10 Schritte zur Müllreduktion

Wie und wo fängt man eigentlich mit der Mülldiät an?
-der Weg zum Zero Waste Lifestyle-
Einige haben gefragt, wie wir angefangen haben unseren Müll zu reduzieren. Manche wissen vor der aufkommenden Müll-Flut gar nicht, wo sie anfangen sollen.
So war es bei uns:
Vorneweg gesagt, Mülldiät kann man mit einer normalen Diät vergleichen.
Wenn es erfolgreich sein soll, dann ist es eine langfristige Veränderung. Man muss seine Gewohnheiten überdenken und einige verändern.
Wo fängt man also an?
Zuerst im Kleinen, bei sich selbst: es bringt anfangs nichts Firmen missionieren zu wollen, ihre Produkte anders zu verpacken oder vielleicht auch gar nicht. Der Verbraucher bestimmt das Produkt. Wird ein nicht oder nachhaltig verpacktes Produkt nicht oder ungenügend verkauft, kann die Firma auch nicht viel ändern. Aber Sie können es.
Dass Sie Ihren Müll trennen und recyceln lassen, setzen wir einmal voraus. Das kann man auch sehr genau machen. Die Alu – Tube zum Aluminium, den Plastikdeckel in die gelbe Tonne oder zum Plastikcontainer. Was sich auseinandernehmen lässt, muss nicht im Gesamten in den Restmüll.
Starten Sie, wenn Ihre Tonnen geleert wurden. So sehen Sie, was bei Ihnen alles anfällt.
Dann gehen Sie einkaufen und versuchen dabei, möglichst verpackungslos einzukaufen, indem Sie eigene Verpackungen wie Taschen, Körbe, Gläser, Dosen etc. mitnehmen.
Viele Tipps zum Thema "Zero Waste Einkaufen" angefangen bei Taschen, Einkaufsliste bis Einkaufsgemeinschaften finden Sie unter unseren Zero Waste Einkaufstips.
100% verpackungslos einzukaufen, wird schwierig sein. Immerhin gibt es ja auch noch den versteckten Müllrucksack. Welcher Müll fällt im Laden an, bei der Produktion des Produkts und der Rohstoffe dafür.
Aber es geht darum, den Restmüll gen null zu bringen und die Recyclingmaterialien zu reduzieren.
Meist konsumiert man zu viel und auch noch das Falsche. Setzen Sie hier an! Kaufen Sie gute Produkte! Gesund, frisch, regional und möglichst unverpackt. Ist das nicht möglich, dann kaufen Sie in recycelbaren Verpackungen oder Großpacks. Damit haben Sie einen Teil der Müllzufuhr schon eingedämmt.
Nehmen Sie sich als nächstes Ihren Mülleimer vor!
Was ist noch im Restmüll?
Essensreste? Klar, auch wenn man möglichst gut verwertet, fallen sie an. Oft kann man sie aber noch reduzieren mit einer guten Resteverwertung.
Überlegen Sie zudem, ob Sie nicht kompostieren können! In einigen Landkreisen gibt es eine Komposttonne anzumieten, die dann alle paar Wochen geleert wird oder die Bezirke bieten eine öffentliche Kompostierungsanlage an. Für Gartenbesitzer gibt es einige Kompostmöglichkeiten (Miete, Wurmkompost etc), für Gartenlose eignet sich der Bokashi für die Küche. Wenn Sie keine Garten haben, gibt es folgende Möglichkeiten den fertigen Bokashi loszuwerden:
Freunde oder Nachbarn mit Garten, die öffentliche Kompostieranlage, die grüne Tonne. Bokashi ist ein prima Kompoststarter, 1a-Dünger und Bodenbeleber. (Unsere Erfahrungen mit dem Bokashi). Generell ist es auch eine Überlegung wert, sich im Umkreis umzuschauen und zu fragen, ob Gartenbesitzer Kompostmaterial brauchen und man den Kompost mitbenutzen dürfe.
Wir haben zwar einen kleinen Garten, setzen aber auf den Bokashi, weil man darin auch gekochte Essensreste und tierische Produkte ohne Geruchs- und Schädlingsbelästigung verwerten kann.
Fallen auch die Essensreste aus, schaut man weiter, was sonst noch anfällt.
Vielleicht Taschentücher, Hygieneartikel, Servietten?
Es gibt eine ganze Menge Dinge im Haushalt, die leicht durch immer wieder verwendbare Produkte zu ersetzen sind (vielleicht hilfreich: unsere "Zero Waste"-Tipps für den Alltag). Ein paar Beispiele:
Servietten, Taschentücher, Binden oder diverse Lappen zum Abwaschen kann durch waschbare Alternativen ersetzen, Shampoos durch Konzentrate oder ergiebige, in Papier oder unverpackte Haarseifen (Shampoobar), Rasierer durch Rasierhobel, bei deren Klingen alle kompatibel sind und nur in Papier verpackt gibt. Damit spart man bares Geld.
Auf manche Dinge kann man auch verzichten. Das ist auch sehr individuell, aber vielleicht finden Sie bei unserem Artikel „Weg damit! Dinge, die man im Alltag eigentlich gar nicht braucht“ Anregung.
Eine weitere Möglichkeit Müll zu reduzieren ist es, Dinge selber zu machen z.B. Klarspüler. Schauen Sie selbst, was Sie können oder was Sie sich aneignen wollen. Und ganz wichtig: was Ihre Zeit erlaubt! Man muss nicht alles selbst machen. So weit muss es gar nicht gehen. Es geht so weit, wie Sie wollen. Jedes Stückchen Müll, das nicht verschwendet wird, ist ein guter Schritt nach vorne. Insbesondere dann, wenn es mehrere machen. Wird es Ihnen zur Last, werden Sie es wohl nicht weiter durchziehen. Es muss machbar bleiben.
Zum Selbermachen aber gibt es noch einen kleinen Tipp: Man kann auch tauschen. Wir machen genau eine Sorte Marmelade ein und tauschen dann mit Freunden, Bekannten und Verwandten. So haben wir fünf Sorten Marmelade zu hause. Das ist doch mal eine Auswahl!
Wenn Sie können und wollen, bauen Sie selbst an: Kräuter auf der Fensterbank, auf dem Balkon oder im Garten, vielleicht sogar neben Erbeeren und Himbeeren? Diese können Sie trocknen und als Jahresvorrat konservieren.
Apropos Vorrat: Vorratshaltung kann Ihnen einige Wege und Zeit, damit verbunde Kosten, sowie Verpackung abnehmen.
Wir haben vorher schon eine Vorratsregal und eine Gefriertruhe gehabt. Leider verfügen wir nicht über einen kalten Keller oder sogar einen Erdkeller. Also griffen wir nun das zweite Jahr auch auf unseren Kellerschacht im Winter zurück. Dort gefriert es nicht und ist kühler als draußen, wenn es über null Grad hat. Somit können wir dort im Winter auch unser Gemüse, wie Rüben, Pastinaken, Sellerie oder Kartoffeln lagern. Das Gitter auf dem Schacht haben wir mit einem feinmaschigen Drahtgitter überzogen, damit keine Mäuse reinkommen.
Das war bei der Lagerung in der Holzlege, sowie der Garage das Problem. Wenn Sie wollen oder je nach Gemüseart müssen, dann decken Sie den Schaft dunkel ab. Das Gemüse lagern wir übrigens in Körben vom Flohmarkt.


Checkliste:
  1. Kaufen Sie möglichst verpackungslos!
  2. Nehmen Sie Ihre eigenen Verpackungen mit!
  3. Gehen Sie wenn möglich nur einmal die Woche einkaufen, so sparen Sie Fahrtkosten, Geld und Zeit und werden weniger von der geschickt platzierten Werbung in den Läden zum Einkaufen verführt!
  4. Kaufen Sie bewusst nur das, was sie tatsächlich brauchen!
  5. Inspizieren Sie zwischendrin immer wieder Ihren Müll, damit Sie wissen, wo noch Einsparungspotential ist!
  6. Nutzen Sie wiederverwendbare bzw. waschbare Produkte!
  7. Trennen Sie Ihren Müll und recyceln Sie!
  8. Do it yourself: Checken Sie, was Sie leicht selbst herstellen können und wollen!
  9. Investieren Sie in Vorratshaltung!
  10. Kompostieren Sie!
  11. Können Sie etwas aktuell nicht reduzieren, dann stellen Sie das Thema hinten an und greifen ein neues auf. Vielleicht ergibt sich ja später eine Lösung. Aufgeben ist dagegen keine Lösung!
  12. Kaufen Sie haltbare Dinge Großpack! z.B: Zucker in der Mühle
  13. Eignen Sie sich neue Fertigkeiten an z.B. Reparieren oder Kochen!
  14. Lernen Sie Ihre Essensgewohnheiten und die Mengen kennen!
  15. Erstellen Sie eine Essensliste und einen Einkaufszettel und kaufen demnach ein!
  16. Verzichten Sie auf Fertiggerichte und kochen Sie möglichst frisch!
  17. Lehnen Sie, wenn Sie auswärts konsumieren, Müll möglichst im Vorhinein ab (Strohhalme, Werbegeschenke....)
  18. Viele Dinge lassen sich gut second hand kaufen z.B. Spielzeug!
  19. Tauschen Sie! (Kleidertauschparties, Schenk-und Tausch-Börse, Büchertauschregale)
  20. Leihen Sie! (Bücherei, Videothek, Sportgeräte oder Werkzeug, Spielzeugkisten etc)!

Wir hoffen, diese erste Schritte helfen auch Ihnen, Müll zu reduzieren.
Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung: Wir haben die Mülldiät anfangs mit einer normalen Diät verglichen. Einen feinen Unterschied gibt es aber doch:
Bei der Mülldiät ist eine Nulldiät nicht gesundheitsschädlich!

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Kommentare zu dieser Seite:
Kommentar von Michi, 20.12.2015 um 18:49 (UTC):
Versteh jetzt ehrlich nicht, warum man nur einmal die Woche einkaufen soll?

Kommentar von:20.12.2015 um 22:30 (UTC)
zerowaste
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Das hat mehrere Gründe: die meisten gehen nichtbzu Fuß oder mit dem Fahrrad einkaufen und verbraucgen so Energie und Ressourcen. Desweiteren wird man durch häufiges Einkaufen leichter verleitet Dinge zu kaufen, die man nicht oder nicht unbedingt bräuchte. Manches davon wird nicht genutzt oder landet im Müll. Also Ressourcenverschwendung. Desweiteren spart man Zeit, in dem man weniger einkaufen geht. Zeit, die man investieren kann in Reparieren, wiederverwenden oder z.B. Resteverwertungsrezepte recherchieren oder einfach nur für sich selbst, Familie und Freunde.

Kommentar von Michi, 28.12.2015 um 17:13 (UTC):
Danke gut zu wissen. Trifft auf mich zum Glück alles nicht zu. Habe weder Auto (noch Fahrrad) aber ich habe in kurzer Entfernung einen Markt, wo ich alles was ich brauche was täglich frisch kaufe. So bin ich nicht gezwungen in Plastik verpacktes Supermarktgemüse zu kaufen - wo ich auf Grund der großen Packungen viel eher was wegwerfen müsste. Bäckerei ist auch nur 100 Meter entfernt und nebenbei noch eine gute Adresse zum nachbarschaftlichem Austausch. (Ich wohne übrigens nicht am Land, sondern in Wien - eine gut funktionierende Nahversorgung hat halt so ihre Vorteile)

Kommentar von:28.12.2015 um 18:03 (UTC)
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Michi, das ist wirklich beneidenswert

Kommentar von Uwe, 28.07.2016 um 08:01 (UTC):
Das mit dem " Gehen Sie höchstens einmal die Woche einkaufen!" ist wieder individuel , ich versuche jeden Arbeitstag in der Wartezeit auf meine Bahn ( zZ ca 20 min. ) Einzukaufen was leider nicht so einfach ist da ich als Zeitarbeiter unterschiedliche Einsatzorte habe und so jedesmal aufs neue die Umgebung erkunden muß . Ansonsten umfast die normale Einkaufstour knapp 20 km . Für kleineinkäufe ist ein netto ( der mit dem Hund ) 4 km entfernt , da fahre ich meistens mit dem Bus hin , nur unverpackt kriegt man da kaum was.

Kommentar von:09.08.2016 um 12:48 (UTC)
zerowaste
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Hallo Uwe,
Hinter dem Tipp zu planen und so nur einmal die Woche einkaufen zu gehen, steckt nicht nur die Sache mit dem Einkaufsweg. Das kann, wie du sagt, individuell variieren. Was aber noch dahinter steckt ist: man wird nicht durch geschickt platzierte Werbung verführt, mehr zu kaufen als man braucht. Über mehrere Tage geplant, kann man besser Resteverwerten haben wir die Erfahrung gemacht. Und noch etwas steckt dahinter: Zeitgewinn. In der Zeit kann man eine Suppe aus "Gemüseabfällen" kochen -im Zug unpraktisch, aber wenn man ein Inet-gängiges Handy hat kann mam dafür aber etwas recherchieren: Ein Rezept, eine Reparaturanleitung, eine Reusing- Idee oder einach nur entspannen und den Gedanken nachhängen.
Zero Waste haftet ja das Vorurteil an zeitaufwendig zu sein. Gerade am Anfang ist es auch aufwendiger als später. Aber die Zeit ist eigentlich nur anders verteilt, bzw wenn man es sich eingespielt hat, hat man sogar mehr Zeit. Und das steckt eben uch hinter diesem Tipp.
Ich hoffe, ich konnte das rüberbringen, was ich damit meinte. Ansonsten gerne noch mal nachfragen!
Sei herzlich gegrüßt
Stefanie



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