2 Jahre Zero Waste

Vom Projekt zum Lebensstil

- der Blog geht weiter -

 Auf den letzten Post bekamen wir einige Nachrichten alle mit dem O-Ton: Warum hört Ihr mit dem Blog auf?

Ihr Lieben: Wir hören nicht mit dem Blog auf solange Ihr weiterlesen wollt.

Was endet ist das Projekt Zero Waste Familie nach insgesamt zwei Jahren.

Es war als Projekt angelegt. Und ehrlich gesagt dachten wir am Anfang: Das wird schwer klappen. Es wird zu teuer und zu aufwendig. Wenn aber fünfzig Prozent klappen würden, wäre es ja auch schon etwas und deshalb ist es wert, das Projekt zu starten und herauszufinden, was man machen kann. Am Anfang war es viel Recherchearbeit, denn vor zwei Jahren gab es wenige Blogger, die das Thema aufbereiteten. Man sieht das ganz gut am Zero Waste Bloggers Network, das Inge Echterhölder von Gruenish ins Leben gerufen hat. Am Anfang waren wir weltweit nur sehr wenige, langsam aber stetig wuchs die Zahl der Blogger und seit einem halben Jahr explodiert das Thema, auch in den Medien. Unserer Meinung nach ist es auch gut, dass es so etwas wie ein Trend geworden ist. Daran sieht man, dass es klappen kann. Und wenn der Trend zu einem Umdenken und einem geänderten Lebensstil führen sollte, dann soll Zero Waste doch gerne "in" sein :-).

Bei uns ist Zero Waste auch schnell von einem Projekt zu einer Lebensweise geworden. Im ersten Jahr mit Start September 2014 wollten wir folgende Fragen klären:

 

  • Werden wir es schaffen die Mülltonne abzuschaffen?

  • Ein Leben ohne Müll - wird das nicht wahnsinnig teuer und zeitintensiv?

  • Ist das mit Kindern möglich?

  • Auch auf dem Land?

  • Muss ich mich deshalb extrem einschränken?

  • Ist Minimalismus die Grundvoraussetzung für Zero Waste?

  • Und wie reagiert unser Umfeld darauf?

  • Oder geben wir vielleicht sogar vor Ablauf des einen Jahres auf?

Jeweils nach 3 Monaten zogen wir im ersten Jahr eine Bilanz. Die könnte Ihr hier nachlesen:
Bilanz nach 3 Monaten

Bilanz nach 6 Monaten
Bilanz nach 9 Monaten
Bilanz nach 12 Monaten
Nach einem Jahr sahen wir: Mensch, das klappt besser als gedacht - sogar ohne unverpackt-Laden in der Nähe. 2015 hatten wir nur noch ein Glas voll Restmüll und einen Baustaubsaugerbeutel. Der Recyclingmüll wurde auch drastisch reduziert.

Wir verlängerten das Projekt um ein Jahr und fragten:

  • Ist das auch mit Baby möglich und insgesamt drei Kindern? 

  • Wie wird das mit den Windeln?

  • Wie läuft das mit der Schule?

  • Wie klappt das mit dem Kindergarten?

  • Wie weit kann man den Recyclingmüll (ca 20l pro Monat) überhaupt noch reduzieren?

Auf die meisten Fragen habe wir schon Antworten gegeben. Aber wir fassen das Ganze hier noch einmal zusammen bzw. verlinken.
 

  • Werden wir es schaffen die Mülltonne abzuschaffen?

    Nein, das haben wir nicht geschafft. Zero Waste bleibt eine Utopie. Ein wenig Restmüll bleibt leider, wenn auch wenig. Wir hatten 2015 beispielsweise ein Gurkenglas und einen Baustaubsaugerbeutel. In dem Gurkenglas waren nicht recycelbare Dinge wie Pflaster, Kaugummi, Etiketten, Sticker, Kassenbons, Klebeband, Dübel etc. Wir haben die Mülltonne (40l) nur einmal im Jahr gebraucht und sie war nicht voll. Abgeben darf man sie nicht, da man befürchtet, dass Schlaumeier dann auch die Mülltonne abschaffen könnten und die Abfälle in der Umwelt entsorgen. Auch von den Gebühren wird man nicht befreit. In unserem Landkreis werden dadurch u.A. die Wertstoffhöfe finanziert. Die sind übrigens trotz Fahrerei und teilweise ungünstiger Öffnungszeiten gar nicht so doof: Durch die Mitarbeiter wird sichergestellt, dass auch richtig sortiert wird. Sind die Container nahezu sortenrein, besonders bei PP und PE- Kunststoffen, dann wird auch downgecycelt und nicht verbrannt.
     

  • Ein Leben ohne Müll - wird das nicht wahnsinnig teuer und zeitintensiv?

    Die ersten Monate war die Recherche zeitintensiv und das Umstellen von Lebensgewohnheiten brauchte eine Weile. Nach einigen Monaten und auch jetzt ist es bis zu einem gewissen Grad nicht mehr zeitaufwendig. Aber: die letzten zehn Prozent können haarig werden, wenn man auch versucht, den Recyclingmüll auf null zu bekommen. Das würde nämlich bedeuten, man müsste alles selber produzieren und einmachen, damit man auch Einweggläser und Papier reduzieren kann. Das wäre mal richtig zeitaufwendig. Wenn Ihr wollte, dann schreiben wir dazu noch einmal ausführlicher. Aber den Großteil kann man reduzieren. (Lest auch unsere Tipps zum Papiersparen). Teuer muss es übrigens nicht werden.

    Dazu hat Daniel nach ein paar Wochen Projekt schon einen Post geschrieben und wir haben 7 Bereiche, in denen man mit Zero Waste spart zusammengesammelt. wie man günstig Zero Waste und plastikfrei starten kann.

     

  • Ist das mit Kindern möglich?

    2015 haben wir das mit zwei Kindern (drei und fünf bzw. sechs Jahre alt) geschafft mit besagten Restmüll. Also theoretisch ja. Viele Themen dazu findet Ihr in der Rubrik „Kinder“. Aber es hängt natürlich auch davon ab, wie alt die Kinder sind, ob sie es von Anfang an einfach so lernen und ob das Umfeld das ablehnt oder gut findet. Redakteure fragen uns auch immer wieder, ob wir da nicht Tipps geben könnten, damit Zero Waste auch mit Kindern funktioniert. Wenn wir allgemeingültige Tipps zur Kindererziehung in dieser Richtung hätten, die bei jedem Kind immer funktionieren, dann würden wir den allerersten allgemeingültigen und funktionierenden Erziehungsratgeber schreiben und bestimmt auf der Bestsellerliste landen, wie so viele andere teilweise fragliche Erziehungsratgeber. Aber nicht jeder Mensch ist gleich. Schon gar nicht jedes Kind! Unserer Meinung nach gibt es keine allgemeingültige Verhaltensweise, wie es mit Kindern klappen kann. Jede Familie hat eine eigene Struktur mit verschiedenen Charakteren, die man nicht alle gleich behandeln und lenken kann. Was wir machen können, wenn das gewünscht sein sollte, ist zu erzählen, wie wir manchmal reagiert haben, was scheiterte und was gut lief. Aber das könnte man, wie gesagt, nicht auf alle Kinder 1:1 herunterbrechen. Da muss jede Familie ihren eigenen Weg finden, der für sie passt und der sie glücklich macht.

     

  • Geht Zero Waste auch auf dem Land?

    Ja, allerdings nicht ohne Auto. Die Strecken sind weit und mit kleinen und mehreren, manchmal auch kranken Kindern, nicht immer mit dem Fahrrad machbar. Wir haben nur eine Bahnlinie. Busverbindung geht nur in die Schule (und das nutzen wir) oder ein paar sehr  wenige Male am Tag und das nicht einmal in jede Richtung. Einkaufen, was sonst vielleicht höchstens eine Stunde dauert, wird zum Tagesausflug und das ist nicht übertrieben! Die Bahnlinie wird für die Arbeitsfahrten genutzt, das klappt. Zum Einkaufen ist es gelegentlich schwierig, da eine Mama mit Einkäufen für fünf Personen viel zu lange, zu viel und weit schleppen muss und mit Kinderwagen und Kindern im Schlepptau und nicht barrierefreien Dorf-Bahnhöfen an die Grenzen stößt. Das nächste ist, dass nicht alles auf der einzigen Bahnlinie liegt oder sich legen lässt. Es ist echt doof. Viele Sachen können wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erledigen, aber nicht alles. Die Nachbarstadt hat einen geförderten Stadtbus, um den wir sie echt beneiden. Bei uns wird darin nicht investiert, dafür in eine weitere Autobahnzufahrt. Irgendwie schade.  Wenigstens ist das Auto voll besetzt, wir bilden Einkaufsgemeinschaften, halten Vorrat und planen mit einer Essensliste, um weniger einkaufen zu müssen. Kurze Strecken von wenigen Kilometern, die die Kleinen auch schaffen, fahren wir mit dem Fahrrad.
    Wir haben mittlerweile sehr viele Geschäfte gefunden, in denen wir Dinge unverpackt in unserer Nähe bekommen.
    Zum Thema Einkaufen gibt es zudem eine Rubrik mit vielen Einkaufstipps.Von einer Liste mit Unverpackt-Läden, wie es dort abläuft, Einkaufen in der Mühle, Online-Shops, Möglichkeiten unverpackt in Bruckmühl und Umgebung einzukaufen etc.

     

  • Muss ich mich deshalb extrem einschränken?

    Nein, man muss gar nichts. 100% sind nicht möglich. Je perfekter man es treiben will, desto schwieriger wird es. Jeder muss selbst seine Grenze ziehen, denn das Leben und die Möglichkeiten sind nicht immer gleich. Dabei sollte man nicht vergessen, dass vieles sehr leicht möglich ist. Vergesst nicht, dass jeder kleine Schritt in der Menge viel ausmacht. Wenn man einfach von Kaffeekapseln Abstand nimmt und statt eines Coffee to go Bechers einen waschbaren nutzen würde, dann wäre schon ein Schritt in die richtige Richtung getan, vorallem, wenn das mehrere tun. Deshalb muss nicht gleich auf Kaffee verzichtet werden, weil er von weit weg kommt. Aber man kann, wenn man will, darauf verzichten. Es gibt so viele Möglichkeiten Müll zu sparen, die nicht teuer sein müssen oder die Lebensqualität einschränken.
    Lest dazu auch den Artikel: günstig Zero Waste starten, erste Schritte Richtung Zero Waste und Zero Waste Tipps für den Alltag.
     

  • Ist Minimalismus die Grundvoraussetzung für Zero Waste?

    Dieses Thema haben wir sehr ausführlich in diesen zwei Artikeln behandelt. Lest doch mal rein!
     

  • Und wie reagiert unser Umfeld darauf?

    Sehr unterschiedlich. Die einen finden das gut und versuchen auch ein paar Dinge umzusetzen. Ein paar andere halten das für „Schmarrn“ und machen so weiter, wie bisher. "Wie reagieren denn die Nachbarn darauf?" wurden wir oft von Redakteuren gefragt. Ganz ehrlich, wir binden doch nicht jedem unseren Lebensstil auf die Nase. Wozu denn auch? Wenn es sein muss oder wir darauf angesprochen werden, kommt das mal zur Sprache. Aber Zero Waste ist nur ein Teil des Lebens, nicht das Hauptthema. Was aber aufgefallen ist, dass manche sich entschuldigen, dass sie mehr Müll als wir haben oder es (noch) nicht besser geht. Niemand muss sich entschuldigen, wenn er sich dabei im Spiegel anschauen kann und so nachhaltig lebt, wie es geht! Und dass es nur Schritt für Schritt funktioniert und man auch mal Themen hinten an stellen muss, weil man nicht weiterkommt, ist auch klar. Innerhalb von einer Woche kann man nicht Zero Waste leben! Und die Lebensumstände sind nicht immer gleich leicht: Beispiel: Eine liebe Verwandte musste nun während unserer Projekt-Zeit um ihr Leben kämpfen und wurde u.A. künstlich ernährt. Die vielen Pflaster, Verbände, PEG-Flaschen mit Flüssignahrung, Medikamente und die dazugehörigen vielen Verpackungen machten eine Menge Müll und sie entschuldigte sich dafür!!! Dabei hatte sie keine andere Wahl! Aber hey: begrabt das schlechte Gewissen, schaut nach vorne auf die Dinge, die man umsetzen kann. Schuldgefühle hemmen! Das nur mal ganz allgemein und in diesem speziellen Fall: Es ist so schön, dass du lebst!!!
     

  • Oder geben wir vielleicht sogar vor Ablauf des einen Jahres auf?

    Naja, wie Ihr ja wisst, haben wir sogar verlängert. Mittlerweile ist die Lebensart, die wir über das Projekt übernommen haben, zum Lebensstil geworden. Wir konsumieren bewusster und deutlich weniger, wir besitzen weniger, wir machen einfache, schnell gehende Dinge selbst, müssen dafür aber weniger einkaufen, Geschäfte anfahren, wir setzen auf langlebige und wiederverwendbare Produkte, wir kennen mittlerweile mehr Rezepte, verwerten unser Essen besser, kompostieren weniger, sparen dadurch und leben vorausschauender. Viele Dinge kaufen wir sogar überhaupt nicht mehr, die man aber in den meisten Haushalten findet. Wir sind da neuerdings in einem  Gespräch mit einer Freundin erst drauf gekommen, dass echt eine ganze Menge zusammenkommt. Wenn Euch die Liste der Dinge interessieren sollte, schreibt es mir in die Kommentare, dann werden wir sie mal erstellen.
     

  • Ist das auch mit Baby möglich und insgesamt drei Kindern? 

    Zumindest bei uns hat es das bisher (Vincent wurde gerade 8 Monate, Maxi ist vier und Leni sechs Jahre). Aber ein Knackpunkt war immer wieder, was von außen bei uns hineingetragen wird. In den meisten Fällen konnten wir noch ablehnen bzw. erklären, was wir nicht wollen (z.B. von anderen gesammelte Plastikjumpies vom Lidl), manchmal drückten wir auch ein Auge zu, besonders wenn das Mitgebsel recyclingfähig war und die Kinder sich sehr freuten. Witzigerweise kommt der Müll „nur“ über drei Personen/Paare bei uns an und da das so ist und wir das wissen, können wir oft gegensteuern. Wir feiern ganz normal Kindergeburtstag, allerdings mit Reusables, also wiederverwendbaren und waschbaren Servietten, Stofftäschchen für die Mitgebsel, Strohhalmen aus Edelstahl, statt Pappgeschirr unser eigenes etc. Nach knapp zwei Monaten Zero Waste Projekt feierten wir den ersten Kindergeburtstag und haben deutlich weniger Müll verbraucht: lest mal rein. Auch das erste Weihnachten klappte gut, da die Schenkenden uns auch wirklich unterstützt haben. Die Geschenke kamen in wiederverwendbaren Taschen (teilweise gekauft, teilweise nutzten sie die, die wir ihnen mal mitgeschenkt haben- was kein Affront ist :-) und teilweise haben wir ihnen auch wiederverwendbare, die wir übrig hatten, vorher gegeben. Am zweiten Weihnachten haben wir alle Geschenke in einen „Nikolaussack“ gepackt und die Kinder konnten nach und nach eines ziehen. Auch gab es an Weihnachten oder Geburtstag nicht nur etwas zum Anfassen, sondern auch zum Erleben: Kegeln gehen, Essen gehen mit Oma und Opa und ganz lange aufbleiben, damit man den Sonnenuntergang am Chiemseestrand anschauen kann, ein Kindertheaterbesuch, Sternengucken mit dem Teleskop, Malunterricht von einem „echten Maler“ usw. Es gibt da noch viel zu erzählen und da kommen in nächster Zeit noch ein paar ein paar Posts. (Mehr zum Thema Kinder)
    Wichtig war uns aber bei den Kindern, dass keines darunter leiden muss oder, weil wir anders leben, ausgeschlossen wird. Wir haben den Kleinen immer wieder Dinge altersgerecht erklärt, fragten nach, ob sie sich etwas anders wünschten, ob doofe Kommentare kommen etc. Es blieb aber zumindest in dieser Altersklasse und unserem Umfeld aus. Die meisten Kinder wussten gar nicht, dass wir versuchen möglichst nachhaltig zu leben. Ihnen ist sicherlich aufgefallen, dass es „Süßes aus dem Glas“ gab und andere Bonbons, dafür viel aufgeschnittenes Obst, Fruchteis aus dem Mixer, selbstgemachtes "Steckerleis" ohne Verpackung statt Lutscher, Kaubonbons oder Schokoriegel. Ihnen ist auch sicherlich aufgefallen, dass der Kaufladen aus Holz ist, die dazugehörige Kasse und Waage auch aus Holz, genauso wie die Auslagen. Die Ritterburg ist auch aus Holz, genauso wie das Piratenschiff, das Ritteroutfit aus Karton und Holz. Lego Duplo gibt es immer noch, auch wenn es aus Plastik ist. Es wurde nicht durch anderes Spielzeug ersetzt, weil die Kinder es behalten wollten, es variabel ist, die Tests auf Schadstoffe immer sehr gut ausfielen. Zudem hatten wir es vor der Zero Waste Zeit schon second hand gekauft und dabei festgestellt, dass es sich offensichtlich sehr gut wiederverkaufen und dadurch weitergeben lässt. Auch alte Legos. Teilweise waren diese sogar gerade teurer, da sie einen Sammelwert hatten und offensichtlich lange halten. Wenn ich es also gebraucht kaufe und weitergeben kann, entsteht kein durch mich erzeugter Restmüll und ich denke, dass es relativ nachhaltig ist - auch wenn es vom Material her noch besser ginge. Anders dagegen sieht es bei Barbies, Elektronikspielzeug etc. aus und deshalb gibt es bei uns einfach andere Sachen. Und das wird offensichtlich (momentan?) nicht als schlimm empfunden, sondern eher als Vorteil, denn dann hat man mehr unterschiedliche Dinge zum Spielen. Bei uns dies, bei Freunden jenes. Heutzutage gibt es ohnehin weit mehr unterschiedliche Spielsachen als noch vor zwanzig Jahren, so dass es Usus unter den Kindern ist, dass die Spielsachen sehr variieren.
     

  • Wie wird das mit den Windeln?
    Wir nutzen seit einem halben Jahr Stoffwindeln und sind positiv überrascht. Es klappt eigentlich ganz gut, auch wenn wir kurzzeitig ein paar Wegwerfwindeln nutzen mussten. Die schlimmsten Befürchtungen blieben aus, da die modernen Stoffwindeln wenig mit denen von unseren Omas gemein haben. Mehr dazu

     

  • Wie läuft das mit der Schule?

    Dazu kommen demnächst noch ein paar Posts, denn das wäre hier einfach zu umfangreich. Es gibt bei den Schulsachen manchmal schon einige Unwägbarkeiten, bei denen man recherchieren muss. Nur einmal ein Beispiel: wir haben für das zweite Schuljahr keine Schulhefte aus Recyclingpapier in unserem Schreibwarenladen bekommen. Angeblich würden das einige Lehrer nicht wollen....!? Warum, wusste man im Laden auch nicht, nur, dass es ausdrücklich auf einigen Listen gewünscht war. Falls jemand weiß warum, schreibt es doch in die Kommentare. Bei uns ist es dagegen erlaubt. Als Alternative haben wir nun CO2 neutrale Hefte bekommen. Sie wurden nicht CO2 neutral produziert, der Hersteller spendet aber zumindest als Ausgleich für entstandene Emission an anerkannte Klimaschutzprojekte. Naja, besser als gar nichts. Mittlerweile wissen wir aber, dass eine Drogeriekette Recyclinghefte einzeln und lose verkauft.
     

  • Wie klappt das mit dem Kindergarten?


    In unserem Kindergarten brauchten die Kinder nur für die Waldtage etwas zum Trinken mitnehmen. Dort haben sie entweder eine Edelstahltrinkflasche dabei gehabt oder eine wiederverwendete Einwegflasche mit Schraubdeckel, die einfach mit einem Socken oder einer selbstgemachten Stoffhülle vorsichtshalber gegen Bruch geschützt wurde. Es gab aber nie Scherben und in unserem Kindergarten waren Glasflaschen auch nicht verboten, was ja wohl nicht überall der Fall ist. Statt Butterbrotpapier kam das Pausenbrot in die unkaputtbare Brotzeitdose aus Edelstahl, in ein Bees Wrap oder eine sogenannte Lunchbag aus Stoff. Die geforderten Matschsachen haben wir second hand gekauft. Bis auf die Regenstiefel werden wir vermutlich die Regenhosen und -jacken auch weiterverkaufen können. Im Kindergarten geht die Gruppe bei jedem Wetter raus, so dass guter Schutz notwendig war. Eine nachhaltigere Alternative außer second hand kaufen oder aus recycelten Materialien haben wir dazu auch noch nicht gefunden oder gibt es vielleicht derzeit auch noch gar nicht. Oder wisst Ihr noch etwas? Das Gleiche ist beim Kindergartenrucksack, der wasserdicht sei soll.
     

  • Wie weit kann man den Recyclingmüll (ca 20l pro Monat) überhaupt noch reduzieren?

    Wir konnten noch die Einweggläser reduzieren. Diese brauchten wir manchmal für Konserven. Letztes Jahr haben wir Essiggurken selbst eingelegt, gelegentlich Schokocreme aus den Nussresten der ebenfalls selbst gemachten Nussmilch selbstgemacht, Ketchup und Tomatensoße eingekocht. Die Tomaten kamen dabei aus Überschussproduktion von einem Biohof zum Vorteilspreis. Wir haben die Tomatensoße ungewürzt und gewürzt eingemacht. Das war auch sehr praktisch, wenn mal schnell eine Tomatensuppe oder Tomatensoße für die Pizza oder Spaghetti her sollten. Pizza machen wir selbst mit Mehl aus der Mühle, frische Hefe aus einer noch selbst backenden Bäckerei bzw. Trockenhefe !auf Vorrat! vom Unverpacktladen, den wir ja nicht vor Ort haben oder online über Hinterauer. Einfacher wäre es, man hätte einen unverpackt Laden vor Ort. Aber auch dort bekommt man nicht alles. Passierte Tomaten im Mehrwegglas haben wir auch dort nicht bekommen oder Essiggurken an der Frischetheke etc. So ein Angebot würde es wesentlich einfacher machen. Weniger geworden sind auch die „Altlasten“, da das meiste aufgebraucht wurde. Der Recyclingmüll variiert von Monat zu Monat. Den, den wir uns gewollt ins Haus holen, beläuft sich auf ca. 10 Liter z.B. Papier von Heften, Salz und Speisestärke oder von Großpackungen Zucker oder Mehl, die wir in einer privaten kleinen Einkaufsgemeinschaft erwerben, Plastikfolie vom 3kg-Großpack Gummibärchen (so bekommen es auch die Läden, die die Süßigkeiten offen verkaufen). Der Rest wird uns von außen vermacht z.B. wenn zu viel gekauft wurde und ablaufen würde. Das nehmen wir auch gerne an. Aber auch die Kinder bekommen viel Süßigkeiten von der (riesigen) Verwandtschaft geschenkt und in den letzten Wochen nimmt es wieder überhand. Diesen Fluss von außen einzudämmen ist zäh. Mal klappt es besser, manchmal nicht. Oftmals sind wir müde, immer wieder um maßvolles Schenken zu bitten. Beim letzten Verwandtengeburtstag nahmen die Kinder eine Trageasche voll! mit Süßigkeiten nach hause. Vor allem gibt es bei uns zu hause ja auch Süßes. Es ist nicht so, als wären Bonbons etwas Besonderes. Es ist ja nicht so, dass die Kinder darauf verzichten müssten. Daraufhin haben wir den Kindern einen Eimer gemacht, in den nur ihr Recyclingmüll reinkam. Als sie sahen, was da zusammenkam, wurde ihnen es erst bewusst und sie überlegten, was sie machen könnten. Aber alleine schaffen sie das Ablehnen nicht. Da bedarf es Unterstützung. Auch vom Umfeld. Aber dazu müsste in der Konsumgesellschaft erst einmal ein Umdenken stattfinden. Es tut sich allerdings etwas. Zero Waste stößt auf immer mehr Interesse. Es ist schon fast Trend und es gehört immer mehr zum guten Ton bewusster zu konsumieren. Das ist eine gute Entwicklung. Wenn sich der Trend zur Norm entwickeln würde, wäre viel geschafft. Für die Umwelt, für die Zukunft, für unsere Nachkommen, für deren Leben und Gesundheit.
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