompostierbare Variante um.Wichtiger als Zahncreme ist laut unserem Zahnarzt eh bei weitem die mechanische Säuberung, also das Putzen.
Allerdings halten wir die Augen auf nach Ersatzköpfen für elektrische Zahnbürsten auf, die kompostierbar sind. Wir haben auch schon bei einem Hersteller angefragt, aber das scheint sich eher als schwierig zu gestalten.
Falls Ihnen kompostierbare Zahnbürstenköpfe für elektische Zahnbürsten unterkommen , würden wir uns freuen wenn Sie uns eine E-Mail oder einen Kommentar hinterlassen!